Folgen des Schlaganfalls

Durch einen Schlaganfall werden Nervenzellen in bestimmten Gebieten des Gehirns beschädigt oder zerstört. In der Folge eines Schlaganfalls entstehen unterschiedliche neurologische Ausfälle.

Symptome eines Schlaganfalls

Schlaganfallpatienten zeigen unterschiedliche Symptome. Ein herabhängender Mundwinkel (schiefes Grinsen) und Sprachprobleme sind ein Hinweis auf einen Schlaganfall. Ebenfalls wird ein Schlaganfall von einem Schwindel-Gefühl begleitet. 

Beeinträchtigungen eines Arms oder Beins sind ebenfalls als Hinweis auf einen Schlaganfall zu werten. Häufig ist eine Körperhälfte schlaff und bewegungsunfähig. Die Berührungsempfindung der gelähmten Körperhälfte ist nicht mehr vorhanden. 

Nicht selten kommen eine Bewusstseinstrübung oder Ausfälle der höheren geistigen Funktionen wie Sprachverständnis, Erkennen und Begreifen hinzu. 

Halbseitige Lähmungen (Hemiplegie/Hemiparese)

Unter einer Hemiplegie versteht man die komplette Lähmung einer Körperseite. Hemiparese ist eine leichte bzw. teilweise Lähmung.

Die Hemiplegie/Hemiparese tritt bei einer Schädigung der gegenüberliegenden Hirnhälfte auf. Die linke Gehirnhälfte ist für die Steuerung der rechten Körperseite, die rechte Gehirnhälfte für die Steuerung der linken Körperseite zuständig.

Als Folge der Lähmung können die Betroffenen nicht ohne Unterstützung sitzen, aufstehen, gehen oder sich auf die gesunde Seite drehen. 

Sprachstörung (Aphasie)

Plötzliche Sprachstörungen sind eine Folge des Schlaganfalls. Der Betroffene kann Dinge nicht mehr formulieren oder versteht einfache Wörter nicht mehr.

Lähmung des Peronaeus-Nerves

Durch eine Lähmung des Peronaeus-Nerves sind Schlaganfallpatienten nicht mehr in der Lage, die für das Anheben des Fußes notwendige Muskulatur anzusteuern (Fußheberschwäche). Der Schweregrad der motorischen Lähmung wird von den Ärzten üblicherweise nach einer Skala des BMRC in sechs Kraftgrade* eingeteilt:

  • Kraftgrad 0 = keinerlei Muskelaktivität, komplette Lähmung
  • Kraftgrad 1 = sichtbare/tastbare Kontraktion ohne Bewegungseffekt
  • Kraftgrad 2 = Bewegung bei Ausschaltung der Schwerkraft möglich
  • Kraftgrad 3 = Bewegung gegen die Schwerkraft gerade noch möglich
  • Kraftgrad 4 = Bewegung gegen mäßigen Widerstand
  • Kraftgrad 5 = normale Kraft

* Motorische Funktionsprüfung - British Medical Research Council (BMRC) 1978

Schluckstörungen (Dysphagie)

Als Folge eines Schlaganfalls ist die bei vielen Patienten die Koordinierung des Schluckprozesses gestört. Als Folge hieraus treten Schluckstörungen (Dysphagie) auf.

Störungen von Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder der Persönlichkeit

Durch einen Schlaganfall kann es auch zu Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit oder Veränderung der Persönlichkeit kommen. Wenn Sie solche Störungen vermuten, sollte eine Untersuchung durch einen Neuropsychologen erfolgen. Dieser kann eine klare Diagnose stellen bzw. ausschließen und gegebenenfalls eine geeignete Therapie empfehlen.

Mehr Informationen dazu finden Sie zum Beispiel hier: Neuropsychologischer Ratgeber der Ruhr-Universität Bochum (Leitung Prof. Boris Suchan)

Hinweis: Schlaganfall ein Wettlauf gegen die Zeit

Bei akuten Symptomen ist der Hausarzt oder in lebensbedrohlichen Situationen der Rettungsdienst (112) zu informieren.

Fragen & Antworten
Wo finde ich Informationen zum Thema Spastiken nach Schlaganfall?

Homecare-Icon mit Link zu www.rehaVital.de/homecare
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