E-Rezept: rehaVital fordert Chancengleichheit durch Anpassungen im Gesetzesentwurf

Die Neureglung zur Einführung des eRezepts schließt Sanitätshäuser vom Versorgungsprozess aus. Die rehaVital schlägt konkrete Lösungsansätze zur Einbindung der sonstigen Leistungserbringer vor.

Die Einführung des eRezepts definiert einen neuen, vollständig digitalisierten Versorgungsprozess. Der Kabinettsentwurf zum Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) vom 30.01.2019 bezieht sich jedoch ausdrücklich auf Apotheken und schließt dadurch sonstige Leistungserbringer von der Neuregelung aus. Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH sieht es als unverzichtbar an, dass auch Sanitätshäuser an der Entwicklung und Einführung der neuen Prozesse und Methoden zum eRezept beteiligt werden und schlägt in ihrem dazugehörigen Positionspapier Anpassungen im aktuellen Gesetzgebungsverfahren vor.

Zukunftsfähiger Gesetzesentwurf durch Chancengleichheit
Mit der geplanten Neuregelung im GSAV erhalten nicht alle Teilnehmer des Gesundheitsmarktes die gleichen Chancen. Nach Auffassung der rehaVital lässt sich das Ungleichgewicht durch Anpassungen und Ergänzungen (siehe Zusatz) im Gesetz beseitigen und auch der Hilfsmittelmarkt vollumfänglich berücksichtigen. „Damit wäre der geplante Gesetzesentwurf zukunftsfähig und nähme ohne nachträglichen Regelungsaufwand bereits heute die notwendigen Maßnahmen vorweg“, so Stefan Skibbe, Bereichsleitung Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital. Die aktuell sehr hohe Bereitschaft aller Marktteilnehmer im Gesundheitssektor zur Schaffung digitaler Strukturen sollte durch einen zielgerichteten Gesetzesentwurf unterstützt werden, anstatt sich darin nur auf eine bestimmte Gruppe zu konzentrieren.

rehaVital: Lösungsansätze für drei maßgebliche Hindernisse
Für die Teilnahme der Sanitätshäuser am neuen Versorgungsprozess bestehen drei grundsätzliche Hindernisse. Durch abweichende Strukturen und Regelungen für ihren Marktzugang fehlt zum einen ein Identifikationsmerkmal zur Abrechnung. Zum anderen besteht keine Transparenz in der Datenverarbeitung. Sofern das bisher beschriebene Verfahren ohne Entwicklungsbeteiligung der sonstigen Leistungserbringer unverändert zur Umsetzung kommt, entstehen unnötige Verzögerungen und Kosten, wozu auch die immer noch zusätzlich erforderliche papierbasierte Abrechnung beiträgt.

Die rehaVital schlägt deshalb die folgenden konkreten Lösungsansätze vor:
1.    Der Marktzugang für Sanitätshäuser kann über das Institutskennzeichen (IK) als Identifizierungsmerkmal geregelt werden. Das IK identifiziert das Sanitätshaus als Versorger im Markt und berechtigt zur Abrechnung mit dem Kostenträger. Ein entsprechender Registrierungsschlüssel sollte durch die Branchensoftware des Leistungserbringers verarbeitet werden und zum Datentransfer innerhalb des Systems berechtigen.
2.    Eine Vereinheitlichung und die Veröffentlichung der zur Datenverarbeitung und Steuerung des Auswahlprozesses entstehenden Algorithmen schaffen gleiche Teilnahmebedingungen für alle Leistungserbringer. rehaVital empfiehlt die Verwendung von qualitativ und quantitativ nachvollziehbaren Listungskriterien, wie Preis, Produktqualität und Kundenbewertung. Um Transparenz zu schaffen, muss die eigene Bewertung von den Leistungserbringern beim Kostenträger einzuholen sein. Nur so können die Patienten ihre Wahlentscheidung über den versorgenden Leistungserbringer selbstbestimmt und qualitätsgesichert treffen.
3.    Die bis heute erforderliche zusätzliche papierbasierte Abrechnung muss abgeschafft werden. Zur konsequenten Umsetzung eines digitalen Prozesses gehört es, alle Schritte innerhalb des Systems ohne analoge Entsprechung durchführen zu können.

 

Zusatz
Vorschläge rehaVital für die Berücksichtigung aller relevanten Leistungs-erbringer und Versorgungsbereiche im aktuellen Gesetzgebungsverfahren:

Kabinettsentwurf GSAV vom 30.01.2019:
• Artikel 12, Nr. 5 zu § 86 Satz 1 wird wie folgt geändert:
Die Worte „§ 31“ werden ersetzt durch „den §§ 31 und 33“
• Artikel 12, Nr. 5 zu § 86Satz 3 wird wie folgt geändert:
In Satz 3 wird der Punkt am Ende ersetzt durch die Worte „und den Rahmenvereinbarungen nach § 127 Absatz 6.“

Sozialgesetzbuch V. Buch:
• § 302 SGB V wird wie folgt geändert:
Nach Absatz 5 wird folgender Absatz 6 eingefügt:
„Die elektronisch übermittelten Abrechnungsdaten nach Abs. 1 sind zur Einhaltung der Belegpflicht ausreichend.“

 

Pressekontakt:
Themen, die uns bewegen: