Pressemeldungen 2020

rehaVital-Nachwuchsförderpreis 2020: Sechs Auszubildende des Verbundes werden ausgezeichnet, 16.12.2020

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH zeichnet auch in diesem Jahr die sechs besten Auszubildenden der Verbundgruppe mit dem rehaVital-Nachwuchsförderpreis zu Ehren von Josef Rahm aus. Trotz der besonderen und auch zeitraubenden Herausforderungen der Coronapandemie gingen auch in 2020 wieder zahlreiche Nominierungen aus den einzelnen Mitgliedsbetrieben ein. Nun stehen die jeweils drei Gewinnerinnen im kaufmännischen sowie handwerklichen Bereich fest.  Die offizielle Preisverleihung wird im feierlichen Rahmen auf der rehaVital Gesellschafterversammlung im Juni 2021 in Hamburg stattfinden.

 

Die Jury des rehaVital-Nachwuchsförderpreises, bestehend aus Mitgliedern des Personalausschusses des rehaVital-Aufsichtsrats, Geschäftsführer Jens Sellhorn sowie der Tochter des Preis-Namensgebers und Geschäftsführerin von rahm Zentrum für Gesundheit, Meike Rahm, hatte es auch in diesem Jahr wieder nicht leicht, eine Entscheidung zu fällen. Ausnahmslos sehr gute schulische Leistungen, Engagement in besonderen Projekten des Ausbildungsbetriebs und die sehr wertschätzenden Beschreibungen der Auszubildenden in den Motivationsschreiben zeigten einmal mehr, was für ein hohes Niveau sowohl im kaufmännischen als auch handwerklichen Ausbildungsbereich der rehaVital-Mitgliedsunternehmen herrscht. Dieses Mal lagen die letztendlich ausgewählten Gewinnerinnen so nah beieinander, dass sich die Jury zu einem eher ungewöhnlichen Weg entschied: Im kaufmännischen Bereich wird zweimal der erste und einmal der dritte Platz vergeben, im handwerklichen Bereich sogar zweimal der erste und zweimal der zweite. „Dafür mussten wir von der rehaVital die Summe der Gewinnerprämien etwas erhöhen, aber das war es uns wert“, erklärt Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Solch herausragende Leistungen müssen entsprechend belohnt werden. Gerade in dieser Zeit der Coronapandemie ist uns noch bewusster, wie wichtig Nachwuchskräfte sind, die nicht nur gute schulische Leistungen erbringen, sondern darüber hinaus auch mit Leib und Seele in ihrem Beruf arbeiten. Die Arbeit mit und das Gefühl für den Menschen sind dabei essentiell. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die dies mitbringen - so wie die diesjährigen Preisträgerinnen - möchten wir natürlich auch langfristig bei uns halten.“ 


Nachdem die Verleihung des rehaVital-Förderpreises bisher mit einer Tagesveranstaltung beim jeweiligen Vorjahressieger mit einer Unternehmensführung und einem speziellen Karrierecoaching verbunden war, geht die rehaVital ab diesem Jahr neue Wege. Der rehaVital-Nachwuchsförderpreis 2020 wird im Juni 2021 auf der Bühne der offiziellen Gesellschafterversammlung in Hamburg feierlich in Anwesenheit der zahlreichen Geschäftsführer der rehaVital-Mitgliedsunternehmen verliehen. „Wir möchten den Gewinnerinnen und ihren AusbilderInnen damit eine verdiente Bühne und einen festlichen Rahmen für ihre Auszeichnung bieten“, betont Jens Sellhorn. „Zudem haben die Gewinnerinnen auf der Veranstaltung die Möglichkeit, sich einmal mit den Nachwuchsführungskräften unseres Next Generation Networks (NGN) auszutauschen.“ Auf ihre Siegerprämie müssen die Preisträgerinnen jedoch nicht so lange warten. Aufgrund der derzeitigen Corona-Kontaktbeschränkungen erhalten sie diese in diesem Jahr per Post.


Die Gewinnerinnen im kaufmännischen Bereich:

1.    Preis (dotiert mit 1.000,-€): Nadine Beck
Medigroba medizintechnische Großhandlung GmbH

 

1.    Preis (dotiert mit 1.000,-€): Sandra Sulzenbacher
Streifeneder ortho.production

 

3.    Preis (dotiert mit 400,-€): Johanna Claus
Sanitätshaus Schütt und Jahn GmbH

 


Die Gewinnerinnen im handwerklichen Bereich:

1.    Preis (dotiert mit 1.000,-€): Anna-Lena Chors
ThiesMediCenter GmbH

 

1.    Preis (dotiert mit 1.000,-€): Johanna Riesch
Friedrich Georg Streifeneder KG

 

2.    Preis (dotiert mit 600,-€): Carolina Ott
Orthopädie Brillinger GmbH u. Co. KG

 

2.    Preis (dotiert mit 600,-€): Lena Meurer
rahm Zentrum für Gesundheit GmbH
 

Digitale Signaturen erleichtern vieles, 01.12.2020

Von Josephine Mücke-Saucke, Stellvertretende Bereichsleiterin Vertrieb und Krankenkassenmanagement sowie Syndikusrechtsanwältin der rehaVital, erschienen im MTDialog 12/2020

 

Die Zeit des Lockdowns in der Corona-Pandemie hat einem in vielen Lebenslagen den Spiegel vorgehalten, was eigentlich möglich ist und wo man auch noch besser werden kann. In der Hilfsmittelbranche betrifft das insbesondere die administrativen Arbeitsprozesse im Austausch zwischen Arzt, Leistungserbringer, Patient und Krankenkasse. Dabei wurde verstärkt auf kontaktarme, digitale Lösungen gesetzt.

Die rehaVital nimmt diese Entwicklung nun zum Anlass, das Projekt „Digitale Signaturen“ mit den gesetzlichen Krankenkassen voranzutreiben, mit dem gemeinsam der schriftliche Bürokratieprozess verschlankt und die Leistungserbringer somit entlastet werden sollen. Ziel ist es, dass alle notwendigen Formulare, Aufklärungs- und Erhebungsbögen usw. digital ausgefüllt und per digitaler Signatur von den Versicherten unterzeichnet werden können.

 

Der Begriff „digitale Signatur“

Der Begriff „digitale Signatur“ beschreibt streng genommen ein technisches bzw. kryptographisches Verfahren, um elektronische Dokumente digital zu unterzeichnen. Häufig wird der Begriff auch synonym für den rechtlichen Begriff „elektronische Unterschrift bzw. Signatur“ verwendet.
Der Begriff „elektronische Unterschrift“ beschreibt dabei elektronische Verfahren, in denen elektronische Informationen mit Daten verknüpft werden, um die Identität des Unterzeichners und die Integrität der Informationen sicherzustellen (1).
Man unterscheidet dabei, gestaffelt nach Anforderungen, regelmäßig zwischen einfacher oder allgemeiner elektronischer Signatur (2) (z. Bsp. Name des Verfassers unter einer Email, eingescannte Unterschrift), fortgeschrittener elektronischer Signatur (3) (z.Bsp. Unterschrift auf Tablet oder Signaturpad) sowie qualifizierter elektronischer Signatur (4).


Aus rechtlicher Sicht geht es im Wesentlichen um die folgende Frage: Inwiefern ist es zulässig, ein etwaiges sog. Schriftformerfordernis („schriftlich“, „schriftliche Form“) dadurch zu erfüllen, dass der Aussteller – statt seiner handschriftlichen Unterschrift auf Papier – im Wege einer Signatur ein elektronisches Unterschriftzeichen abgibt, und welche „Qualität“ muss diese Signatur haben?
Für das rehaVital-Projekt „Digitale Signaturen“ ist diese rechtliche Einordnung von grundsätzlicher Bedeutung, wobei die begriffliche Beschränkung auf „Signaturen“ eigentlich insgesamt zu kurz greift. Denn die Projektbezeichnung „Digitale Signaturen“ steht zwar für ein wesentliches Kernelement des Vorhabens, beschreibt dieses jedoch nicht in Gänze.

 

Digitalisierung in der Versorgungsdokumentation

Im Rahmen einer Hilfsmittelversorgung nimmt die Dokumentation der Abläufe und einzelnen Versorgungsschritte heutzutage – wie in vielen anderen Bereichen des Gesundheitswesens – einen nicht unwesentlichen Teil der Arbeit am Patienten ein. Hinzu kommen die administrativen Prozesse, die zur Abwicklung der Versorgung, d. h. von der Beantragung der Leistung über die Abrechnung bis zur Rückholung und Einlagerung eines Hilfsmittels, gegenüber der Krankenkasse erforderlich sind.


Gerade mit Blick auf eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten, ist eine gute und kontinuierliche Dokumentation von besonderer Bedeutung. Die Leistungserbringer stehen dabei vor der Herausforderung, dass trotz des hohen Dokumentationsaufwandes stets ausreichend Zeit für den persönlichen Kontakt zum Patienten bleibt.
In der Implementierung digitaler Erfassungsprozesse und der digitalen Unterzeichnung von Dokumenten sieht rehaVital ein großes Potenzial, um die bestehenden Prozesse zu optimieren und den bürokratischen Aufwand für alle an der Versorgung beteiligten Akteure zu minimieren.


Unser Ziel ist es, dass die Leistungserbringer erforderliche Dokumente wie beispielsweise Erhebungsbögen, Empfangsbestätigungen einschließlich Aufklärung über die Eigentumsverhältnisse und Mehrkostenerklärungen digital ausfüllen, die Dokumentation der Beratung und Einweisung etc. digital erstellen und sodann digital vom Versicherten signieren lassen bzw., soweit erforderlich, selbst auch digital abzeichnen könnten.
Durch den flächendeckenden Einsatz mobiler Datenträger (Tablets, iPads, Sig-naturpads etc.) in der Hilfsmittelversorgung könnten Papierlösungen ersetzt, Prozesse vereinfacht, dadurch beschleunigt und letztlich bei allen Beteiligten Ressourcen geschont werden.


Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist in vielen Bereichen auf den Weg gebracht. Die Umsetzung in der Praxis erfolgt insbesondere im Hilfsmittelbereich jedoch nur in kleinen Schritten und vielfach langsamer als man es sich wünschte (Stichwort eRezept oder DiGA).

Dennoch bleibt aus Sicht der rehaVital keine Zeit zu verlieren, denn die Digitalisierung kommt. Das Projekt „Digitale Signaturen“ ist nun einer der Schritte unserer Verbundgruppe, die Digitalisierung im Bereich der Krankenkassen voranzutreiben.“

 

Rechtliche Rahmenbedingungen

Ob und in welcher Form es rechtlich zulässig bzw. im Rechtsverkehr wirksam ist, Dokumente elektronisch zu erstellen und auch elektronisch zu unterzeichnen, richtet sich grundsätzlich danach, ob es gesetzliche Vorgaben gibt, die für eine bestimmte Erklärung eine Formerfordernis bzw. die Möglichkeit einer Ersetzung derselben vorsehen.

Im SGB V findet sich in Bezug auf die Hilfsmittelversorgung nur an wenigen Stellen die Erfordernis, dass bestimmte Vorgänge „schriftlich“ zu dokumentieren sind bzw. die Unterschrift des Versicherten erforderlich ist. Vielfach handelt es sich lediglich um vertragliche Anforderungen in den Versorgungsverträgen der Krankenkassen oder Richtlinien (6).
Explizite Vorgaben zur Form enthält aber etwa § 127 Abs. 5 SGB V. Dort ist vorgesehen, dass die Beratung schriftlich oder elektronisch zu dokumentieren und durch Unterschrift des Versicherten zu bestätigen ist. Gleiches gilt für die Mehrkostenerklärung. Die Klarstellung „oder elektronisch“ wurde im vergangenen Jahr durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) eingefügt.

 

Diese Ergänzung, vor allem aber die entsprechende Gesetzesbegründung, machen deutlich, dass der Gesetzgeber digitale Lösungen in diesem Bereich geradezu selbst vorsieht. Dort heißt es ausdrücklich: „Die eigenhändige Unterschrift des Versicherten kann auch direkt elektronisch erfasst werden, beispielsweise durch ein Unterschriftenpad oder Signaturtablett.“ (BT-Drs. 504/18, S. 147).
Mangels eines strengen Schriftformerfordernisses bzw. aufgrund der vom Gesetzgeber selbst vorgesehenen Ersetzungsmöglichkeit ergibt sich im Kontext des SGB V, anders als beispielsweise im Bürgerlichen Gesetzbuch (§§ 126 ff. BGB), ein größerer rechtlicher Spielraum für digitale Lösungen.

 

Während bei Bestehen eines echten Schriftformerfordernisses grundsätzlich nur die Möglichkeit bestünde, dieses durch eine qualifizierte elektronische Signatur zu ersetzen(7) (für deren flächendeckenden Einsatz durch Privatpersonen im Übrigen derzeit jedoch noch die Infrastruktur fehlt), genügt im Rahmen des SGB V regelmäßig eine fortgeschrittene elektronische Signatur, d. h. die Verwendung von Tablets oder Signaturpads, sofern nicht vertraglich eine strengere Form vereinbart ist, vgl. § 69 SGB i.V.m. § 127 BGB (8,9).

 

In diesem Zusammenhang sind natürlich die datenschutzrechtlichen Vorgaben, u.a. der DSGVO, einzuhalten. Anders als von Seiten der Krankenkassen häufig ins Feld geführt, stehen der Implementierung digitaler Lösungen und der Zulässigkeit digitaler Signaturen aber keine grundsätzlichen datenschutzrechtlichen Bedenken entgegen. Ein mit der Versorgung beauftragter Leistungserbringer hat im Umgang mit den (besonderen) personenbezogenen Daten des Versicherten stets die datenschutzrechtlichen Vorschriften einzuhalten, und zwar unabhängig von der Frage, ob digitale Lösungen bzw. Unterschriftenverfahren zum Einsatz kommen oder nicht. Dazu ist es u.a. erforderlich, dass der Leistungserbringer den Versicherten umfassend informiert, eine DSGVO-konforme Einwilligung zur Datenerhebung, Verarbeitung, Speicherung, Weitergabe etc. einholt, die entsprechenden Prozesse DSGVO-konform dokumentiert und Dritte bzw. deren Leistung (Software etc.) DSGVO-konform einbindet. Bei der Verwendung digitaler Lösungen im Rahmen der Hilfsmittelversorgung muss lediglich der veränderten Datenverarbeitung Rechnung getragen und der Versicherte beispielsweise darüber informiert werden, wenn ggf. über die übliche Branchensoftware hinaus eine spezielle Software genutzt oder Drittanbieter eingebunden werden.

 

Die Herausforderungen des Projektes bestehen nach Einschätzung der rehaVital daher weniger in rechtlichen Grenzen oder Hürden, als vielmehr darin, die rechtliche Unbedenklichkeit deutlich zu machen. Die rehaVital sieht es deshalb vor allem als ihre Aufgabe an, zu informieren und auf Seiten der Krankenkassen für die Akzeptanz digitaler Lösungen zu werben.

 

Vorteile für alle an der Versorgung Beteiligten

Die rehaVital ist der Auffassung, dass die Implementierung digitaler Lösungen für alle an der Versorgung Beteiligten Vorteile mit sich bringt. Auf Seiten der Leistungserbringer und der Krankenkassen ließe sich viel Zeit sparen, die derzeit in administrative Prozesse fließt.

 

Ein Beispiel: Leistungserbringer müssen derzeit für jeden Versicherten, je nachdem bei welcher Krankenkasse er versichert ist, unterschiedliche Dokumente ausfüllen und abzeichnen lassen.
Vor einem Außendiensttermin muss der Mitarbeiter also prüfen, welche Dokumente er für die Versorgung mit dem Hilfsmittel einer bestimmten Produktgruppe einer bestimmten Krankenkasse benötigt und diese in aktueller Fassung vorhalten. Beim Versicherten muss er sie händisch ausfüllen und ggf. handschriftlich vom Versicherten unterzeichnen lassen. Die ausgefüllten Unterlagen muss er dem Innendienst übergeben, der diese wiederum zur Versichertenakte hinzufügen, für die Weiterleitung einscannen und die Daten in der Branchensoftware, im eKV-System, auf der MIP-Plattform o. ä. erfassen muss, um auf dieser Basis einen Kostenvoranschlag zu verfassen, eine Bestellung auszulösen, eine Rechnung zu erstellen etc.

 

Das Pendant auf Seiten der Krankenkassen ist beispielsweise dank des eKV-Systems und der elektronischen Hilfsmittelverwaltung unter Umständen bereits „papierärmer“.
Dennoch werden die Sachbearbeiter der Krankenkassen bzw. deren Abrechnungszentren häufig noch immer nicht umhinkommen, eine Vielzahl eingescannter Dokumente inhaltlich sichten und überprüfen, Daten händisch abgleichen und plausibilisieren zu müssen.

 

Elektronisch erstellte, befüllte und unterzeichnete Dokumente ließen sich in Zukunft durch entsprechende Prüf-Algorithmen hingegen vollautomatisch einer groben Prüfung unterziehen, so dass die Sachbearbeiter sich nur noch bei Auffälligkeiten vertieft mit einem Versorgungsvorgang befassen müssten. (...)

 

Für die Versicherten einer Krankenkasse würden diese optimierten Prozesse auf Seiten der Leistungserbringer und Krankenkassen ebenfalls große Vorteile mit sich bringen, u. a.:

•   Die deutliche Zeitersparnis bei der Bewältigung der Dokumentation ließe dem Leistungserbringer mehr Zeit für die eigentlich Versorgung im persönlichen Kontakt am Patienten.
Dadurch könnten die Patientenzufriedenheit und Versorgungsergebnisse weiter gesteigert werden.
•    Die erleichterte Kommunikation zwischen Krankenkasse und Leistungserbringer könnte zu beschleunigten Genehmigungsverfahren und damit einer noch zügigeren Versorgung der Versicherten beitragen.
•    Die vom Leistungserbringer zur Versorgung eines Versicherten erstellte Dokumentation könnte diesem auf Wunsch gesammelt digital zur Verfügung gestellt und so behandelnden Ärzten, Therapeuten und Pflegepersonal jederzeit vom Versicherten zugänglich gemacht werden.

 

Die Implementierung digitaler Lösungen stellt somit einen ersten wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung der Hilfsmittelversorgung dar, der – über kurz und lang – einen Gewinn für Versicherte, Leistungserbringer und Krankenkassen mit sich bringen wird.

 

Große Relevanz für Leistungserbringer

Das Interesse der rehaVital-Mitglieder und vieler anderer Leistungserbringer an der Implementierung digitaler Lösungen ist sehr groß. Viele favorisieren dabei eher eine schnelle als langsame Umsetzung. Dies vor allem, weil sie das Potenzial digitaler Lösungen erkannt haben und beim Thema Digitalisierung der Hilfsmittelbranche nicht nur abwarten und beobachten, sondern aktiv mitgestalten wollen.
Sie haben erkannt, wie wichtig eine gute Dokumentation ihrer Arbeit am Patienten und ihrer Leistung ist, um die qualitativ hochwertige Versorgung, die sie erbringen, transparent zu machen und zu belegen. Zudem sehen sie sich vor der Herausforderung, dass die hohen Dokumentationsanforderungen häufig zu Lasten der Zeit gehen, die sie für die eigentliche Arbeit am Patienten aufbringen können.

 

Die rehaVital steht dazu schon seit geraumer Zeit im regen Austausch mit ihren Mitgliedern und versucht, insbesondere die Mitglieder, die in ihren Unternehmen die Digitalisierungsprozesse selbst proaktiv vorantreiben, nach Kräften zu unterstützen.

Auch in anderen Bereichen ist die Digitalisierung eines der Kernthemen der rehaVital. So hat rehaVital Anfang Juli ihre neue Online-Plattform reviDacon live geschaltet. Deren Herzstück ist der Zentrale Artikelstamm, der in Zusammenarbeit mit der Industrie entwickelt wurde und tagesaktuell gepflegt wird. (...) Diese Plattform soll sukzessive um weitere Services ergänzt werden, mit dem Ziel, damit zukünftig alle Schnittstellen der Hilfsmittelbranche abzubilden und alle Branchenteilnehmer miteinander zu vernetzen.

 

Ausblick

Wie bereits im vergangenen Jahr ist rehaVital derzeit damit befasst, eine aktualisierte Abfrage bei allen Krankenkassen vorzunehmen, inwiefern die Krankenkassen bereit sind, in den Bereichen Dokumentation und Unterschriftenerfassung digitale Lösungen zu akzeptieren.
Im Anschluss wird rehaVital auf einzelne Krankenkassen mit dem Ziel zugehen, gemeinsam Pilotprojekte zur Implementierung digitaler Lösungen zu starten, um im Anschluss den Krankenkassen, die diesen Lösungen noch kritisch gegenüberstehen, sowie dem GKV-Spitzenverband mithilfe greifbarer Ergebnisse die Machbarkeit und Vorteile dieser Lösungen zu verdeutlichen und für eine einheitliche Implementierung zu werben.


Die rehaVital plant, spätestens zum Ende des Jahres zwei Pilotprojekte auf den Weg zu bringen, um im kommenden Jahr erste Ergebnisse präsentieren zu können.


1 www.security- 
insider.de/was-ist-eine-digitale-signa-tur-a-897198/ (zuletzt abgerufen 13.08.2020 9.00 Uhr).
2 niedriges Schutzniveau – entspricht den Anforderungen von Art. 3 Nr. 10, 25 (1) eIDAS-VO.
3 hohes Schutzniveau – entspricht den Anforderungen von Art. Art. 3 Nr.
11 u. 26, 25 (1) eIDAS-VO. 

4 höchstes Schutzniveau – entspricht den Anforderungen von Art. 3 Nr. 12, 25 (2) und (3) eIDAS-VO, §§ 126 Abs. 3, 126a BGB und § 36a SGB I.
5 siehe dazu §§ 126 ff. BGB, Verordnung (EU) Nr. 910/2014 (eIDAS-Ver-ordnung) und Vertrauensdienstegesetz – einfache, fortgeschrittene oder qualifizierte elektronische Signatur.
6 Beispiel:
Die „Erklärung“ einer Empfangsbestätigung durch den Versicherten bei Abgabe eines Hilfsmittels ist gesetzlich nicht vorgesehen. Es findet sich lediglich in Anlage 5 Ziffer 5. lit. v der Richtlinie des GKV-SV zu Form und Inhalt des Abrechnungsverfahrens gem. § 302 Abs. 2 SGB V i.V.m. § 2 der Abrechnungsrichtlinie, der Hinweis, dass das zur ärztlichen Verordnung zu verwendende Muster 16 ein Feld für die Bestätigung des Versicherten über den Erhalt der Leistung (Unterschrift und Datum am Tag der Leistungserbringung) vorsehen muss. Das Vorliegen einer Empfangsbestätigung ist daher Voraussetzung für die Abrechnung der Versorgung; bei Fehlen der Empfangsbestätigung sind Retaxierungen zu erwarten. Eine gesetzliche Formvorschrift folgt aus diesen Bestimmungen jedoch nicht, d.h. die Empfangsbestätigung kann grundsätzlich formfrei erklärt werden.
7 siehe oben Fußnote 4: §§ 126 Abs. 3, 126a BGB, Art. 3 Nr. 12, 25 (2) und (3) eIDAS-VO.
8 Gem. § 127 Abs. 3 BGB ist allerdings selbst bei vertraglich vorgesehener „elektronischer Form“ dann eine fortgeschrittene oder sogar einfache elektronische Form ausreichend, soweit dem Vertrag nicht ein anderer Wille der Parteien zu entnehmen ist.
9 Aus zivilrechtlicher Sicht ist zu berücksichtigen, dass digitalen Unterschriften im Fall einer streitigen Auseinandersetzung vor Gericht nur ein eingeschränkter Beweiswert zukommt (Objekt des Augenscheins). In der Praxis dürften Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Dokumentation eher selten sein. Insbesondere bei Mehrkostenerklärungen u.Ä. über hochpreisige Hilfsmittel sollte dies aber berücksichtigt werden. Weitergehende Ausführungen würden den Umfang dieses Beitrages überschreiten. Für einen ersten Überblick sei beispielsweise auf den Beitrag von Schmitz in: NVwZ 2013, 410 verwiesen.


 

Ole Gustafsson wird neuer Leiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital, 30.11.2020

 

Ab dem 01.12.2020 hat der Bereich Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital Gesundheitsservice GmbH mit Ole Gustafsson einen neuen Bereichsleiter. Als Projektmanager Versorgungskonzepte und zuletzt stellvertretender Bereichsleiter ist Herr Gustafsson den rehaVital-Mitgliedern und auch den verschiedenen rehaVital-Partnern bereits vertraut. Als StellvertreterIn werden ihn zukünftig die rehaVital Syndikusrechtsanwältin, Josephine Mücke-Saucke, sowie der bisherige Referent im Vertrieb und Krankenkassenmanagement, Michael Hagemann, unterstützen.

 

Mit seiner langjährigen Berufserfahrung auf Krankenkassenseite sowie seinem engen Austausch mit den Mitgliedsbetrieben in den letzten Jahren und der Motivation, neue Projekte anzustoßen, hat sich Herr Gustafsson bereits in der stellvertretenden Leitungsposition bewährt. Zum Ausscheiden von Stefan Skibbe als Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement zum Ende des Jahres, fiel deshalb die logische Wahl seiner Nachfolge auf seinen Stellvertreter. „Herr Gustafsson hat uns mit seiner bisherigen Arbeit absolut davon überzeugt, dass er das Krankenkassenmanagement zukünftig erfolgreich voranbringen wird“, betont Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie hat er tatkräftig daran mitgewirkt, unsere Mitgliedsunternehmen tagesaktuell mit wertvollen Informationen zu versorgen und mit seinem Team die Klärung von Problemlagen vorangetrieben. Er ist damit schon jetzt ein wichtiger Ansprechpartner für unsere Mitglieder.“


Die Position des stellvertretenden Bereichsleiters wird mit zwei rehaVital Mitarbeitern besetzt. Die Syndikusrechtsanwältin, Josephine Mücke-Saucke, und der bisherige Referent Vertrieb und Krankenkassenmanagement, Michael Hagemann, bilden mit Ole Gustafsson zukünftig ein effektives Dreierteam, das sein vielseitiges Fachwissen und seine Erfahrung über die Arbeitsweise von Krankenkassen, das Vertragswesen in der Hilfsmittelversorgung sowie die Belange und Interessen der rehaVital-Mitgliedsbetriebe bündeln wird. Sie werden eng an den Krankenkassenverhandlungen sein, die Bedürfnisse der Mitglieder im Blick haben und dadurch interessengerecht handeln können. Denn ihr erklärtes Ziel ist es, die bestmöglichen Ergebnisse in den Verhandlungen mit den Krankenkassen zu erzielen – sowohl im Hinblick auf die Preisgestaltung und Versorgungskonditionen, als auch die Durchsetzung von vertraglichen Klauseln.

 

„Mir ist es wichtig, dass wir effektiv als Team zusammenarbeiten und mit unseren vereinten Kompetenzen und Erfahrungen das Beste für unsere Mitgliedsbetriebe erreichen“, erklärt Ole Gustafsson. „Dabei ist es für uns von zentraler Bedeutung, auch immer die Bedürfnisse und Meinungen unserer Mitgliedsunternehmen, z.B. bezüglich wichtiger Rahmenvertragsverhandlungen, zu kennen – sei es in persönlichen Gesprächen oder gezielten Umfragen.“

 

Sowohl Herr Gustafsson als auch Herr Hagemann bringen mehrere Jahre direkter kassenseitiger Arbeitserfahrung mit. Frau Mücke-Saucke steuert wiederum das juristische Fachwissen bei, so dass sich die Mitglieder des Teams perfekt ergänzen. „Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dieser Konstellation die Stärken aller beteiligten Mitarbeiter ausspielen und so im Bereich des Krankenkassenmanagements weiterhin einiges bewegen werden“, erklärt Jens Sellhorn. 

 

Corona-Krise: rehaVital-Mitglieder beobachten Lieferengpässe bei Beatmungszubehör, 20.11.2020

Versorgung außerklinischer Beatmungspatienten gefährdet

 

Bereits seit Beginn der Corona-Pandemie hat die medizinische Hilfsmittelbranche mit Lieferengpässen zu kämpfen – besonders auch im Bereich der Beatmung. Grund dafür ist die gestiegene Nachfrage nach Beatmungsgeräten und dazugehörigem Zubehör zur Behandlung der Corona-Intensivpatienten. Die adäquate Versorgung der schwer erkrankten Coronapatienten ist unerlässlich. Jedoch schlagen Mitgliedsunternehmen der rehaVital nun Alarm: Die Lieferengpässe haben sich parallel zu den gestiegenen Corona-Fallzahlen so verschärft, dass die kontinuierliche Versorgung der vielen außerklinischen, dauerhaften Beatmungspatienten gefährdet ist.

 

Nach Hochrechnung verschiedener Krankenkassen werden bis zu 30.000 Beatmungspatienten in Deutschland außerklinisch betreut.  Bei ihrer Versorgung durch medizintechnische Unternehmen sind sie auf reibungslose Abläufe bei der Wartung, oder auch dem Austausch von Geräten bzw. deren Zubehör angewiesen. Durch die Zunahme der Beatmungspatienten auf Intensivstationen durch COVID-19 kommt es jedoch seit März dieses Jahres immer wieder zu Liefer-Unregelmäßigkeiten. Auch die Hersteller befinden sich durch die gestiegene Nachfrage am Rande ihrer Kapazitäten. 

 

Nachdem die Branche die Lieferengpässe bisher noch einigermaßen kompensieren konnte, schlagen jetzt aber mehrere Mitgliedsunternehmen der rehaVital, die sich auf die Versorgung außerklinischer Beatmungspatienten spezialisiert haben, Alarm. Durch die im Herbst noch einmal stark angestiegenen Fallzahlen und die zunehmende Notwendigkeit der intensivmedizinischen Betreuung vieler Patienten, hat sich die Situation zugespitzt. „Gerade im Bereich des Beatmungszubehörs berichten mir meine Einkäufer fast täglich von Lieferengpässen“, berichtet Alexander Pohl, Geschäftsführer der Häussler Medizin- und Rehatechnik GmbH in Ulm und rehaVital Aufsichtsratsmitglied. „Auch von den weiteren Mitgliedern unserer regionalen Einkaufsgruppe wird mir dieser Eindruck gespiegelt.“ 

 

Die Auswirkungen auf die Patientenversorgung sind unmittelbar spürbar. „Derzeit fehlen mir akut 500 Beatmungsschläuche, die ich für die monatlichen Wechselintervalle unserer Patienten benötige“, fasst Pohl zusammen. „So können wir zurzeit sozusagen nur auf Sicht fahren und unsere Patienten in Teillieferungen nach und nach versorgen.“ 
Ein nicht fristgerecht ausgeführter Wechsel des Beatmungsschlauchs hätte zur Folge, dass Hygienestandards nicht mehr eingehalten werden könnten. Im schlimmsten Fall würde dies zu einer Infektion der Atemwege des Patienten führen. Die Einweisung in eine Klinik, auf die ohnehin schon überlastete Intensivstation, wäre unausweichlich.

 

„Wir haben die Entwicklung der Corona-Pandemie im Blick und sehen auch absolut die Notwendigkeit weiterer Beatmungsgeräte und deren Zubehör im intensivmedizinischen Bereich“, konstatiert Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „In unserer Verantwortung liegt es aber auch, die fachgerechte Versorgung unserer bestehenden, außerklinischen Beatmungspatienten zu gewährleisten.“ Sollte es derzeit Anweisungen geben, dass Kliniken in ihren Bedarfen bevorzugt beliefert werden, so dürften die Patienten im ambulanten Bereich trotzdem nicht vergessen oder übergangen werden. 

 

„Uns geht es darum, die Politik für die Situation zu sensibilisieren und insgesamt auf diesen Missstand aufmerksam zu machen“, ergänzt Alexander Pohl. „Die Versorgung von schwer erkrankten Coronapatienten auf den Intensivstationen ist ohne Zweifel sehr wichtig. Uns liegt nur am Herzen, dass damit die bestehenden Beatmungspatienten in der jetzigen extremen Belastungssituation nicht durchs Raster fallen.“

Frank Rosenbach ist neuer Kaufmännischer Leiter der rehaVital, 24.09.2020

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH begrüßt mit Frank Rosenbach ihren neuen Kaufmännischen Leiter. Herr Rosenbach leitet seit 01. September 2020 die Geschäftsbereiche Zentralregulierung, Buchhaltung sowie Controlling und erarbeitet zusätzlich, in enger Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Jens Sellhorn, die strategische Ausrichtung der Verbundgruppe.


Mit Frank Rosenbach hat die rehaVital einen Mitarbeiter mit 20 Jahren Führungserfahrung für sich gewinnen können. Die vergangenen sechs Jahre bekleidete er die Position des Kaufmännischen Leiters bei einem führenden deutschen Augenoptik-Unternehmen. Bei der rehaVital liegt ein wesentlicher Fokus seiner Arbeit auf der Entwicklung von neuen Dienstleistungen für die Mitgliedsbetriebe, die ihnen einen Mehrwert bieten sollen. Dazu gehört u.a. auch die aktive Begleitung und Vermittlung bei Unternehmensverkäufen und -nachfolgen. Die rehaVital nimmt dabei vor allem eine beratende Funktion ein und profitiert hier von den Erfahrungen Rosenbachs, die dieser bei seinen vorherigen Arbeitgebern gesammelt hat. „Wir können unseren Mitgliedern wertvolle Tipps geben, worauf sie bei einem Verkauf oder der Nachfolgesuche achten sollten und wie sie dieses wichtige Projekt am besten angehen“, erklärt Frank Rosenbach. „Wir stehen dabei während des gesamten Prozesses beratend zur Seite, vermitteln zwischen den Parteien oder stellen wertvolle Kontakte her.“ In ein paar ersten Fällen ist die rehaVital hier bereits aktiv. Interessierte rehaVital-Mitglieder sind ausdrücklich eingeladen, sich bei Herrn Rosenbach oder dem rehaVital-Geschäftsführer Jens Sellhorn zu melden.

 

Neben der Entwicklung neuer Services arbeitet Frank Rosenbach maßgeblich an einer Strategie mit, die die rehaVital und deren Mitgliedsbetriebe auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten soll. Digitalisierung und Veränderungen innerhalb der Branche erfordern ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell. „Wir möchten mit unseren Mitgliedsunternehmen auch in Zukunft stark sein. Dazu gehört, genau jetzt über den Tellerrand zu schauen und neue Wege zu gehen“, betont Jens Sellhorn. „Wir sind uns sicher, mit Herrn Rosenbach den Richtigen für dieses Vorhaben gefunden zu haben, damit die rehaVital auch in Zukunft als erfolgreiche Verbundgruppe im Hilfsmittelmarkt besteht.“

rehaVital erarbeitet in Kooperation mit der Technischen Hochschule Ulm digitale Standards in der Orthopädietechnik, 12.08.2020

Finanzielle Förderung durch Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

 

Bereits im Oktober 2017 begann die rehaVital, mit einem Auftakt-Workshop in der Hamburger Zentrale, gemeinsam mit Mitgliedsunternehmen und Experten die Digitalisierung von Fertigungsprozessen in der Orthopädietechnik voran zu treiben. Das sich daraus gebildete Netzwerk, bestehend aus rehaVital-Mitgliedern, erhält nun Fördergelder im Zuge des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Auf diese Weise kann in der Forschungsgruppe Biomechatronik der Technischen Hochschule Ulm (THU), unter Leitung von Prof. Dr. Felix Capanni, ein eigener Netzwerkmanager finanziert werden, der vorerst für ein Jahr das gemeinsame Projekt vorantreiben wird. Ziel ist es, im kontinuierlichen Austausch miteinander, Standards im Umgang mit neuen digitalen Werkzeugen zu definieren. Auf Basis der Software Geomagic FreeForm soll auf diese Weise ein Leitfaden zur Anwendung digitaler Verfahren in der Orthopädietechnik entstehen.

 

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat der rehaVital-Arbeitsgruppe „SmartOT“ eine finanzielle Förderung als ZIM-Netzwerk zugesagt. Während der einjährigen Projektlaufzeit vom 01.08.2020 bis 31.07.2021 wird mit Hilfe der bewilligten Gelder ein Netzwerkmanager an der Technischen Hochschule Ulm finanziert. Steffen Matyssek (Häussler Technische Orthopädie GmbH), der bisher in Nebentätigkeit als Projektleiter agierte, übergibt damit die Verantwortung an den neuen Netzwerkmanager Daniel Jäger, der sich in Vollzeit auf die Koordination des Netzwerks und dessen Zielerreichung konzentrieren wird. Nach dem 31.07.2021 ist die Verlängerung der Netzwerkförderung um weitere zwei Jahre geplant.


Die am Netzwerk beteiligten rehaVital-Mitglieder arbeiteten in den letzten beiden Jahren in zwei Arbeitskreisen (Rumpforthetik und Orthetik-Extremitäten) daran, digitale Werkzeuge wie 3D-Scanverfahren oder neue Techniken zur Erstellung von Zweckformen/Körpermodellen gewinnbringend zu nutzen. Dabei lag der Fokus stets auf einer Verschlankung, Modernisierung sowie Standardisierung konventioneller Produktionsprozesse. Als gemeinsame Basis einigten sich die Unternehmen der Arbeitskreise auf die Nutzung der Software Geomagic FreeForm. Die Antonius Köster GmbH & Co. KG, als führender Lizenzgeber der Software, stand den Arbeitskreisen dabei kontinuierlich unterstützend zur Seite.


Im weiteren Projektverlauf wird es nun darum gehen, Erfahrungen untereinander auszutauschen und daraus konkrete Standardprozesse abzuleiten. Dem Netzwerkmanager der THU fällt dabei die Aufgabe zu, in den Arbeitskreistreffen besprochene Lösungswege zu testen und von den Netzwerkpartnern benannte Probleme zu lösen. Nach den drei Jahren Projektlaufzeit ist die Erstellung eines ausführlichen Leitfadens geplant, in den alle gesammelten Erfahrungen der Teilnehmer des Netzwerks einfließen werden. 


Die am Netzwerk teilnehmenden rehaVital-Unternehmen sind:
- Alippi GmbH
- Fuchs + Möller GmbH
- Glotz GmbH
- Häussler GmbH
- Jüttner KG
- ORTHOVITAL GmbH
- Emil Kraft & Sohn GmbH & Co. KG
- Lettermann GmbH
- Schaub KG
- Seitz GmbH
- Wurster GmbH
- o.r.t. GmbH (Auxilium Gr.)
- Luttermann GmbH (Auxilium Gr.)

 

Weitere Partner sind:
- Antonius Köster GmbH & Co. KG
- rehaVital Gesundheitsservice GmbH
- Bundesfachschule für Orthopädie-Technik e.V.

 

Netzwerkleitung
- Technische Hochschule Ulm (Forschungsgruppe Biomechatronik)

Launch der neuen rehaVital Online-Plattform reviDacon, 13.07.2020

Tagesaktuelle Artikelstammdaten und viele weitere Services für rehaVital-Mitglieder 

 

Seit dem 10. Juli 2020 steht den rehaVital-Mitgliedern ihre neue Online-Plattform reviDacon zur Verfügung, die, neben den vielen digitalen Services des rehaVital-Intranets, als Herzstück einen Zentralen Artikelstamm bietet. Die Daten sind, in Zusammenarbeit mit der Industrie, tagesaktuell gepflegt und stellen einen Meilenstein dar, den die rehaVital in der Digitalisierung erreicht hat. Die Plattform wird sukzessive um weitere Services ergänzt und hat sich das Ziel gesetzt, zukünftig alle Marktteilnehmer der Hilfsmittelbranche miteinander zu verbinden.


Der rehaVital-Geschäftsführer Jens Sellhorn nennt es stolz „das zukünftige digitale Rückgrat der rehaVital“: Nach über zwei Jahren intensiver Entwicklungsarbeit, Tests und dem Einspeisen von Artikeldaten durch die Lieferantenpartner geht die rehaVital jetzt mit ihrer Online-Plattform reviDacon, und dem darin enthaltenen Zentralen Artikelstamm, live. Seit dem 10. Juli 2020 haben rehaVital-Mitglieder online Zugriff auf digitale Services wie Artikelstammdaten mit umfangreichen Preisinformationen, Vertragsdaten, Dokumente und Versorgungsbereiche, Hilfsmittelverzeichnis, PQ-Verzeichnis, Leistungsspektrum, Lauerliste und MDR-relevante Zusatzinformationen. Durch intelligente und einfach zu steuernde Suchfunktionen lassen sich die gewünschten Informationen und Daten schnell und sicher abrufen. Zudem wurde auch das Intranet der rehaVital auf der Plattform implementiert, um alle digitalen Angebote für ihre Mitglieder zu bündeln. Dabei ist den Projektverantwortlichen der rehaVital jedoch wichtig zu betonen, dass die Online-Plattform nicht allein für die Mitglieder der Verbundgruppe reserviert sein, sondern vom Austausch mit weiteren Marktteilnehmern leben wird. 


„Wir leben Schnittstellen“, bekräftigt Markus Damerow, Projektleiter reviDacon und Prozess- und Datenmanager der rehaVital. „Wir haben viel Entwicklungsarbeit in dieses Projekt investiert und planen, die Plattform reviDacon schrittweise um weitere digitale Dienstleistungen zu erweitern. Dabei geht es uns auch darum, alle wichtigen Marktteilnehmer – Leistungserbringer, Hersteller und Krankenkassen – über EDI-Schnittstellen miteinander zu verbinden und so Arbeitsprozesse zu erleichtern und zu verschlanken. Im ersten Schritt geht es darum, die rehaVital-Mitglieder, aber auch die gelisteten Lieferanten mit reviDacon und seinen Funktionen vertraut zu machen. Dafür bieten wir Webinare, Tutorials und eine Hotline an.“


Die rehaVital hat viel Energie und Zeit in das ambitionierte Projekt investiert. Über zwei Jahre entwickelte sie mit ihrem Dienstleister CSE GmbH den Zentralen Artikelstamm (ZAST), der in seiner tagesaktuellen Datenverarbeitung und der Vielfalt der zusammengeführten Daten hochkomplex ist. „Im Entwicklungsprozess haben wir so manche Herausforderung gemeistert – nicht zuletzt, um die Anforderungen unserer Mitglieder aus ihrem Arbeitsalltag mit dem System in Einklang zu bringen,“ erklärt Detlef Kirschner, Bereichsleiter Organisationsentwicklung. „Mit unseren Lieferantenpartnern konnten wir dann Stück für Stück den ZAST mit Daten und Leben füllen. Zum Start von reviDacon ist der Zentrale Artikelstamm das Herz der Plattform und wir sind stolz auf das Arbeitsresultat.“ In dem Umfang und der Datenqualität ist der rehaVital mit seinem Zentralen Artikelstamm ein großer Wurf innerhalb der Branche gelungen, mit dem sie Standards setzt.


Die Digitalisierung und Bündelung der Arbeitsprozesse bedeutet für die Mitglieder neben einer optimierten Datenlage auch eine enorme Zeit- und Geldersparnis. Darüber hinaus ist die Online-Plattform von Leistungserbringerseite bisher exklusiv den rehaVital-Mitgliedern vorbehalten. „Für die Nutzung entstehen ihnen keine Zusatzkosten. Sie ist bereits im monatlichen Mitgliedsbeitrag enthalten“, betont Jens Sellhorn. „Uns ist es wichtig, nachhaltige Arbeitserleichterungen für unsere Mitglieder bereit zu stellen und digitale Maßstäbe zu setzen.“ 

reviDacon wird zudem sukzessive um weitere Services ergänzt. Der nächste zu erreichende Meilenstein ist der Launch des neuen Vertragsdatenmanagement-Systems Ende des Jahres, das im Bereich des Krankenkassenmanagements seine digitalen Vorzüge in der täglichen Arbeit mit Verträgen unter Beweis stellen wird. Die Online-Plattform soll immer weiter wachsen und mit ihren vielen Schnittstellen wertvolle Synergieeffekte im Markt schaffen.

 

Zu reviDacon:
Der Name der Plattform setzt sich aus dem Namen des Verbundes (rehaVital) sowie den Wörtern Data und Connect zusammen. Denn sowohl die Bereitstellung einer hohen Datenqualität, als auch das Herstellen von Schnittstellen zwischen den einzelnen Akteuren im Markt und deren Verbindung untereinander ist das erklärte Ziel von reviDacon.
 

rehaVital kritisiert Senkung der Mehrwertsteuer als nachteilig für Hilfsmittelversorger, 08.07.2020

 

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, hat der Gesetzgeber mit dem zweiten Corona-Steuerhilfegesetz eine zeitlich bis Ende 2020 begrenzte Absenkung der Mehrwertsteuer auf 16 bzw. 5 Prozent beschlossen. Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH äußert sich kritisch zu den negativen Auswirkungen der Steuersenkung auf die Hilfsmittelversorger. 


Die vom Gesetzgeber erwarteten Vorteile, wonach die Steuersenkung durch eine Weitergabe im Verkaufspreis bei den Bürgern ankommt, trifft auf die Hilfsmittelbranche nicht zu. Im Gegensatz zu anderen Branchen entsteht für die Leistungserbringer auch kein Preisvorteil, wenn die Steuersenkung nicht über einen niedrigeren Abgabepreis weitergegeben werden kann. Die Versorgung mit Hilfsmitteln erstreckt sich in den meisten Fällen über längere Zeiträume. Die Mehrwertsteuersenkung fällt da nur in einen Teil des Versorgungszeitraums, so dass bei vielen Leistungserbringern nicht klar ist, welcher Steuersatz nun angewendet werden muss.


Es ergeben sich daraus brisante haftungs- und auch strafrechtliche Fragen. Besonders im Bereich der Fallpauschalen ist die Unsicherheit groß. So haben sich das Bundesfinanzministerium und inoffiziell auch der GKV-Spitzenverband dahingehend positioniert, dass für die Anwendung des richtigen Steuersatzes das Ende einer Fallpauschale maßgeblich ist. Die Dachverbände der Kassenarten haben aber Empfehlungen abgegeben, die genau in die andere Richtung gehen. Danach wäre für die Bemessung des zutreffenden Steuersatzes bei Fallpauschalversorgungen der Abgabezeitpunkt maßgeblich.

 

„Damit sind wir in der Welt des vollendeten Chaos angekommen. Die Kassen schaffen Fakten, indem eKV-Plattformen und Abrechnungsdienstleister unabgestimmt die Auffassung der Dachverbände der Kassenarten umsetzen. Unsere Mitglieder sind damit oftmals gezwungen, sich zwischen einem möglicherweise rechtswidrigen aber einfachem, oder einem rechtskonformen aber nur mühsam durchsetzbaren Verfahren zu entscheiden“, erläutert Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital. Dabei ist das von den Dachverbänden gewünschte Verfahren durchaus die pragmatischere Umsetzung. „Solange dieses Vorgehen aber nicht mit dem Bundesministerium für Finanzen abgestimmt ist, begeben sich unsere Mitglieder bei jeder einzelnen Abrechnung in die Gefahr, bei einer Steuerprüfung unangenehme Fragen gestellt zu bekommen.“

 

„Wir brauchen hier schnell Klarheit und damit auch Rechtssicherheit. Wir appellieren daher noch einmal an die Politik und die Dachverbände der Kassen, hier schnell abgestimmte Lösungen zu finden“, ergänzt Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital.

 

Die rehaVital bemängelt, dass die Krankenkassen die einzigen Nutznießer dieser Steuersenkung sind. In der Mehrheit aller Verträge sind Nettopreise vereinbart. Die Steuersenkung wird über die Abrechnungen mit den Kassen daher direkt an die GKV weitergereicht. „Da es sich dabei um Körperschaften des öffentlichen Rechts handelt, ist das nichts anderes als linke Tasche, rechte Tasche“, kritisiert Stefan Skibbe.

 

Was bleibt, ist der immense bürokratische Aufwand bei den Leistungserbringern. Die Besonderheiten der Hilfsmittelbranche erfordern noch einmal spezielle Denkweisen und Auslegungen in der Umsetzung. Eine Herausforderung, die oft nur mittels eines Steuerberaters zu stemmen ist. „In der Konsequenz entstehen unseren Mitgliedern hier nicht nur keine finanziellen Vorteile, es muss sogar zusätzliches Geld für Steuerberatungen, Programmieraufträge und Klärungen ausgegeben werden. Der Wille des Gesetzgebers wird so genau ins Gegenteil verkehrt und belastet unsere Branche zusätzlich“, fasst Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital, zusammen.

 

rehaVital hat bereits gemeinsam mit anderen Branchenverbänden versucht, eine Klarstellung des Bundesministeriums für Finanzen zu erreichen. Dort schweigt man sich aber, trotz der Dringlichkeit, zunächst aus. Auch die Fragen, die die rehaVital an sämtliche Dachverbände der Kassenarten zur Umsetzung dieser Empfehlung gestellt hat, wurden bisher nur ausweichend oder gar nicht beantwortet.
 

Handelsblatt veröffentlicht Rankings „Beste Kundenberatung 2020“ und „Beste Händler 2020“, 08.07.2020

rehaVital-Mitglieder im Bereich „Sanitätshaus“ ganz vorne mit dabei

 

Das dritte Jahr in Folge hat das Handelsblatt Rankings zu den Themen „Beste Kundenberatung“ sowie „Beste Händler“ veröffentlicht. Das Marktforschungsinstitut ServiceValue hat dafür im Auftrag des Handelsblatts über 26.000 Kundenurteile zu 642 Unternehmen eingeholt und in 41 Branchen die besten Anbieter gekürt. Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH ist sehr stolz, dass in beiden Rankinglisten im Bereich „Sanitätshäuser“ 13 von 24 Unternehmen zu ihren Mitgliedern gehören. 


Die Liste im Ranking „Beste Kundenberatung“ führt die Schaub KG aus Freiburg an, die bereits von Anfang an, seit 1989, rehaVital-Mitglied ist. Im Bereich „Beste Händler“ teilen sich zwei rehaVital-Mitglieder die Spitze: Während die Storch und Beller & Co. GmbH mit dem besten Mittelwert auf Platz 1 steht, wurde rahm Zentrum für Gesundheit am häufigsten zum besten Sanitätshaus gewählt.
„Wir freuen uns sehr, dass unsere Mitglieder sowohl in ihrer fachlichen Kompetenz immer wieder punkten, als auch in der direkten Dienstleistung ihren Kunden gegenüber zu den Besten gehören“, erklärt Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. 

 

Stephan Thoma, Geschäftsführer der Schaub KG und Mitglied des rehaVital-Aufsichtsrats, freut sich nicht nur über den eigenen Erfolg, sondern genau so sehr auch über den Gemeinschaftserfolg mit den weiteren rehaVital-Mitgliedshäusern. „Wir rehaVitaler sind sehr stark in der Rankingliste vertreten. Das zeigt wieder einmal, dass wir in unserer Verbundgruppe nicht nur die Größten der Branche versammeln, sondern auch die Besten, was Dienstleistung und Kundenkontakt anbelangt. Das macht uns, als rehaVital-Mitglied der ersten Stunde, wirklich stolz.“

 

Insgesamt konnten 13 rehaVital-Mitglieder im Bereich „Sanitätshäuser“ in beiden Rankings punkten: 
Schaub KG, Spörer AG, Stolle Sanitätshaus GmbH & Co. KG, MEDITECH Sachsen GmbH, Storch und Beller & Co. GmbH, Jüttner Orthopädie KG, Orthopädie Brillinger GmbH & Co. KG, Seitz GmbH , Friedrich Georg Streifeneder KG, Servona GmbH, Alippi GmbH, Sanitätshaus Luttermann und rahm Zentrum für Gesundheit.
 

31. Gesellschafterversammlung der rehaVital im Zeichen der Corona-Pandemie, 03.07.2020

Videobotschaft sorgte für eine persönliche Note

 

Persönliche Videobotschaft an die Mitgliedsunternehmen mit Worten zur Situation von Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzendem +++ Weiterhin stabiles Wachstum in 2019 +++ Gemeinschaftlich stark durch die Corona-Krise +++ Stimme der rehaVital in politischen Belangen mit immer mehr Gewicht +++ Launch der Online-Plattform reviDacon steht kurz bevor.

 

Die diesjährige Gesellschafterversammlung der rehaVital Gesundheitsservice GmbH musste aufgrund der Corona-Pandemie, wie so viele Großveranstaltungen, als Präsenzsitzung ausfallen. Stattdessen wurde über die wichtigen gesellschaftsrechtlichen Themen, wie z.B. die Entlastung des Aufsichtsrates und des Geschäftsführers, schriftlich abgestimmt. Die Mitglieder und Gesellschafter erhielten zudem per Post den Geschäftsbericht 2019 und weitere begleitende Unterlagen. Die rehaVital wollte es sich trotzdem nicht nehmen lassen, ein wenig für Gesellschafterversammlungs-Atmosphäre zu sorgen und bereitete deshalb eine professionell produzierte, halbstündige Videobotschaft vor, die von den Geschäftsführern und Führungskräften der Mitgliedsunternehmen im Intranet abgerufen werden konnte. 

 

Während Jörg Reisgies, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, noch einmal über die postalisch versendeten Materialien und Abstimmungsunterlagen aufklärte, gab Stefan Skibbe als Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement einen Überblick über die wichtige Tätigkeit seiner Abteilung und die politische Arbeit des letzten Jahres bzw. während der Corona-Krise. Jens Sellhorn, Geschäftsführer, und Detlef Möller, Aufsichtsratsvorsitzender der rehaVital, ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, neben einer Rückschau ins Geschäftsjahr 2019 auch auf die derzeitigen Herausforderungen durch die Corona-Krise hinzuweisen. Beide betonten dabei den sehr ausgeprägten Gemeinschaftsgedanken aller rehaVital Mitglieder und die Solidarität untereinander. Der Fokus der Verbundgruppe liegt in der zweiten Jahreshälfte deutlich darauf, wieder alle Absatzkanäle komplett bedienen zu können und somit die Anzahl der Versorgungen möglichst wieder in Richtung des Niveaus vor der Corona-Krise zu bringen.  

 

Finale Geschäftszahlen 2019
Mit einem Einkaufsvolumen von 402 Mio. € verzeichnete die rehaVital in 2019 ein weiterhin stabiles Wachstum. Damit wurde die im September 2019 erwartete Quote von 8% sogar leicht übertroffen und liegt somit deutlich über dem, laut Einschätzung des rehaVital-Managements, bei 4 bis 5% liegenden Marktwachstum. Auch der rehaVital-Gruppenbonus, der jährlich zu 100% an die Mitgliedsunternehmen ausgeschüttet wird, konnte erneut gesteigert werden. 

 

Ausblick 2020 unter Einfluss von Corona
Insgesamt also eine sehr gute Ausgangsposition der rehaVital, um in das Jahr 2020 zu starten. Doch die nicht vorhersehbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie zwangen auch die rehaVital zum Umdenken. So wurde das geplante Einkaufsvolumen für 2020 an die aktuelle Situation angepasst, um Stabilität zu gewährleisten. „Unser absoluter Fokus liegt nun darauf, unsere Mitglieder, die zum Teil große Einbußen während des Lockdowns erlitten haben, sicher durch die Krise zu bringen“, betonte Jens Sellhorn. „Viele mussten Kurzarbeit anmelden und auch jetzt, wo die Sicherheitsmaßnahmen gelockert wurden, werden viele Hilfsmittel aus Angst vor Infektionen nicht abgeholt oder angefordert. Wir unterstützen, wo es nur geht, sind nahezu rund um die Uhr für unsere Mitglieder im Einsatz und versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden. Unsere Erwartungen an das Geschäftsjahr 2020 den Gegebenheiten anzupassen, ist da nur folgerichtig.“ Wichtig ist Sellhorn dabei eine umsichtige und vorausschauende Planung. Das Verschieben der heutigen Probleme auf morgen komme auf keinen Fall in Frage.

 

Aufsichtsrat lobt Geschäftsführung
Die einstimmige Entlastung des Geschäftsführers Jens Sellhorn durch die stimmberechtigten Gesellschafter der rehaVital passte zu den lobenden Worten, die der Aufsichtsratsvorsitzende Detlef Möller fand. „Jens Sellhorn hatte angekündigt, die rehaVital in einer unternehmerischen Denkweise zu führen und das war die letzten 18 Monate in positiver Weise spürbar“ so Möller. „Er vertritt uns sehr gut im Markt und auch mit seiner Führung der Zentrale in Hamburg sind wir mehr als zufrieden.“ Der Aufsichtsrat erachtet es entsprechend nicht mehr als sinnvoll, an der ursprünglich geplanten Doppelspitze festzuhalten. Stattdessen wird im Herbst ein Kaufmännischer Leiter eingestellt, der Sellhorn als zusätzlicher Bereichsleiter unterstützen soll.

 

Möller fand auch darüber hinaus, stellvertretend für viele Mitglieder, lobende Worte für die Arbeit der rehaVital in der Coronakrise. „Ich bin persönlich, wie viele andere auch, dankbar, in dieser Zeit einen so starken Verbund wie die rehaVital an meiner Seite zu haben“ erklärte Möller. „Eine Gemeinschaft, die Teil der Lösung war und ist.“ Die Verbundgruppe habe mit der gesamten Branche Lösungen erarbeitet, den Markt gestaltet und sich zudem umfassend in der Politik eingebracht.

 

rehaVital etabliert sich zunehmend auf dem politischen Parkett
Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement sowie maßgeblich mit der politischen Arbeit der rehaVital befasst, zeigte auf, dass die rehaVital sowohl innerhalb der Branche, als auch von Politikern immer häufiger nach ihrer Meinung gefragt wird. „Die rehaVital wird gefragt, zitiert und in die politische Arbeit mit einbezogen“, so Skibbe. Der Verbund mische sich auch in die Gesetzesgestaltung ein, indem er konstruktive Kritik übe und eigene Lösungsvorschläge liefere. Kontinuierliche Stellungnahmen, Positionspapiere und Fachartikel machen immer wieder deutlich, welche Position die rehaVital bezieht. 

 

Die offizielle Berufung von Stefan Skibbe in den Arbeitskreis „Ambulanter Gesundheitsmarkt“ (AKA) des BVMed zeigt, dass die rehaVital als Partner geschätzt wird. Gerade während der Corona-Krise zeigte sich die rehaVital zudem als starker Branchenpartner: Sie gestaltete innerhalb der Taskforce Covid-19 Inhalte maßgeblich mit, trieb Themen voran und bot zudem in einer exklusiven Videokonferenz mit MdB Dr. Kühne ihren Mitgliedern eine Plattform, wichtige Themen des Versorgungsalltags direkt an die Politik heranzutragen.
Dabei betonte Skibbe noch einmal den Branchenzusammenhalt während der Corona-Krise, der innerhalb kürzester Zeit pragmatische Lösungen für alle ermöglicht hat.

 

reviDacon: Neue Online-Plattform ab Juli 2020
Über die Herausforderungen der letzten Monate hat die rehaVital ihre wichtigen Projekte nicht vernachlässigt. Die Online-Plattform reviDacon, mit dem Zentralen Artikelstamm (ZAST), steht kurz vor dem offiziellen Launch und wird ab Juli das digitale Rückgrat der rehaVital bilden. Hohe Sicherheitsstandards, eine tagesaktuelle Datenlage und eine besondere Nutzerfreundlichkeit der Oberfläche, bei der das Feedback der Mitglieder eine große Rolle spielte, werden bereits zum Start garantiert. Auch das Intranet der rehaVital wird zukünftig über die Plattform abgebildet. Zudem wird im zweiten Schritt, in etwa Ende des Jahres, das Krankenkassenmanagement mit einem über reviDacon laufenden, digitalen Vertrags- und Datenmanagement-System den rehaVital-Mitgliedern einen modernen neuen Service bieten. „Die Nutzung von reviDacon ist im Mitgliedsbeitrag der rehaVital enthalten“, erklärt Sellhorn. „Es entstehen für unsere Mitgliedsunternehmen keine zusätzlichen Kosten. Die Mitgliedschaft lohnt sich bei uns auch aufgrund der neuen Lösungen, die wir stetig entwickeln und mit denen wir neue Standards setzen wollen.“ Die Plattform soll zudem zukünftig als Schnittstelle zwischen allen wichtigen Marktteilnehmern - Leistungserbringer, Hersteller und Krankenkassen - dienen und sie miteinander vernetzen. Die bei rehaVital gelisteten Hersteller waren bereits bei der Erstellung des ZAST eingebunden und liefern tagesaktuelle Stammdaten und Preislisten ihrer Produkte. 
 

rehaVital kritisiert BSG-Urteil zur Genehmigungsfiktion von Leistungsanträgen, 05.06.2020

 

Ein am 26.05.2020 vom Bundessozialgericht verkündetes Urteil zur Genehmigungsfiktion von Leistungsanträgen erregte viel Aufsehen. Im Gegensatz zu seiner früheren Rechtsprechung entschied das BSG, dass die Genehmigungsfiktion in § 13 Abs. 3a Satz 6 SGB V dem Versicherten nur eine vorläufige Rechtsposition und keinen eigenständigen Anspruch auf die beantragte Leistung vermittele. Die rehaVital kritisiert das Urteil, das eine Ungleichbehandlung von Patienten fördert, anstatt wie bisher deren Rechte bei der Kostenerstattung zu stärken. Sie sieht die Politik nun in der Pflicht, das Gesetz zur Genehmigungsfiktion entsprechend anzupassen.

 

Mit der Schaffung des § 13 Abs. 3a Satz 6 im Sozialgesetzbuch V wurde die sogenannte Genehmigungsfiktion festgelegt. Diese besagt, dass eine vom Patienten eingereichte Sachleistung als genehmigt gilt, wenn die Krankenkasse nicht innerhalb einer Frist von drei bzw. fünf Wochen auf den Antrag reagiert. Im Gesetz ist für diese Fälle ein Kostenerstattungsanspruch vorgesehen, wenn Patienten eigenständig in Vorfinanzierung gehen. Darüber hinaus waren sich die Gerichte bislang einig, dass die Leistung auch in Form einer Sachleistung in Anspruch genommen werden konnte. Anderenfalls wären Patienten, die finanziell nicht in der Lage sind die Kosten einer Leistung vorzustrecken, erheblich benachteiligt worden. 


Das Urteil des BSG vom 26.05.2020 bedeutet nun leider einen Rückschritt für die Patientenrechte, da sich aus Sicht des Gerichts kein Sachleistungsanspruch aus der Genehmigungsfiktion ergibt. Zwar könne sich der Patient nach Ablauf der Frist, ohne Bescheid der Krankenkasse, seine Leistung weiterhin selbst beschaffen und die geleistete Vorauszahlung von der Kasse einfordern. Jedoch gilt nach Ablauf der Frist nach Antragstellung die Leistung nicht automatisch als bewilligt und muss von der Krankenkasse nicht geleistet werden. Daraus ergibt sich eine Benachteiligung der Patienten, die nicht aus eigenen finanziellen Mitteln die Leistung „vorstrecken“ können. Ergänzend dazu muss der Patient auch noch gutgläubig sein, was bedeutet, dass „er weder Kenntnis noch grob fahrlässige Unkenntnis vom Nichtbestehen des Anspruchs hatte“.  Aus Sicht der rehaVital eröffnet dies den Krankenkassen neue Möglichkeiten, Leistungsanträge einfach auszusitzen und ihrer Leistungspflicht nicht nachzukommen. Sie sieht die schnelle Versorgung der Patienten gefährdet und befürchtet zudem auch Folgeschäden, sowohl im medizinischen als auch im sozialen Bereich, bei wochenlang fehlenden medizinischen Hilfsmitteln.


„Dieses Urteil ist ein harter Schlag für alle Ärzte, Leistungserbringer und Patienten, die doch nur eines wollen: eine schnelle und qualitativ hochwertige Versorgung. Mit diesem Urteil ist der Wille des Gesetzgebers, die Kassen zu einer diesem Ziel angepassten Entscheidungs-geschwindigkeit zu zwingen, völlig ad absurdum geführt worden“, kritisiert Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital Gesundheitsservice GmbH. „Den Kassen ist damit der Druck genommen. Gerade Hilfsmittel können wieder unter ferner liefen geprüft werden, wenn denn mal Zeit dafür ist. Im Zweifel lehnt man einfach erstmal ab, dann ist der Patient nicht mehr gutgläubig“ befürchtet Skibbe weiterhin.

 

Die rehaVital fordert von der Politik ausdrücklich eine entsprechende Nachbesserung in der Gesetzgebung, auf Basis der noch ausstehenden schriftlichen Urteilsbegründung. Es müsse deutlich gemacht werden, dass bei Überschreitung der Bearbeitungsfrist gegenüber den Kostenträgern ein Sachleistungsanspruch entstünde. Eine Benachteiligung von Patienten bei der medizinischen Versorgung durch finanzielle Hürden sei nicht hinnehmbar.


Mit ihrer Meinung steht die rehaVital nicht allein. Auch der Sozialverband  VdK sieht das Urteil als „Blankoscheck für langsames Arbeiten“ der Krankenkassen an und plant, Verfassungsbeschwerde einzulegen.
 

Offener Brief an den Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Karl-Josef Laumann, 14.05.2020

„Coronabonus" auch für weitere Gesundheitsberufe

 

Sehr geehrter Herr Minister Laumann,


wir wenden uns anlässlich Ihrer Stellungnahme zum sogenannten „Coronabonus" für Altenpflegekräfte vom 11.05.2020 auf aerzteblatt.de an Sie.


Die aktuelle Coronapandemie stellt uns alle, insbesondere aber die Beschäftigten des Gesundheitswesens, vor eine nie dagewesene Belastungsprobe. Auch wenn die Zahl der an COVID-19 erkrankten Patienten bislang glücklicher Weise hinter den schlimmsten Befürchtungen zurückgeblieben ist, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsbranche, die tagtäglich in engstem Kontakt am und mit den Patienten arbeiten, permanent mit der Gefahr einer Infektion leben.


Dies betrifft nicht nur die klassischen Pflegekräfte, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsmittelleistungserbringer. Die Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln erfordert umfangreiche Beratungen, Anproben und Körperkontakt. Der empfohlene Mindestabstand muss dabei regelmäßig erheblich unterschritten werden. Die derzeit schwierige Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung und der, im Vergleich zu anderen Leistungssektoren, fehlende finanzielle Ausgleich der damit verbundenen Mehrbelastungen erfordern es, den Patienten, die dringend eine Versorgung zur Behandlung ihrer Krankheit oder zum Ausgleich ihrer Behinderung benötigen, häufig auch ohne ausreichenden Schutz nahe zu kommen.
 

Dieses Risiko nehmen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag in Kauf. Das Wohl der Patienten und eine menschlich zugewandte sowie qualitativ hochwertige Versorgung liegen uns besonders in dieser schweren Zeit am Herzen.


Ergänzend haben viele Hilfsmittelleistungserbringer zu Beginn der Krise wahre Kraftakte vollbracht, um den Krankenhäusern mit zum Teil sehr frühzeitigen Patientenentlassungen freie Kapazitäten zu schaffen. Dies war nur unter erheblichen physischen und psychischen Belastungen möglich, die bis heute anhalten.


Wir begrüßen ausdrücklich, dass die erheblichen Anstrengungen, die seitens der Leistungserbringer vollbracht werden, von der Politik anerkannt und gewürdigt werden. Wir halten es auch für den richtigen Schritt, auf Worte nun Taten folgen zu lassen. Deshalb ist die finanzielle Honorierung der Anstrengungen in der Altenpflege für die dort tätigen Menschen nur konsequent und folgerichtig.


Wir können jedoch nicht nachvollziehen, warum hier ein nur sehr kleiner Teil der Beschäftigten im Gesundheitsbereich in den Genuss einer finanziellen „Wiedergutmachung" durch den Staat für die Entbehrungen und Belastungen während der Corona-Krise kommt. Der Beitrag der Altenpflegerinnen und Altenpfleger in der momentanen Situation ist unbestritten. In Ihrer Stellungnahme betonen Sie, das Personal in der Altenpflege sei während der Pandemie besonderen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt und trage ein erhöhtes Risiko, bei der täglichen Arbeit selbst an COVID-19 zu erkranken. Diese Aussage trifft jedoch ausnahmslos und ohne Abweichung ebenfalls auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsmittelleistungserbringer zu, die täglich bei Hausbesuchen, in Kliniken oder im eigenen Laden genau diesen Belastungen ausgesetzt sind.


Wir appellieren daher an Sie, Ihre Auffassung zu einer Übertragbarkeit des „Coronabonus" auf andere Gesundheitsberufe zu überdenken. Ein Ausschluss der Mitarbeiterinnen und   Mitarbeiter der Hilfsmittelleistungserbringer wird weder deren Relevanz an sich, noch ihrem täglichen Einsatz gerecht. Aus unserer Sicht gibt es keinen anderen Schluss, als ein gleiches Risiko, eine gleiche Belastung und eine gleiche Relevanz auch mit einer gleichen Reaktion, in diesem Fall einem finanziellen Bonus, zu honorieren.


Der Gedanke, dass die Hilfsmittelleistungserbringer ihren Mitarbeitern einen solchen Bonus aus eigenen finanziellen Mitteln leisten sollen, ist dabei illusorisch und komplett abwegig. Die Auswirkungen der Coronapandemie gehen auch an unserer Branche nicht spurlos vorüber. Im Gegenteil: In vielen Bereichen ist es zu drastischen Umsatzrückgängen gekommen. Bereits in den letzten Jahren ist es anlässlich ständig sinkender Vertragskreise mit der gesetzlichen Krankenversicherung bekanntermaßen zu einem Ausbluten des Mittelstandes in dieser Branche gekommen. Die jetzigen Einschränkungen schnüren unserer Branche somit vollends die Luft ab, so dass wir auch an dieser Stelle dringend staatliche Unterstützung benötigen.
 

Im Sinne unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch im Interesse der von uns versorgten Patientinnen und Patienten, bitten wir um Ihr Gehör und Ihre Fürsprache in dieser Sache! Gern erläutern wir Ihnen auch in einem persönlichen Gespräch via Videokonferenz die besonderen Herausforderungen der Hilfsmittelversorgung ein wenig näher.


Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung und einen offenen Austausch zum Thema.
 

Mit freundlichen Grüßen

 

Jens Sellhorn, Geschäftsführer

 

Detlef Möller, Aufsichtsratsvorsitzender

Corona-Krise: rehaVital fordert Sonderprämie auch für Mitarbeiter der medizinischen Hilfsmittelbranche, 08.05.2020

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH lobt ausdrücklich die vom Kabinett im 2. Gesetz zum Schutz der Bevölkerung wegen Epidemie-Lage beschlossene Corona-Sonderprämie für Pflegekräfte. Gleichzeitig fordert sie eine solche Prämie auch für die Mitarbeiter der medizinischen Hilfsmittelbranche ein. Diese stützen seit Beginn der Corona-Krise mit ihrem Engagement maßgeblich das Gesundheitssystem, indem sie die Krankenhäuser entlasten und Risikogruppen betreuen. Zudem befinden sie sich bei der ambulanten Versorgung ebenfalls im engen Kontakt mit Patienten.

 

„Wir begrüßen die Sonderprämie für Pflegekräfte sehr“, betont Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital. „Gerade diese Berufsgruppe wird während der Corona-Epidemie stark belastet und leistet seit Wochen wirklich Großartiges. Dieses starke Engagement zu honorieren ist ein wichtiges Signal.“

 

Gleichzeitig verweist Skibbe auf die wichtige Rolle, die auch die Beschäftigten der medizinischen Hilfsmittelbranche bei der Bewältigung der Corona-Krise und insbesondere bei der medizinischen Versorgung von Corona-Risikogruppen spielen. Viele Angestellte der Sanitätsfachgeschäfte und Gesundheitsbetriebe befinden sich, wie die Pflegekräfte, im engen Kontakt mit Patienten. Sie kümmern sich in der ambulanten Patientenversorgung täglich z.B. um Beatmungs- oder Stoma-Patienten und sind in der Wundversorgung tätig. Hinzu kommt die Beratungstätigkeit der Sanitätshausmitarbeiter und Außendienstler. Sie gewährleisten weiterhin, unter den erschwerten Bedingungen der verschärften Hygienevorschriften, eine flächendeckende und einfühlsame Patientenbetreuung.

 

In den vergangenen Wochen wurde die rehaVital nicht müde, immer wieder auf die Relevanz der Hilfsmittelleistungserbringer für das Gesundheitssystem im Angesicht der Krise zu verweisen und die Politik aufzufordern, ihnen die gleiche Unterstützung zu geben, wie allen anderen Teilnehmern der Gesundheitsbranche. Der Beschluss einer Sonderprämie für Mitarbeiter der medizinischen Hilfsmittelbranche ist nun die beste Gelegenheit, um endlich ein entsprechendes, positives Signal zu senden. Parallel zur Verteilung der Prämie für Pflegekräfte aus der Pflegeversicherung schlägt die rehaVital vor, eine Sonderprämie für die Mitarbeiter der Hilfsmittelbranche von den Gesetzlichen Krankenkassen auszahlen zu lassen, die diese in einem zweiten Schritt vom Bund zurückerhalten.

 

„Wir fordern von der deutschen Politik, dass sie auch den unermüdlichen Einsatz unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen öffentlich wertschätzt. Sie sorgen tagtäglich dafür, dass die Patientenversorgung aufrechterhalten werden kann,“ bekräftigt Stefan Skibbe.
Die in den Kliniken dringend benötigten Ressourcen zur Bewältigung der Corona-Krise konnten in weiten Teilen dadurch geschaffen werden, dass die Hilfsmittelleistungserbringer engagiert und zügig die ambulante Versorgung der im Rahmen der Krise entlassenen Patienten übernommen haben. Diese, zum Teil unter erschwerten Bedingungen durchgeführte, Leistung hat vom Personal der Hilfsmittelleistungserbringer enorme physische und psychische Anstrengungen abverlangt. Eine Belastung, die unbedingt von Seiten des Staates honoriert werden muss.

 

Die bisherige fehlende Berücksichtigung der Hilfsmittelleistungserbringer bei Unterstützungsmaßnahmen der Politik, die Knappheit von Schutzausrüstung, stockende Lieferketten, völlig überteuerte Produkte im Bereich Homecare, wie z.B. Desinfektionsmittel, sowie verunsicherte Patienten hatten die medizinische Hilfsmittelbranche in den letzten Wochen vor besondere Herausforderungen im Versorgungsalltag gestellt, die sie bisher aus eigener Kraft bewältigt hat. Einen großen Anteil am Gelingen hatten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der einzelnen Leistungserbringer.

 

Corona-Krise: rehaVital beschafft Mitgliedsbetrieben dringend benötigte Schutzausrüstung, 27.04.2020

 

Medizinische Schutzausrüstung, insbesondere Atemschutzmasken (ob einfacher Mundschutz oder FFP2-Atemmasken), sind in Gesundheitsbetrieben derzeit Mangelware. Hilfsmittelleistungserbringer, wie z.B. Sanitätshäuser, stehen zudem vor dem Problem, dass sie, im Gegensatz zu Ärzten und Krankenhäusern, nicht von der zentralen Beschaffung der Bundesregierung profitieren. Deshalb hat die rehaVital Gesundheitsservice GmbH autark ein Kontingent an Atemschutzmasken beschafft, mit dem sie ihre Mitgliedsunternehmen versorgt.

 

Geeignete Schutzausrüstung wird auch von den Hilfsmittelleistungserbringern in allen Bundesländern derzeit dringend benötigt, um weiter mit Patienten in direktem Kontakt stehen zu können, ohne sich oder den Patienten zu gefährden. Fehlt die entsprechende Schutzausrüstung, könnten die Sanitätshausmitarbeiter Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nicht mehr zur Patientenversorgung betreten. Oder Patienten könnten nicht aus der Klinik entlassen werden, weil die wohnortnahe Versorgung nicht sichergestellt ist. Beides hätte eine zunehmende Belastung der Krankenhäuser zur Folge. Eine flächendeckende Patientenversorgung wäre so ebenfalls nicht mehr gewährleistet.

 

„Leider gehören wir nicht zu den Gesundheitsinstitutionen, die an der zentralen Beschaffung von Schutzausrüstung durch den Bund teilhaben können“, erklärt Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Natürlich gehören Ärzte und besonders Krankenhäuser zu denen, die an erster Stelle stehen, wenn es an die Verteilung geht. Unsere Mitgliedsbetriebe stehen dadurch aber schon seit Wochen vor dem riesigen Problem, dass sie nicht wissen, wie sie ihre Patientenversorgung aufrechterhalten sollen, wenn Atemschutz und Desinfektionsmittel immer knapper werden und keine Aussicht auf Nachlieferung besteht.“

 

Die rehaVital beschloss deshalb vor einigen Wochen, selbst tätig zu werden und eine große Menge an Atemschutzmasken für die eigenen Mitgliedsunternehmen aus dem Ausland zu beschaffen. In Zeiten der Corona-Krise stellte dies eine große Herausforderung für das zentrale Beschaffungsmanagement der Verbundgruppe dar, die aber am Ende von Erfolg gekrönt war. Bis zum 24.04.2020 wurden insgesamt 200.000  Atemschutz- sowie 150.000 Mundschutzmasken bei der rehaVital in Hamburg angeliefert, die jetzt zentral organisiert an die Mitglieder in ganz Deutschland verteilt werden.

 

„Wir freuen uns sehr, dass wir unseren Mitgliedern Akuthilfe in diesen besonderen Zeiten leisten können. Die Beschaffung war nicht einfach und auch langwierig. Der Erfolg macht die Anstrengungen aber wieder wett“, fasst Frank Strobel, stellvertretender Bereichsleiter Beschaffungsmanagement der rehaVital, zusammen. Er kritisiert allerdings, dass auf die Ware noch zusätzliche Zollgebühren entfielen. Eine Zollbefreiung betrifft medizinische Schutzausrüstung in der Corona-Krise nur, wenn diese von staatlichen Institutionen zur nicht-gewerblichen Distribution importiert werden. Die rehaVital wird somit als gewerblicher Importeur behandelt und muss auch die damit verbundene Zollgebühr entrichten. „Es ist natürlich ärgerlich, dass wir zum einen nicht vom BMG bei der Verteilung von Schutzausrüstung eingebunden werden und zum anderen nun auch noch Gebühren zahlen müssen, obwohl wir die Masken ja nur zum Schutz unserer Mitarbeiter und der Patienten verwenden“, konstatiert Strobel. „Allerdings nehmen wir diese Zusatzkosten lieber in Kauf, bevor unsere Mitglieder ganz ohne Atemschutz dastehen. Wir prüfen aber derzeit, ob wir die erhobenen Gebühren auf politischer Ebene anfechten können.“

 

Insgesamt wertet die rehaVital die Beschaffung als wesentlichen Erfolg in dieser schwierigen Situation und freut sich, dass ihre Mitgliedsbetriebe vorerst weiter in der Lage sind, die Patientenversorgung in ihren Regionen sicherzustellen.

 

„In der aktuellen Situation benötigen wir den Mund- und Nasenschutz dringend“, betont Philipp Joos, Leiter Zentraleinkauf des rehaVital-Mitglieds Schaub KG in Freiburg. „Einerseits, um die Hilfsmittel-Versorgungen weiterhin unter Berücksichtigung des „bestmöglichen Schutzes“ für unsere Kunden sowie Mitarbeiter zu gewährleisten und andererseits, um das Übertragungsrisiko so weit wie nur möglich zu reduzieren. Die Lieferung der Masken hilft uns deshalb in dieser akuten Phase der Epidemie wirklich weiter.“

Corona-Krise: rehaVital begrüßt hilfsmittelpolitische Forderungen von Dr. Roy Kühne, 24.04.2020

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH begrüßt ausdrücklich ein Papier des MdB Dr. Roy Kühne, in dem er sich für eine Sicherung der Hilfsmittel- und Homecare-Versorgung in Zeiten der Corona-Krise ausspricht und Schutzmaßnahmen für Hilfsmittelleistungserbringer fordert. Bereits Anfang April 2020 wies die rehaVital in einer Pressemeldung darauf hin, dass die Hilfsmittelleistungserbringer bei den Maßnahmen zur Corona-Krisenbewältigung von der Politik übersehen werden und damit die Aufrechterhaltung der ambulanten Patientenversorgung erschwert wird. Umso wichtiger ist für die Verbundgruppe nun die Unterstützung durch Herrn Kühne.

 

In seinem Papier setzt sich der Bundestagsabgeordnete Kühne für die Leistungserbringer der medizinischen Hilfsmittelbranche ein und zeigt die Wichtigkeit einer gewährleisteten flächendeckenden Patientenversorgung auf. Um diese nicht zu gefährden, fordert Dr. Kühne unter anderem die Einrichtung eines Schutzschirms für Leistungserbringer, Maßnahmen zur flächendeckenden Gewährleistung der Versorgung, Schutz vor Beschlagnahmungen bei Hilfsmittelleistungserbringern, die Nutzbarkeit digitaler Möglichkeiten sowie Lösungen zur Sicherstellung der Versorgung chronischer Wunden.

 

„Wir freuen uns sehr, in Dr. Roy Kühne einen Fürsprecher unserer Branche zu haben. Insbesondere, dass er benennt, dass unsere Leistungserbringer zwar für die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems sehr wichtig sind, sie aber gleichzeitig von der Bundespolitik bei entsprechenden Corona-Unterstützungsmaßnahmen übersehen werden, ist für uns sehr begrüßenswert“, betont Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Wenn wir als Verbundgruppe auf fehlende Schutzmaßnahmen für unsere Mitglieder und drohende Beschlagnahmungen von Beatmungsgeräten hinweisen, ist das natürlich ein wichtiger erster Schritt. Wenn dies aber von einem Bundespolitiker offiziell aufgegriffen wird, hat das noch einmal eine ganz andere Wirkung.“

 

Die rehaVital hatte bereits Ende März/Anfang April in zwei Pressemeldungen kritisiert, dass zum einen im bayerischen Infektionsschutzgesetz vom 25.03.2020 Beschlagnahmungen von Beatmungsgeräten möglich gemacht wurden und zum anderen Sanitätshäuser zwar als systemrelevant eingestuft, aber nicht mit den auf Bundesebene beschlossenen Schutzmaßnahmen für Gesundheitsbetriebe unterstützt wurden.

 

MPEUAnpG beschlossen: rehaVital begrüßt zugehörigen Entschließungsantrag des Bundesrats,03.04.2020

 

Am 27.03.2020 stimmte der Bundesrat dem Medizinprodukte-Anpassungs-Gesetz (MPEUAnpG) zu, das primär die Medical Device Regulation (MDR) auf nationaler Ebene ergänzen und detaillieren soll. Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH hatte im Vorfeld unter anderem das darin festgeschriebene Schiedsverfahren zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen kritisiert und auch ein entsprechendes Positionspapier an politische Entscheider versendet. Umso mehr begrüßt die Verbundgruppe, dass der Bundesrat nun auf Initiative der bayerischen Landesregierung einen Entschließungsantrag gestellt hat, eben dieses Schiedsverfahren wieder aus dem MPEUAnpG zu streichen.


Die Einrichtung eines Schiedsverfahrens sieht vor, im Falle einer fehlenden Einigung zwischen Kasse und Leistungserbringer innerhalb von drei Monaten regulierend einzugreifen. Die rehaVital befürchtete unter anderem, Krankenkassen könnten sich zukünftig nicht mehr auf Verhandlungen einlassen und stattdessen versuchen, ihre Vertragsinhalte sofort mit Hilfe eines Schiedsverfahrens durchzusetzen.


Der Bundesrat greift nun in seinem Entschließungsantrag, auf Initiative der bayerischen Landesregierung, viele Argumente der rehaVital auf, um die Streichung des Passus zum Schiedsverfahren zu begründen. Unter anderem verweist er auf die durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) erst erfolgte Stärkung des Beitrittswesens im Hilfsmittel-Bereich, die durch Schiedsverfahren gefährdet würde.  „Wir begrüßen ausdrücklich den Entschließungsantrag des Bundesrats“, betont Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital. „Wenn schon nicht im Kabinett, so ist davon auszugehen, dass unsere Auffassung und unsere Argumente wenigstens auf Landesebene gehört und ernst genommen wurden.“


Mit einem Entschließungsantrag kann der Bundesrat seine Meinung zu einem Gesetz flankierend zur Zustimmung zu dem Gesetz erklären und Ergänzungen oder Änderungen verlangen. Rechtsverbindlich ist dies für die Bundesregierung jedoch nicht. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Bundesregierung diesem Antrag und seinen Argumenten folgt.

 

Corona-Krise: rehaVital fordert mehr Unterstützung der Hilfsmittel-Leistungserbringer durch Politik ein, 01.04.2020

 

Bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Corona-Epidemie wurden die deutschen Hilfsmittel-Leistungserbringer von der Bundespolitik als systemrelevant eingestuft. So sollte es ihnen weiterhin möglich sein, die flächendeckende Versorgung von Patienten, die oftmals eindeutig zur Corona-Risikogruppe gehören, in Pflegeheimen und dem eigenen Zuhause sicherzustellen. Jedoch kritisiert die rehaVital Gesundheitsservice GmbH mittlerweile, dass die Leistungserbringer bei den Maßnahmen zur Krisenbewältigung im Gesundheitssektor immer wieder übersehen werden und die Aufrechterhaltung der ambulanten Patientenversorgung damit unnötig erschwert wird.

 

Über 70.000 Mitarbeiter deutscher Hilfsmittelleistungserbringer, z.B. Sanitätshäuser, Medizin- und Orthopädietechniker sowie Homecare-Unternehmen, führen jährlich mehrere Millionen Versorgungen von meist multimorbiden Patienten durch – die Hochrisikogruppe in Zeiten der Corona-Epidemie. Diese Patienten sind auf eine kontinuierliche ambulante Versorgung angewiesen, ob in Pflegeeinrichtungen oder im eigenen Zuhause. Die Hilfsmittelleistungserbringer sorgen mit ihren Dienstleistungen nicht nur dafür, dass diese Patienten ambulant, statt im Krankenhaus, betreut werden können. Mit den geeigneten Hilfsmitteln können Krankheiten therapeutisch verbessert oder das Neuauftreten von Folgeerkrankungen vermieden werden. Die Leistungserbringer sind also ein sehr wichtiger, nicht zu unterschätzender Baustein für die Stabilität unseres Gesundheitssystems. Sie leisten einen essentiellen Beitrag zur Wahrung und Verbesserung der Gesundheit in der Bevölkerung. Der stationäre Bereich der Krankenhäuser wird entlastet und Patienten sind allgemein besser versorgt.

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH, eine der führenden Verbundgruppen im medizinischen Hilfsmittelbereich, sieht in Zusammenhang mit der Corona-Epidemie nun aber diese flächendeckende Patientenversorgung, und damit auch die Entlastung der Kliniken, bedroht. Sie sieht im Besonderen drei Problemfelder und fordert die Politik hier zum Handeln auf. Die Leistungserbringer des medizinischen Hilfsmittelbereichs sollten als Teil des Gesundheitssystems auch vollständig an dessen gesonderten Hilferegelungen teilhaben, anstatt wie bisher zwischen den Stühlen zu sitzen. „Einerseits sollen unsere Mitgliedshäuser weiter versorgen und alles möglich machen. Andererseits müssen sie mit Engpässen und Einschränkungen umgehen, wie der reguläre Einzelhandel. Das passt nicht zusammen“, moniert Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital.

 

Weniger Versorgungen durch eingeschränkte OP-Aktivitäten
Während Krankenhäuser darüber klagen, dass ihnen wichtige Einnahmen durch die Absage von elektiven Operationen, wie z.B. Knie-OPs, verloren gehen, geht es den Leistungserbringern nicht anders. Aus diesen abgesagten medizinischen Eingriffen würden Versorgungen von Patienten, z.B. mit Reha-Hilfsmitteln, resultieren. So kommt es zu eklatanten Mindereinnahmen. Schätzungsweise bereits die Hälfte der Leistungserbringer planen Kurzarbeit anzumelden, oder haben dies schon getan, um den Verlusten entgegen zu wirken. Die Folge dessen ist wiederum eine akute Gefährdung der wohnortnahen und kurzfristigen Patientenversorgung, die gerade in Zeiten von Covid-19 so wichtig ist. rehaVital fordert, die Hilfsmittelleistungserbringer als wichtigen Leistungssektor im Gesundheitssystem endlich ernst zu nehmen und ihnen einen Ausgleich für Einnahmeausfälle zu gewähren, wie es bei Ärzten und Krankenhäusern der Fall ist.

 

Versorgungsengpässe durch Lieferschwierigkeiten und hohe Nachfrage
Die Aufrechterhaltung der Lieferketten ist zurzeit sehr schwierig. Auch wenn bspw. China die Produktion wieder hochfährt, ist wiederum der Lieferverkehr zwischen EU-Ländern stark eingeschränkt. So wird es noch einige Zeit dauern, bis alle Lieferanten von Hilfsmitteln ihre Produkte schnell und zuverlässig liefern können. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach bestimmten Hilfsmitteln, wie Beatmungsgeräten oder Sauerstoffkonzentratoren, aber auch Windeln, Desinfektionsmitteln oder Kathetern, die schwer oder teilweise gar nicht mehr verfügbar sind. Enorme Preissteigerungen verschärfen die Situation noch zusätzlich. Auch unabhängig von schwer erkrankten Corona-Patienten ist die ambulante Versorgung selbst von regulären Patienten mittelfristig gefährdet. Eine zusätzliche Belastung der Krankenhäuser wäre die Folge.
rehaVital fordert von der Politik, dass die ambulante Hilfsmittelversorgung geschützt und als Bestandteil der gesamten Versorgungskette gesehen werden muss. Es darf hier keine Benachteiligung gegenüber Ärzten oder Krankenhäusern geben. Im Gegenteil: Eine Gleichbehandlung bedeutet ein Erhalten des Gleichgewichts zwischen den einzelnen Gesundheitsbereichen. Eine Benachteiligung der Leistungserbringer würde wiederum die Belastung der anderen bedeuten.

 

Keine Unterstützung bei Beschaffung von Schutzausrüstung
Während Krankenhäuser von der Bundespolitik bei der Beschaffung von Schutzausrüstung, wie FFP 2-Masken, Desinfektionsmittel etc. unterstützt werden, müssen sich die Leistungserbringer des medizinischen Hilfsmittelbereichs völlig autark darum kümmern, an entsprechende Produkte zu gelangen. Da sie jeden Tag im persönlichen Kontakt mit Patienten arbeiten und auch Hilfsmittel zur Wiederverwendung mit Desinfektionsmittel aufbereiten müssen, ist eine entsprechende regelmäßige Ausstattung mit Schutzprodukten jedoch unerlässlich, um die Versorgung aufrechterhalten zu können. Entweder sind Produkte gar nicht mehr lieferbar, oder nur zu völlig überhöhten Preisen und in kleinen Mengen, die für den Alltag nicht ausreichen. Die rehaVital fordert deshalb die Beteiligung der Hilfsmittelleistungserbringer an der Distributionskette der Bundespolitik und die Unterstützung durch einen Aufschlag für Schutzkleidung, wie Krankenhäuser sie ebenfalls erhalten. Auch hier sollte das Prinzip der Gleichbehandlung gelten.

 

Die rehaVital betont, dass diese Forderungen dazu dienen, die flächendeckende, wohnortnahe und ausreichende Versorgung der Patienten mit benötigten Hilfsmitteln aufrecht zu erhalten, die Krankenhäuser durch ambulante Betreuung der regulären Patienten zu entlasten und damit die Stabilität innerhalb des Gesundheitssystems zu unterstützen. „Es ist dringend an der Zeit, dass die Entscheider auf politischer Ebene realisieren, dass die Unternehmen des medizinischen Hilfsmittelbereichs nicht vernachlässigt werden sollten, sondern genau so in alle Entscheidungsprozesse einbezogen werden sollten, wie alle anderen Gesundheitsunternehmen“, bekräftigt Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Sie sind ein wichtiges Glied in der medizinischen Versorgungskette, das für deren Aufrechterhaltung unbedingt unterstützt werden muss.“ rehaVital steht derzeit im Austausch mit mehreren Abgeordneten aus der Bundespolitik, um ihre Kritik zu platzieren und über Lösungsansätze zu diskutieren.

Corona-Krise: Aktuellen Beatmungspatienten droht Versorgungsengpass durch Beschlagnahmung, 31.03.2020

Bayerischer Landtag verabschiedet Infektionsschutzgesetz mit Beschlagnahmungsmöglichkeiten

 

Die medizinische Hilfsmittelbranche, insbesondere die Homecare-Provider und Medizintechnikunternehmen, sind alarmiert. Am 25.03.2020 verabschiedete der Bayerische Landtag ein auf die Corona-Krise angepasstes Infektionsschutzgesetz, das die Möglichkeit einer staatlichen Beschlagnahmung von medizinischem und pflegerischem Material, wie etwa Beatmungsgeräten und Schutzkleidung, vorsieht. Die Homecare-Leistungserbringer befürchten nun die Beschlagnahmung von Beatmungsgeräten, die für die dauerhafte Versorgung von lungenkranken Patienten in Pflegeeinrichtungen oder in der eigenen Häuslichkeit unerlässlich sind.

 

Die Leistungserbringer medizinischer Hilfsmittel wurden offiziell als systemrelevant eingestuft. Dennoch wird ihre Bedeutung in der medizinischen Ausnahmesituation der Corona-Epidemie derzeit häufig übersehen, obwohl sie bei der Aufrechterhaltung eines funktionierenden Gesundheitssystems ein wesentlicher Rettungsanker sind. Nicht nur erhalten die Leistungserbringer vom Staat, anders als Kliniken und Einrichtungen, keine Kontingente an dringend benötigter Schutzausrüstung für hochsensible Patientenversorgungen, sondern es droht nun auch eine Beschlagnahme von bereits an aktuell erkrankten Patienten eingesetzten Geräten.

 

Durch die kompetente Versorgung von Hilfsmittelleistungserbringern können Patienten schneller aus dem Krankenhaus entlassen werden, Operationen verhindert oder zumindest hinausgezögert werden oder sichergestellt werden, dass Patienten erst gar nicht ins Krankenhaus müssen, indem z. B. Infektionen durch Kompressionstherapie verhindert werden. Diese Entlastung der Krankenhäuser durch die Arbeit der Leistungserbringer sieht die rehaVital durch die Möglichkeit von Materialbeschlagnahmung ernsthaft gefährdet.

 

Bisher werden die Hilfsmittelversorger, die eng mit Kliniken und der Pflege zusammenarbeiten, trotz ihrer Systemrelevanz nicht in Notfallplanungen einbezogen, was die Versorgungssicherheit der Patienten gefährdet. Umso sorgenvoller werden nun die Beschlagnahmungsmöglichkeiten von Beatmungsgeräten durch das gerade verabschiedete bayerische Infektionsschutzgesetz gesehen.

Im Homecare- und Medizintechnik-Bereich werden beispielsweise bundesweit ca. 85.000  chronisch lungenkranke Patienten dauerhaft ambulant mit individuell eingestellten Beatmungsgeräten versorgt und müssen somit nicht in Krankenhäusern versorgt werden.

 

„Selbstverständlich vermieten wir bereits seit Jahren Beatmungsgeräte an Kliniken“, erklärt der Geschäftsführer eines rehaVital-Mitgliedsunternehmens mit Sitz in Bayern. „Die derzeit vermehrten Anfragen der Kliniken können wir aber leider nicht vollumfänglich bedienen, da diese Mengen an Beatmungsgeräten und Zubehör auf dem Markt nicht vorhanden sind.

 

Wir tragen schon immer eine große Verantwortung, dass bereits beatmete Menschen in der außerklinischen Intensivversorgung mit funktionierenden lebenserhaltenden Beatmungsgeräten und Zubehör ausgestattet sind. Hierzu zählen auch Ersatzgeräte, um für diese Patienten einen 24-Stunden-Notdienst sicherzustellen. Wenn dies nicht mehr möglich wäre, müssten diese Patienten zurück in eine Klinik und würden dort Intensivbetten in Anspruch nehmen! Zudem muss auch für die zahlreich vermieteten Klinikgeräte Ersatz vorhanden sein.

 

Weiterhin wird im Moment vergessen, dass täglich auch neue Patienten mit Bedarf an einer Versorgung mit lebenserhaltenden Medizinprodukten entlassen werden; diese Versorgungen kann man nicht verschieben wie z.B. eine Knieoperation. Diesen komplexen Herausforderungen können wir uns als systemrelevante Unternehmen nicht mit leeren Regalen stellen.“

 

Die rehaVital gibt zu bedenken, dass die Möglichkeit der Beschlagnahmung von Beatmungsgeräten vom Freistaat Bayern möglichst nicht ohne Absprache mit den betroffenen Leistungserbringern erfolgen sollte. Denn würden zur Versorgung benötigte Geräte beschlagnahmt, bräche durch den Versorgungsengpass die Betreuung von Risikopatienten im eigenen Zuhause zusammen. Die Folge wäre die Einlieferung vieler Patienten in Krankenhäuser, die dadurch noch mehr belastet würden, anstatt sie, wie eigentlich geplant, zu entlasten. „Die Homecare-Provider sorgen schon jetzt mit einer hohen Versorgungszahl in der ambulanten Pflege für eine Entlastung der Krankenhäuser“, betont Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Als wichtiger Stützpfeiler des Gesundheitssystems müssen sie, gerade in diesen besonderen Krisenzeiten, entsprechend unterstützt und nicht behindert werden. Die Politik sollte hier ihren Blick öffnen und die Versorgungssituation als Ganzes sehen, in der die medizinischen Hilfsmittel-Leistungserbringer ein wichtiges Glied sind.“

 

Die rehaVital fordert deshalb die Politik dazu auf, von einer pauschalen Beschlagnahmung von Beatmungsgeräten bei Leistungserbringern des medizinischen Hilfsmittelbereichs abzusehen. Dies gelte vor allem auch, sollte die Bundesregierung ebenfalls über einen Beschluss zur Materialbeschlagnahmung nachdenken. Die Versorgung aller Patienten, sowohl der bestehenden Beatmungspatienten, als auch der intensiv zu betreuenden Corona-Patienten sei sonst in Zukunft stark gefährdet. Eine rechtliche Prüfung des Gesetzestextes durch die rehaVital ergab zudem, dass seitens der zuständigen Behörden gar keine Berechtigung dazu besteht, solche Produkte zu beschlagnahmen, die von Patienten im Eigenbedarf bzw. in Pflegeeinrichtungen, oder von Leistungserbringern  zur Versorgung bestimmter Patienten als Ersatz vorgehalten werden. Von dem bayerischen Infektionsschutzgesetz betroffene Mitgliedsunternehmen werden von der rehaVital entsprechend mit einem Musteranschreiben vorsorglich unterstützt. Darüber hinaus bieten die rehaVital und ihre Mitgliedsunternehmen der bayerischen Landespolitik an, gemeinsam in den Dialog zu gehen und zu überlegen, wie die Hilfsmittelleistungserbringer sinnvoll die Versorgung von Corona-Patienten unterstützen können.

Corona-Krise: Deutsche Sanitätshäuser bleiben weiterhin geöffnet, 18.03.2020

Bundesweite Leitlinie stellt flächendeckende Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln sicher

 

In Zeiten der besonderen Herausforderung durch die Corona-Epidemie arbeitet die Bundesregierung mit den jeweiligen Ministerpräsidenten aller Bundesländer zusammen und hat am 16.03.2020 eine gemeinsame Leitlinie bzgl. der bundesweiten Regelung sozialer Kontakte im öffentlichen Leben veröffentlicht. Darin geht es auch darum, welche Geschäfte für die Grundversorgung der Bevölkerung relevant und deshalb weiterhin geöffnet sind. Hierzu zählen auch Sanitätshäuser und orthopädietechnische Betriebe. Sie stehen weiterhin für die Bevölkerung offen.

 

Sanitätshäuser und orthopädietechnische Werkstätten tragen in Zeiten der Gefahr der Corona (COVID-19) Epidemie eine besondere Verantwortung. Mehr als 4.500 Betriebe in Deutschland sichern die Versorgung von Patienten mit Hilfsmitteln - darunter auch die häusliche Sauerstoff-Versorgung. Hinzu kommt, dass ein funktionierendes Entlassungsmanagement aus den Kliniken (so wie es der Pandemieplan des Robert-Koch-Institut fordert), Wundversorgung sowie prä- bzw. postoperative Versorgungen mit Hilfsmitteln in Zeiten, in denen die Kliniken sich konkret auf die Epidemie von Infizierten mit dem COVID-19 Virus einstellen, besonderes Augenmerk verdienen.

 

Die führenden Verbände der Hilfsmittelversorgung haben eine Task-Force COVID-19 gegründet, die das Ziel verfolgt, auch während der Corona-Krise die flächendeckende Patientenversorgung in allen deutschen Regionen zu sichern. Die Task Force COVID-19 begrüßt die Entscheidung ausdrücklich. "Gerade jetzt sind unsere Häuser gefragt! Unsere Mitarbeiter zählen zu medizinischem Personal, das eng mit Kliniken zusammenarbeitet und zum Beispiel die Versorgung von Risikopatienten mit Beatmungsgeräten und anderen respiratorischen Hilfsmitteln verantworten. In Zeiten, in denen sich Krankenhäuser konkret auf eine Epidemie vorbereiten, müssen Patienten wohnortnah und häuslich sicher versorgt sein", so Alf Reuter, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik und Mitglied der Task-Force COVID-19.

 

Über die Task-Force COVID-19:

 

In der Task-Force COVID-19 haben sich folgende Verbände zusammengeschlossen: Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, Egroh eG, Nowecor, Reha-Service-Ring, rehaVital Gesundheitsservice GmbH, Verband Versorgungsqualität Verband Versorgungsqualität Homecare e.V., Sanitätshaus Aktuell AG und der Zentralverband Orthopädieschuhtechnik. Gemeinsam vertreten sie Leistungserbringer in Deutschland, die in mehr als 4.500 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) arbeiten und mehr als 30 Millionen wohnortnahe und qualitätsgesicherte Patientenversorgungen pro Jahr verantworten.

Regionalversammlungen 2020: Mitglieder bestätigen aktuellen Kurs der rehaVital, 21.02.2020

 

Die Bereichsleiter der rehaVital Gesundheitsservice GmbH und ihr Geschäftsführer Jens Sellhorn nutzten zum Jahresanfang die Regionalversammlungen in fünf deutschen Städten, um mit den Geschäftsführern und Entscheidern der Mitgliedsbetriebe in den Dialog zu gehen. Vor insgesamt über 100 Teilnehmern ging es nicht nur um den Rückblick auf das Jahr 2019, und ein Plus bei den damit verbundenen vorläufigen Jahreszahlen, sondern auch um den Ausblick auf in 2020 anstehende Projekte der Verbundgruppe.

 

Jens Sellhorn stellte den rehaVital-Mitgliedern eine erste Hochrechnung des Einkaufsvolumens 2019 vor. Hier kann die rehaVital ein deutliches Plus von 8% verzeichnen – von 372 Mio. € in 2018 auf nun 402 Mio. €. „Besonders freut uns, dass wir neben dem Einkaufsvolumen auch die Gruppenbonusquote auf hohem Niveau erneut steigern konnten“, betont Sellhorn. In allen Warenbereichen konnte die rehaVital 2019 ein Wachstum vorweisen. Der Bereich der Orthopädietechnik lag dabei mit 12 % an der Spitze, dicht gefolgt vom Rehabereich mit 10%. Die Bereiche SAN und Medizintechnik konnten ein Plus von 8% verbuchen, der hart umkämpfte Homecare-Bereich wuchs immerhin um 2%.

 

Nicht nur auf Zahlenebene ist die rehaVital auf einem guten Kurs. Auch eine gesteigerte Sichtbarkeit im Markt und die Wahrnehmung der rehaVital als Thementreiber, eines der großen Ziele für 2019, zeigt die überaus positive Entwicklung der Verbundgruppe. So konnte das ehemalige rehaVital-Mitglied Wilhelm Luttermann GmbH & Co. KG zurückgewonnen werden. Auch über die deutschen Grenzen hinaus ist die rehaVital mittlerweile aktiv und hat als erstes österreichisches Unternehmen die Tappe Gruppe, zu der die Tappe GmbH, Kostner GmbH sowie Danner GmbH gehören, aufgenommen.

 

Im Bereich der politischen Positionierung engagiert sich die rehaVital verstärkt in Berlin und hat sich kontinuierlich ein Netzwerk zu Gesundheitspolitikern aufgebaut, um aktuell wichtige Themen, wie z.B. die Teilhabe der Hilfsmittel-Leistungserbringer am eRezept, mitzugestalten. Pressemitteilungen und Positionspapiere zu geplanten Gesetzesentwürfen sollen zukünftig noch stärker in die Öffentlichkeit und den politischen Betrieb eingebracht werden. „Auf dem politischen Parkett haben wir signifikant an Sichtbarkeit gewonnen“ bewertet Patrick Grunau, Fachbereichsleiter Unternehmenskommunikation und Marketing. „Auch persönliche Kontakte für eine engere thematische Zusammenarbeit konnten wir knüpfen, z.B. mit Dr. Roy Kühne. Gemeinsam können wir noch besser die Belange unserer Mitglieder vorantreiben. Ein besonderer Erfolg ist für uns, dass wir mittlerweile auch aktiv von Politikern nach unserer Meinung gefragt werden. Das zeigt, dass unsere Stimme nicht nur im Markt, sondern auch auf politischer Ebene Gewicht hat.“

 

Im Krankenkassenmanagement hatte die rehaVital im vergangenen Jahr vor allem die Herausforderung der Vertragsneuverhandlungen nach Ausschreibungsende zu bewältigen. In den Verhandlungen mit den Krankenkassen sieht sie sich aber immer wieder gezwungen, im Interesse ihrer Mitglieder Verhandlungen abzubrechen oder auch rechtliche Schritte einzuleiten. „Uns ist wichtig, dass die verhandelten Preise eine gute Versorgungsqualität der Patienten gewährleisten. Zudem verhandeln wir ja im Namen unserer Mitglieder und vertreten deren Interessen“ erklärt Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement. „Leider ist es in einigen Fällen unmöglich, dabei mit den Krankenkassen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Dann müssen wir entsprechende Konsequenzen ziehen.“

 

Im Bereich der Digitalisierung ist die rehaVital stolz, in die heiße Phase der Entwicklung ihres zentralen Artikelstammdatensystems (kurz ZAST) eintreten zu können. Eine Liveschaltung des Systems soll bereits zur Gesellschafterversammlung Ende Juni 2020 erfolgen. Sowohl Mitglieder als auch Lieferantenpartner werden von der neuen digitalen Plattform durch tagesaktuelle Preis- und Konditionsangaben sowie schnellen, zentralen Bestellmöglichkeiten profitieren. Die Plattform soll sukzessive um weitere Dienstleistungen erweitert und unter dem neuen Markennamen reviDacon (kurz für rehaVital Data Connect) zusammengefasst werden. „Die Plattform reviDacon wird nicht nur das Artikelstammdatensystem umfassen, sondern auch Services zum Daten- und Vertragsmanagement des Krankenkassenmanagements“ präzisiert Detlef Kirschner, Bereichsleiter Organisationsentwicklung. „So führen wir zwei unserer Kernkompetenzen, den Einkauf und das Krankenkassenmanagement, unter einem Dach zusammen und machen einen großen Schritt nach vorn in der Digitalisierung unserer Leistungen.“

 

Mit vor Ort war auch Frank Strobel, neuer stellvertretender Bereichsleiter des Beschaffungsmanagements. Er wird den Bereich vorerst gemeinsam mit Jens Sellhorn führen, der noch einige seiner Projekte selbst zu Ende bringt, aber auch nach Abgabe der Leitung des Geschäftsbereiches weiterhin nahe am Einkauf arbeiten möchte.

 

Die Zufriedenheit der Mitglieder mit dem aktuellen Kurs der rehaVital zeigte sich auch eindeutig in der anschließenden Feedbackanalyse der Veranstaltungsteilnehmer: Neben der durchschnittlichen Bewertung der einzelnen Geschäftsbereiche mit der Schulnote 1,7 erreichten die Zentrale nicht nur konstruktive Anregungen, sondern auch viele Kommentare mit der Bestätigung, so weiter zu machen, wie bisher.
„Im letzten Jahr war bereits eine deutliche Aufbruchsstimmung innerhalb der rehaVital zu spüren“, bemerkt Sellhorn. „Ich finde es toll, dass wir gemeinsam über den Tellerrand hinausblicken und so langfristige Lösungsansätze für unseren Markt finden. Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass wir so auch zukünftig alle wichtigen Herausforderungen erfolgreich meistern werden.“

 

rehaVital kritisiert Änderungsanträge der Fraktion der CDU/CSU und SPD zum MPEUAnpG, 10.01.2020

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH begrüßt ausdrücklich, dass sich der Gesetzgeber im Rahmen des MPEUAnpG um fairere Vertragsverhandlungen und eine qualitätsgesicherte, flächendeckende Versorgung der Patienten bemüht. Allerdings kritisiert sie Teile der im Rahmen der nächsten öffentlichen Bundestags-Anhörung am 15.01.2020 dazu eingereichten Änderungsanträge der Fraktion der CDU/CSU und SPD. Aufgrund weniger Einzelfälle drohe hier ein Verhandlungsprozess überreguliert zu werden, der in der wesentlichen Mehrzahl aller Vertragsverhandlungen ein Mehr an Bürokratie und im Ergebnis schlechtere Verträge zur Folge haben könnte.

 

In ihrem frisch veröffentlichten Positionspapier zum Thema bezieht sich die rehaVital vor allem auf drei Punkte des Änderungsantrags von CDU/CSU und SPD:  
Das Einfügen eines Artikels 16b zum MPEUAnpG, mit dem einige Änderungen an den §§ 71, 127 SGB V einhergehen, wird von der rehaVital überwiegend begrüßt. Über § 127 Abs. 1 SGB V soll sichergestellt werden, dass die Absicht über den Vertragsabschluss eines Hilfsmittelvertrags zukünftig durch die Krankenkassen in geeigneter Weise unionsweit öffentlich bekannt gemacht wird. Hier plädiert die rehaVital dafür, die Auflage, diese Bekanntmachungen über ein geeignetes Portal der Europäischen Union zu veröffentlichen, aus der Gesetzesbegründung direkt in den Gesetzestext aufzunehmen. Andernfalls bliebe es, wie bisher, bei einer Veröffentlichung auf der Website der jeweiligen Kasse.

 

Zudem fordert die Fraktion die Einrichtung eines Schiedsverfahrens, das im Falle einer fehlenden Einigung zwischen Kasse und Leistungserbringer innerhalb von drei Monaten regulierend eingreifen soll. Diese Auffassung teilt die rehaVital nicht und begründet dies mit der Befürchtung, Krankenkassen könnten sich zukünftig nicht mehr auf Verhandlungen einlassen und stattdessen versuchen, ihre Vertragsinhalte sofort mit Hilfe eines Schiedsverfahrens durchzusetzen. „Mehrere Krankenkassen haben bereits signalisiert, ihre Verhandlungsaktivitäten auf ein Minimum herunter zu fahren“ kommentiert dazu Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital. „Wenn zukünftig Verträge nur noch über Schiedsverfahren zustande kommen, würde dem bisherigen „freien Spiel der Kräfte“ die Luft abgedrückt, was einer Planwirtschaft ähnlich wäre. Das ist auf keinen Fall unserer Branche zuträglich und kann so nicht in unserem Sinne sein.“ rehaVital betont dabei aber klar, dass der überwiegende Teil der Vertragsverhandlungen mit den gesetzlichen Krankenkassen gegenwärtig fair, sachlich und auf Augenhöhe erfolgt. Mit der Einrichtung eines Schiedsverfahrens würde nun ein „Schnellschuss mit Kanonen auf Spatzen“ vorgenommen, der das gesamte Verfahren verlangsamt, verteuert und bürokratisiert. „Im Endeffekt wird hier ein bürokratischer Moloch installiert, nur weil weniger als eine Handvoll Kassen die Grenzen überschreiten“ fasst Stefan Skibbe zusammen. „Dabei können wir diesen Kassen auch bereits jetzt mit umfangreichen Maßnahmen begegnen. Wir haben hier kein Regelungsdefizit, sondern ein Durchsetzungsdefizit“.

 

Die Änderung, einzelne Leistungserbringer künftig nur noch von Verbänden verhandelten Verträgen beitreten zu lassen, möchte die rehaVital ebenfalls noch weiter zuspitzen. Die Verhandlung von Verträgen sollte zukünftig wieder generell in die Hände der Leistungserbringerverbände gelegt werden, um faire Konditionen und eine optimale sowie flächendeckende Patientenversorgung sicherzustellen. Der ausschließliche Vertragsschluss über Verbände ist in anderen Leistungssektoren, wie z.B. der ärztlichen Behandlung, der Regelfall. Die Hilfsmittelverträge nehmen hier eine echte Sonderrolle ein. Das hatte laut rehaVital in der Vergangenheit zu oft zur Folge, dass Partikularinteressen einzelner Leistungserbringer zum fehlgeleiteten Benchmark in den Kassenverhandlungen wurden.
Mit entsprechenden Anpassungen sei die Änderung des MPEUAnpG sehr zu begrüßen.

 

Das Positionspapier der rehaVital zu den Änderungsanträgen der Fraktion der CDU/CSU und der SPD ist im Wortlaut auf www.rehavital.de im Pressebereich nachzulesen (s.u.).

 

Positionspapier der rehaVital Gesundheitsservice GmbH zu den Änderungsanträgen der Fraktion der CDU/CSU und SPD zum MPEUAnpG

Unser Grundverständnis:

Als Gemeinschaft, die mehr als 110 selbstständige Gesundheitsfachbetriebe und Sanitätsfachgeschäfte vertritt, ist es unser erklärtes Ziel, den Gesundheitsmarkt in Zusammenarbeit mit allen Akteuren stetig weiter zu entwickeln und auch notwendige Prozesse, die mit der bestmöglichen Versorgung von Patienten einhergeht, voranzutreiben. Um eine reibungslose Patienten-Versorgung zu gewährleisten, arbeiten wir eng mit den Krankenkassen und deren Verbänden zusammen und beraten unsere Mitglieder intensiv bei der Vertragsarbeit.
Daher begrüßen wir auch, dass sich der Gesetzgeber im Rahmen des MPEUAnpG um fairere Vertragsverhandlungen und eine qualitätsgesicherte, flächendeckende Versorgung der Patienten bemüht. Leider gehen die vorliegenden Änderungsanträge zum Teil in eine falsche Richtung: Aufgrund weniger Einzelfälle wird hier ein Verhandlungsprozess überreguliert, der in der wesentlichen Mehrzahl aller Vertragsverhandlungen ein Mehr an Bürokratie und im Ergebnis schlechtere Verträge zur Folge haben könnte.

 

Die Fakten:

Im Rahmen der vorliegenden Änderungsanträge sollen, über das Einfügen eines Artikel 16b zum MPEUAnpG, einige Änderungen an den §§ 71, 127 SGB V vorgenommen werden:

 

1. Über § 71 SGB V werden die Rechte der Aufsichtsbehörden gestärkt und es wird klargestellt, dass die Möglichkeiten der Aufsichtsbehörden, gegen rechtswidrige Verträge vorzugehen, umfänglich auch für Hilfsmittelverträge gelten.
rehaVital begrüßt diese Klarstellung ausdrücklich.

 

2. Über § 127 Abs. 1 SGB V soll sichergestellt werden, dass die Absicht über den Vertragsabschluss eines Hilfsmittelvertrags durch die Krankenkassen in geeigneter Weise unionsweit öffentlich bekannt zu machen ist.
Auch diese Klarstellung bewertet rehaVital positiv. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn die momentan nur in der Gesetzesbegründung aufzufindende Auflage, dass ein geeignetes Portal der Europäischen Union als geeignete Form angesehen wird, direkt in den Gesetzestext aufgenommen wird. Anderenfalls steht zu befürchten, dass die Krankenkassen eine Veröffentlichung auf der kasseneigenen Homepage (wie bisher auch) als geeignete Form ansehen werden.

 

3. Über § 127 Abs. 1a SGB V soll ein Schiedsverfahren eingerichtet werden, das im Falle einer fehlenden Einigung der Vertragsparteien innerhalb von drei Monaten Vertragsinhalte, inkl. Preisen, festlegt.
rehaVital teilt die in der Begründung zu diesem Änderungsantrag aufgeführten Argumente ausdrücklich nicht! Im Regelfall verlaufen Vertragsverhandlungen fair und zielgerichtet. Lediglich eine Handvoll der gesetzlichen Krankenkassen versucht Umgehungsstrategien anzuwenden und riskiert dabei ein rechtswidriges Verhalten. Hierbei wird regelmäßig auch die Notlage einiger Leistungserbringer ausgenutzt um nicht auskömmliche Preise zu vereinbaren. Wir halten die Installation eines Schiedsverfahrens jedoch für eine Überregulierung, die auf Basis der nur in einigen vorliegenden Ereignissen unnötig ist. Die über die Änderung des § 71 SGB V herbei geführten Befugnisse der Aufsichtsbehörden stellen aus unserer Sicht, in Verbindung mit den bisherigen sozialgerichtlichen Möglichkeiten, ein ausreichendes Maßnahmenpaket dar, um das Ziel des Gesetzgebers zu erreichen. Tatsächlich dürfte das Einrichten eines Schiedsverfahrens eher kontraproduktiv sein. Mehrere Krankenkassen haben bereit signalisiert, ihre Verhandlungsaktivitäten auf ein Minimum herunter zu fahren. Lieber würde man bereits frühzeitig eine Schiedsperson anrufen. Es steht somit zu befürchten, dass Hilfsmittelverträge zukünftig regelmäßig via Schiedsverfahren zustande kämen. Damit würde dem bisherigen „freien Spiel der Kräfte“ die Luft abgedrückt, was einer Planwirtschaft ähnlich wäre. Davon abgesehen ist der Hilfsmittelmarkt viel zu heterogen im Bereich der Produkte, Dienstleistungen, Leistungserbringer und Vertriebskanäle, um einer einzelnen Schiedsperson eine sachgerechte Entscheidung über Vertragsinhalte und Preise anzulasten.

 

4. Über eine Änderung des § 127 Abs. 2 SGB V wird einzelnen Leistungserbringern nur noch die Möglichkeit gegeben, Verträgen beizutreten, die durch Verbände oder sonstige Zusammenschlüsse von Leistungserbringern abgeschlossen wurden. Ein Beitrittsrecht zu Verträgen, die durch einzelne Leistungserbringer abgeschlossen wurden, wird nicht mehr existieren.
rehaVital begrüßt, dass der Gesetzgeber das Risiko erkannt hat, das in der „unkontrollierten“ Ausbreitung von „schlechten“ Verträgen über ein für einzelne Leistungserbringer uneingeschränktes Beitrittsrecht besteht. Der Ansatz, diesem durch ein Beitrittsrecht zu begegnen, das einzelnen Leistungserbringern nur noch einen Beitritt zu Verträgen gestattet, die durch Verbände von Leistungserbringern oder sonstigen Zusammenschlüssen geschlossen wurden, geht jedoch nicht weit genug. Die erweiterten Befugnisse der Aufsichtsbehörden reichen nicht aus, um das gewollte Ergebnis sicherzustellen. Auch ein Schiedsverfahren ist für diese Zielerreichung, wie bereits dargestellt, ungeeignet. Ergänzend sollte die Verhandlung von Hilfsmittelverträgen generell wieder in die Hände der Leistungserbringerverbände zu legen sein. In diesem Kontext ergäbe die mit dem Änderungsantrag beabsichtigte Anpassung wiederum Sinn.

 

Vorschläge der rehaVital zur Anpassung der Änderungsanträge:

I.    Anpassung des Änderungsantrags 3 zu Artikel 16b -neu- Nr. 2 a) auf folgende Formulierung:
aa) In Satz 1 werden die Worte „Leistungserbringern oder“ gestrichen
bb) Satz 5 wird wie folgt gefasst: „Die Absicht, über die Versorgung mit bestimmten Hilfsmitteln Verträge zu schließen, ist auf einem zentralen und geeigneten Portal der Europäischen Union unionsweit öffentlich bekannt zu machen.“
cc) Nach Satz 5 wird folgender neuer Satz 6 eingefügt: „Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen legt bis zum 30. September 2020 ein einheitliches, verbindliches Verfahren zur unionsweiten Bekanntmachung der Absicht, über die Versorgung mit bestimmten Hilfsmitteln Verträge zu schließen, fest.“
dd) Satz 8 wird gestrichen

II.    Streichung des Änderungsantrags 3 zu Artikel 16b -neu- Nr. 2 b)

 

Kontakt bei Rückfragen:
Herr Stefan Skibbe
rehaVital Gesundheitsservice GmbH
Bereichsleitung Vertrieb und Krankenkassenmanagement
E-Mail: sskibbe(at)rehavital.de
Telefon: + 49 (0) 40-22 72 87-77
Überseering 10 A – 22297 Hamburg
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