Presse

Wir nehmen als starke Verbundgruppe regelmäßig Stellung zu aktuellen Themen im Gesundheits- und medizinischen Hilfsmittelmarkt und informieren darüber hinaus über Projekte oder Veränderungen in der Hamburger Zentrale. Hier finden Sie unsere Presseinformationen zu verschiedensten Themen zum Download – von aktuellen Projekten der Zentrale, über erfolgreiche rehaVital-Veranstaltungen bis hin zu Stellungnahmen zu Ereignissen innerhalb der Hilfsmittel- und Gesundheitsbranche.

Weitere Informationen, Fotos und Logos stellen wir Ihnen auf Wunsch gerne zur Verfügung. Für Interviewanfragen zu aktuell relevanten Themen kontaktieren Sie uns ebenfalls gerne. Wir vermitteln den Kontakt zwischen Ihnen und unserer Geschäftsleitung bzw. den verschiedenen Bereichsleitern – je nach Themenausrichtung.

Kontakt:

Patrick Grunau
Bereichsleiter Politik, Kommunikation & Marketing
E-Mail: pgrunau(at)rehavital.de
Fon: 040 / 22 72 87 - 29

Zeit für Patienten und Qualität: Hilfsmittelversorgung vor Ort sichern, 25.07.2022

 

Kristine Lütke, MdB FDP: Mit Effizienz und Flexibilität Gesundheitswesen stärken

 

Von der Bedeutung einer wohnortnahen und qualitätsgesicherten Hilfsmittelversorgung in Deutschland überzeugte sich Kristine Lütke, MdB FDP, am 22. Juli in den orthopädischen Werkstätten und Sanitätshaus Dechet in ihrem Wahlkreis. „Eigenverantwortliches unternehmerisches Handeln verlangt das Auge für das große Ganze: Die wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung für jede und jeden Einzelnen ist von hoher Bedeutung. Patientinnen und Patienten      müssen auf Qualitätsstandards in der Versorgung vertrauen können, auch während Krisen wie einer Pandemie“, erklärte die Gesundheitspolitikerin bei ihrem Besuch in Roth. „Gleichzeitig müssen Unternehmen im Gesundheitswesen auf Preisschwankungen und Lieferengpässe schneller reagieren können, damit keine Engpässe in der Versorgung entstehen. Nur so können wir die derzeit hohe Versorgungsqualität halten und Leistungskürzungen vermeiden“, so die Berichterstatterin für Heil- und Hilfsmittel der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag.

 

WvD wirbt für Maßnahmenkatalog
Weniger Bürokratie, mehr Flexibilität und mehr Effizienz stehen auch beim Bündnis „Wir versorgen Deutschland“ (WvD) ganz oben auf der Agenda. Um die hohe Versorgungsqualität in Deutschland zu gewährleisten und versteckte Leistungskürzungen zu verhindern, empfahl Kirsten Abel, Generalsekretärin des WvD, im Gespräch mit Kristine Lütke einen Katalog von Maßnahmen: Entbürokratisierung durch Harmonisierung der Mehrwertsteuer, standardisierte Formulare in Krankenkassenverträgen und die Überarbeitung der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV). Seit Langem schon fordert das Bündnis zudem Leitverträge mit führenden Organisationen der Leistungserbringer statt immer wieder Qualitätsstandards verletzende Einzelverträge. So erläuterte Michael Schäfer, stv. Obermeister der Landesinnung Bayern, „Leitverträge würden auf das Konto einer stabilen Versorgungsqualität unter der Maßgabe deutlich größerer Effizienz einzahlen“, und verwies beispielhaft auf die vom Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) gestoppte „eVersorgung“ mit Einlegesohlen (PG 08). Der Einzelvertrag der BARMER sei ein Versuch gewesen, unter dem Deckmantel der Digitalisierung Versorgungsstandards abzusenken, so Schäfer. Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts wie die BARMER hatte einen Vertrag verhandelt, der das Entsetzen sämtlicher für die Versorgung in dieser Produktgruppe einschlägigen medizinischen Fachgesellschaften hervorrief. Trotzdem werde in aller Öffentlichkeit überlegt, wie man diese Versorgung wieder aufleben lassen könne. Nach dem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht“ werde dabei die Anpassung des Hilfsmittelverzeichnisses und damit letztlich die Senkung gesetzlicher Mindeststandards gefordert, wie Schäfer sagte. „Dieses vom BAS aus dem Verkehr gezogene Beispiel hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass Vertragsparteien über das Wohl der Versicherten entscheiden, die eine qualitätsgesicherte Versorgung im Blick behalten, denn Fehlversorgung hat schlussendlich ebenfalls wirtschaftliche Konsequenzen.“

 

Unternehmerisches Handeln braucht den Blick fürs Ganze
Beim Rundgang durch den Inhaber geführten Meisterbetrieb in vierter Generation erläuterten Orthopädietechniker-Meister Matthias Dechet sowie Alf Reuter, WvD-Vorstand und Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT), der Abgeordneten drängende Fragen im Versorgungsalltag einer orthopädietechnischen Werkstatt. „Fachkräftemangel, stark steigende Preise für Lieferungen und Energie sowie ein überaus hohes Maß an Bürokratie kennzeichnen unseren Alltag. Verwaltungsaufgaben sowie Verhandlungen mit den Krankenkassen über die Kostenübernahme für Versorgungen, die den Patienten und Patientinnen nach dem Sozialgesetzbuch eigentlich zustehen, nehmen immer mehr Zeit ein“, skizzierte Alf Reuter die Situation der Sanitätshäuser. Zeit, die der Orthopädietechnik-Meister lieber seinen Patientinnen und Patienten widmen würde. „Zusätzlich erreichen uns jeden Tag neue Nachrichten über Kostensteigerungen, die wir zumeist allein schultern müssen. Denn wir haben mit den rund 100 Kostenträgern in Deutschland mehrjährige Verträge. Zwar zeigen einzelne Krankenkassen kleine Flexibilitäten und übernehmen Zuschüsse, zumeist bleiben die Betriebe aber auf den Mehrkosten sitzen.“ Mit Blick auf die ebenfalls stark unter Kostendruck stehenden Kostenträger warnte Alf Reuter vor versteckten Leistungskürzungen: „Mit Spannung warten wir daher auf das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, an dem das Bundesministerium für Gesundheit derzeit arbeitet.“

 

Fachgerechte Versorgung durch handwerkliches Können und anatomische Kenntnisse
Wie eine qualitätsgesicherte Versorgung aussehen sollte, zeigte der Orthopädietechniker-Meister Matthias Dechet am Beispiel eines Patienten, der an Multipler Sklerose (MS) leidet. Erst nach langem Leidensweg konnte gemeinsam auf dem Wege zwischen der behandelnden Klinik und dem Sanitätshaus ein passendes Hilfsmittel gefunden werden. Eine funktionelle elektrostimulierende Hilfsmittelversorgung sorgt dafür, dass der Patient besser gehen kann und damit in seinem Lebensalltag mobiler ist und seiner Arbeit nachgehen kann. Er ist weniger auf seinen Rollstuhl angewiesen. Das industriell gefertigte Produkt verlangt viele Erprobungen und eine ausreichend lange Testphase sowie Kompetenz und Verständnis für das Krankheitsbild MS. Jeder Patient ist verschieden und braucht eine individuelle abgestimmte Versorgung“, so Dechet.

 

Ist die richtige Versorgung erst einmal gefunden, kann der Patient in der Regel oft nicht direkt versorgt werden – die Bewilligung durch die Krankenkasse dauert und folgt keinem wirklich geregelten Prozess. „Hier hält es jede der 97 Krankenkassen in Deutschland anders“, so der Orthopädietechnik-Meister. Dechet hat mit genauer Versorgungsdokumentation u.a. per Video den Behandlungserfolg nachgewiesen – aber ob die Krankenkasse das Ergebnis ankerkennt, steht auf einem ganz anderen Blatt. „Eine Testphase bedeutet viel Vorleistung und man muss seine Kompetenz und Erfahrung einsetzen. Von der finanziellen Vorleistung ganz abgesehen. Diese Vorleistung muss auch von Krankenkassen anerkannt werden“, so Dechet über den Bewilligungsprozess. 

 

Für den Patienten verstreicht damit wertvolle Zeit. „Das ist für mich organisatorisch und wirtschaftlich kaum mehr zu stemmen.“ Allein für eine einzige Krankenkasse im Versorgungsbereich Reha legt er ganze fünf Aktenordner vor, welche die verschiedenen Vertragsbedingungen etc. regeln. „Das ist weder zu händeln noch für unternehmerisches Handeln berechenbar – hier macht jeder, was er will.“, so Dechet. Auch was Qualitätsstandards in der Versorgung betrifft: Kassen haben hier sehr unterschiedliche Vorstellungen von Preisen und Leistungsanforderungen: Hier herrscht wenig Transparenz und viel Raum für Willkür. Wie auf einem Basar, so kommt sich Dechet tatsächlich oftmals im Umgang mit den 97 Krankenkassen vor. „So kann man als Unternehmer nicht wirklich arbeiten und dabei verlässlich einen Versorgungsauftrag erfüllen.“


Hintergrund
Den Abbau der Bürokratie im Sinne von Patienten und zur Qualitätssicherung der Hilfsmittelversorgung fordert der Verein „Wir versorgen Deutschland“ seit Jahren. 
Knapp 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland benötigen die Versorgung mit Hilfsmitteln. Für Teilhabe und Lebensqualität dieser Patienten und Patientinnen sind diese Versorgungen elementar: Sie gewährleisten den Erfolg ihrer Krankenbehandlung, beugen drohenden Behinderungen vor oder gleichen bereits bestehende Handicaps aus. Mehr als 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mehr als 8.000 Leistungserbringer in den Bereichen Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Reha-Technik und Homecare verantworten die wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung. Doch die Hilfsmittelversorgung als ein zentrales Element der Gesundheitsversorgung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen, die unter anderem durch die Stichpunkte Digitalisierung, überbordende Bürokratie und die Sicherung der Versorgungsqualität unter steigendem Kostendruck umrissen werden können.
 

 

Zum Bündnis „Wir versorgen Deutschland“:
Knapp 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland benötigen die Versorgung mit Hilfsmitteln. Für Teilhabe und Lebensqualität dieser Patienten und Patientinnen sind diese Versorgungen elementar: Sie gewährleisten den Erfolg ihrer Krankenbehandlung, beugen drohenden Behinderungen vor oder gleichen bereits bestehende Handicaps aus. Mehr als 120.000 Mitarbeiter und mehr als 8.000 Leistungserbringer in den Bereichen Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Reha-Technik und Homecare verantworten die wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung dieser Patienten und Patientinnen.
Die im Bündnis zusammengeschlossenen Partner zählen zu den maßgeblichen Spitzenverbänden und Zusammenschlüssen von Leistungserbringern. In ihrer Verantwortung für die qualitätsgesicherte, wohnortnahe und wirtschaftliche Versorgung haben sich die Partner auf die gemeinsame Verfolgung politischer Positionen geeinigt. Zu dem Bündnis gehören: Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, EGROH-Service GmbH, Reha-Service-Ring
GmbH, rehaVital Gesundheitsservice GmbH und Sanitätshaus Aktuell AG.

 

 

WvD zur Hilfsmittelversorgung in Deutschland: globaler Innovationstreiber in der Versorgung, 04.07.2022


Sabine Dittmar, MdB SPD, Kompetenzvielfalt und hohe Qualität der Hilfsmittelversorgung 
Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt – darin waren sich die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Sabine Dittmar, sowie der Generalsekretär und der Vorstand vom Verein „Wir versorgen Deutschland“, Patrick Grunau und Alf Reuter, einig. „Die millionenfache, schnelle, wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Versorgung mit Hilfsmitteln in Deutschland hat weltweit Vorbildcharakter“, erklärte Sabine Dittmar MdB, die am 30. Juni der Einladung des Sanitätshauses mannl + hauck in Haßfurt in ihrem Wahlkreis folgte. 

Harmonisierung der Mehrwertsteuer, einheitliche Leitverträge, die Überarbeitung der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) und Entbürokratisierung – diese und andere Themen standen im Mittelpunkt der Gespräche beim Rundgang durch das Sanitätshaus, das auf die Versorgung von Kindern mit schwersten und Mehrfachbehinderungen spezialisiert ist. Das persönliche Erleben der Kompetenzvielfalt und der hohen Versorgungsqualität, aber auch die Schilderung der Herausforderungen innerhalb der Branche durch Inflation und die Fülle an Bestimmungen, Verträgen, Formularen, Verordnungen und Vertragspartnern habe sie sehr beeindruckt, erklärte Sabine Dittmar in Haßfurt: „Es muss unser Ziel sein, durch höhere Effizienz die Kosten im Gesundheitswesen dauerhaft finanzierbar zu halten.“

 

Entbürokratisierung für 25 Millionen Hilfsmittelversorgungen pro Jahr
Jährlich erfolgen allein in Deutschland 25 Millionen Versorgungen mit Hilfsmitteln für ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben. „Die größten Herausforderungen für das Gesundheitswesen und damit auch für die hohe Qualität der Hilfsmittelversorgung in Deutschland sind die verschleppte Digitalisierung, die maßlose Bürokratie und die drastischen Preissteigerungen bei gleichzeitig starren Verträgen. Ein System, das seine Stabilität und Versorgungssicherheit über lange Laufzeiten mit den fast 100 Krankenkassen in Deutschland sichert, stellt sich in Krisenzeiten als zu starr heraus. Hier muss es weitere Lösungen geben, damit stabile Versorgung auch unter Bedingungen, die schnelles und flexibles Handeln erfordern, funktionieren kann“, meinte der WvD-Generalsekretär Patrick Grunau. 

Auf eine Stärkung des Gesundheitswesens und damit der Volksgesundheit hat sich die Bundesregierung bereits in ihrem Koalitionsvertrag vom November 2021 geeinigt. „Nun wird es Zeit, dass den Worten auch Taten folgen“, sagte Alf Reuter, Vorstand des WvD und Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik. „Umso mehr freuen wir uns, dass Sabine Dittmar als Parlamentarierin und Parlamentarische Staatssekretärin sich die Zeit für einen Besuch vor Ort in einem Sanitätshaus genommen hat, um sich ein Bild vom Spannungsfeld zwischen Leistungen am Patienten und Verwaltungsaufwand zu machen.“

Beim Rundgang durch die Räume zeigten die Inhaber und Orthopädietechniker-Meister Udo Mannl und Uwe Hauck in den Bereichen Prothetik und Reha-Technik innovative und technisch komplexe Versorgungen mit Hilfsmitteln. „Wir sind Versorger, die individuelle Hilfsmittel fertigen und anpassen“, sagte Udo Mannl, Vorstandsmitglied der Landesinnung Bayern für Orthopädie-Technik. „Das wollten wir in dem Termin deutlich machen und so dem Bild von der Schachtel-Orthopädie die Realität unseres hochinnovativen und technisch wie menschlich anspruchsvollen Handwerks entgegensetzen.“


Hintergrund
Den Abbau der Bürokratie im Sinne von Patienten und zur Qualitätssicherung der Hilfsmittelversorgung fordert der Verein „Wir versorgen Deutschland“ seit Jahren. 
Knapp 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland benötigen die Versorgung mit Hilfsmitteln. Für Teilhabe und Lebensqualität dieser Patienten und Patientinnen sind diese Versorgungen elementar: Sie gewährleisten den Erfolg ihrer Krankenbehandlung, beugen drohenden Behinderungen vor oder gleichen bereits bestehende Handicaps aus. Mehr als 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mehr als 8.000 Leistungserbringer in den Bereichen Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Reha-Technik und Homecare verantworten die wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung. Doch die Hilfsmittelversorgung als ein zentrales Element der Gesundheitsversorgung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen, die unter anderem durch die Stichpunkte Digitalisierung, überbordende Bürokratie und die Sicherung der Versorgungsqualität unter steigendem Kostendruck umrissen werden können.

 

 

 

Zum Bündnis „Wir versorgen Deutschland“:
Knapp 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland benötigen die Versorgung mit Hilfsmitteln. Für Teilhabe und Lebensqualität dieser Patienten und Patientinnen sind diese Versorgungen elementar: Sie gewährleisten den Erfolg ihrer Krankenbehandlung, beugen drohenden Behinderungen vor oder gleichen bereits bestehende Handicaps aus. Mehr als 120.000 Mitarbeiter und mehr als 8.000 Leistungserbringer in den Bereichen Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Reha-Technik und Homecare verantworten die wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung dieser Patienten und Patientinnen.
Die im Bündnis zusammengeschlossenen Partner zählen zu den maßgeblichen Spitzenverbänden und Zusammenschlüssen von Leistungserbringern. In ihrer Verantwortung für die qualitätsgesicherte, wohnortnahe und wirtschaftliche Versorgung haben sich die Partner auf die gemeinsame Verfolgung politischer Positionen geeinigt. Zu dem Bündnis gehören: Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, EGROH-Service GmbH, Reha-Service-Ring
GmbH, rehaVital Gesundheitsservice GmbH und Sanitätshaus Aktuell AG.

 

 

Care Center Deutschland GmbH wird zum 01.07.2022 neues Mitglied der rehaVital, 04.07.2022

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH freut sich über ein weiteres Mitglied in ihrer Verbundgruppe. Zum 01.07.2022 wird die Care Center Deutschland GmbH das Netzwerk erweitern.

 

Die Care Center Deutschland GmbH, vor über 100 Jahren in Bochum als Traditionsunternehmen der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie BG RCl gegründet, beschäftigt heute rund 200 Mitarbeiter:innen und ist an 6 Standorten in Nordrhein-Westfalen vertreten.

 

Die Kernkompetenzen liegen in der technischen Orthopädie und der orthopädischen Schuhtechnik, hierfür steht das Care Center in enger Kooperation mit niedergelassenen Orthopäden und zahlreichen Krankenhäusern, insbesondere dem Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum. Durch die langjährige Erfahrung entwickelte sich Care Center Deutschland zum Gesamtdienstleister für Versicherte der gewerblichen Berufsgenossenschaften, Unfallkassen sowie der Gesetzlichen Krankenversicherung. So werden mittlerweile auch die Bereiche Homecare, BVT-Rehatechnik und Medizintechnik abgedeckt. „Als Vollsortimenter sehen wir viele Vorteile für eine Mitgliedschaft bei der rehaVital, wir freuen uns auf die Unterstützung und den Erfahrungsaustausch“, erklärt Geschäftsführer Uwe Brockmann.

 

Auch rehaVital-Geschäftsführer Jens Sellhorn bekräftigt: „Die Zusammenarbeit im Verbund stärkt alle Seiten. Wir freuen uns, das Team von Herrn Brockmann bei uns willkommen zu heißen.“

 

 

Bündnis „Wir versorgen Deutschland“ zur Hilfsmittelversorgung: Formularberge in Papierform rauben Patientenzeiten, 29.06.2022

 

Linda Heitmann, MdB Bündnis 90/Die Grünen, informiert sich vor Ort im Wahlkreis über Möglichkeiten zum Bürokratieabbau und Probleme mit Rahmenverträgen 

 

Wer heute in ein Sanitätshaus geht, um ein Rezept für eine Hilfsmittelversorgung einzulösen, muss damit rechnen, zunächst einmal Berge von Papierformularen auszufüllen. Hierzu gehören die Datenschutzerklärungen und die Mehrkostenerklärung. Denn jede medizin-technische Versorgung muss zum Schutze der Patienten gemäß europäischer Richtlinie dokumentiert und nachverfolgt werden. Betreiber von Sanitätshäusern sind wiederum gezwungen, kistenweise Anträge und Abrechnungen für Hilfsmittelversorgungen an die verschiedenen Kostenträger per Post zu senden. Die Zeit für die Bewältigung der Papierformulare geht vom Patienten ab.

 

Linda Heitmann (MdB), die für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als Abgeordnete für Hamburg-Altona im Bundestag sitzt, überzeugte sich am 28. Juni bei einem Besuch im Stolle Sanitätshaus in Hamburg Blankenese persönlich von den umfangreichen Kompetenzen und komplexen Abrechnungsprozessen eines Sanitätshauses. Welche Chancen Digitalisierung bietet, wenn es darum geht, die bisher umfangreichen Papierberge bei der Beantragung von individuellen Hilfsmitteln zu reduzieren, wurde Frau Heitmann anhand eines Beispiels an einer Patientin mit Stützstrumpf-Bedarf vor Ort demonstriert. Linda Heitmann ist seit 2021 Mitglied des Bundestages und dort unter anderem Mitglied des Ausschusses für Gesundheit.

 

Transparente Prozesse

Mit jeder der derzeit 97 Krankenkassen in Deutschland müssten nach geltendem Recht Leistungserbringer einzeln verhandeln, und zwar zu jeder Produktgruppe. „Bereits der Verhandlungsaufwand ist enorm. Dass die Sanitätshäuser zusätzlich je nach Kostenträger unterschiedliche Formulare im Papierformat ausfüllen müssten, ist nicht nur für Sanitätshäuser unzumutbar. Auch für Patienten wird damit die Leistung vollkommen intransparent“, meinte Alf Reuter, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT), der Linda Heitmann bei ihrem Besuch begleitete. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens sei allerdings nicht ohne die Einbeziehung der Akteure denkbar. Ein negatives Beispiel: die elektronische Patientenakte (ePa). Trotz des regelmäßigen interdisziplinären Austausches von Handwerkern und Medizinern bei der komplexen Hilfsmittelversorgung von Patienten gewährt der Gesetzgeber Leistungserbringen bisher nur bedingten Zugang zu allen relevanten Versicherteninformationen in der elektronischen Versichertenakte. „Wir fordern daher die gesetzliche Verankerung des Lese- und Schreibzugriffs auf alle für die Versorgung mit Hilfsmitteln relevanten Versicherteninformationen in der elektronischen Patientenakte. Zudem ist wie bei dem eRezept für Arzneimittel sicherzustellen, dass die freie Wahl des Versicherten sichergestellt bleibt – auch für Hilfsmittelverordnungen sollte die gematik als neutrale Stelle verantwortlich sein“, sagte Alf Reuter.

 

Mit flexibleren Verträgen versteckte Leistungskürzungen verhindern

Detlef Möller, Geschäftsführer des Stolle Sanitätshauses, betonte gegenüber der Bundestagsabgeordneten, dass ihn die Inflexibilität der Kostenträger derzeit besonders umtreibe. „Die meisten Verträge haben mehrere Jahre Laufzeit. Änderten sich aber die gesellschaftlichen Bedingungen – Stichwort Mindestlohnerhöhung, Corona-Pandemie mit Mehrkosten im Bereich der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) oder den aktuell durch die Decke gehenden Energie- und Frachtkosten – gibt es keinen Spielraum für Verhandlungen. Es kann nicht sein, dass wir allein auf den Mehrkosten sitzen bleiben. Das gefährdet die Betriebe und damit langfristig die Hilfsmittelversorgung in Deutschland“, erklärte der Orthopädietechnik-Meister. Deshalb fordert der Verein „Wir versorgen Deutschland“ eine verhandlungsbasierte Regelung von Mehrkosten auf Ebene der Spitzenverbände der Leistungserbringer auf der einen und GKV-Spitzenverband bzw. G-BA auf der anderen Seite, deren Ergebnis dann für alle Krankenkassen verbindlich ist.


Hintergrund

Den Abbau der Bürokratie im Sinne von Patienten und zur Qualitätssicherung der Hilfsmittelversorgung fordert der Verein „Wir versorgen Deutschland“ seit Jahren.

Knapp 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland benötigen die Versorgung mit Hilfsmitteln. Für Teilhabe und Lebensqualität dieser Patienten und Patientinnen sind diese Versorgungen elementar: Sie gewährleisten den Erfolg ihrer Krankenbehandlung, beugen drohenden Behinderungen vor oder gleichen bereits bestehende Handicaps aus. Mehr als 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mehr als 8.000 Leistungserbringer in den Bereichen Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Reha-Technik und Homecare verantworten die wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung. Doch die Hilfsmittelversorgung als ein zentrales Element der Gesundheitsversorgung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen, die unter anderem durch die Stichpunkte Digitalisierung, überbordende Bürokratie und die Sicherung der Versorgungsqualität unter steigendem Kostendruck umrissen werden können.

 

 

Zum Bündnis „Wir versorgen Deutschland“:
Knapp 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland benötigen die Versorgung mit Hilfsmitteln. Für Teilhabe und Lebensqualität dieser Patienten und Patientinnen sind diese Versorgungen elementar: Sie gewährleisten den Erfolg ihrer Krankenbehandlung, beugen drohenden Behinderungen vor oder gleichen bereits bestehende Handicaps aus. Mehr als 120.000 Mitarbeiter und mehr als 8.000 Leistungserbringer in den Bereichen Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Reha-Technik und Homecare verantworten die wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung dieser Patienten und Patientinnen.
Die im Bündnis zusammengeschlossenen Partner zählen zu den maßgeblichen Spitzenverbänden und Zusammenschlüssen von Leistungserbringern. In ihrer Verantwortung für die qualitätsgesicherte, wohnortnahe und wirtschaftliche Versorgung haben sich die Partner auf die gemeinsame Verfolgung politischer Positionen geeinigt. Zu dem Bündnis gehören: Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, EGROH-Service GmbH, Reha-Service-Ring
GmbH, rehaVital Gesundheitsservice GmbH und Sanitätshaus Aktuell AG.

 

Sanitätshaus Welb startet im Verbund der rehaVital, 24.06.2022

 

Das Sanitätshaus Welb mit Sitz in Erftstadt schließt sich zum 01.07.2022 der rehaVital-Gruppe an und erweitert somit die Kompetenz des Verbundes im Bereich Kinder-Reha und Orthopädietechnik.

 

„Wir sind sehr glücklich darüber, Welb als neues Mitglied in unseren Reihen begrüßen zu dürfen und die nächsten Schritte gemeinsam zu gehen“, so rehaVital-Geschäftsführer Jens Sellhorn über den Beitritt des Sanitätshauses zum 01.07.2022 in den rehaVital-Verbund. Das Sanitätshaus besteht aus einem mittlerweile 15-köpfigen Team mit Sitz in Erftstadt. Bereits seit 2011 berät es ihre jungen sowie erwachsenen Kund:innen im Bereich der Reha-Hilfsmittel. Erklärtes Ziel ist es dabei, die richtigen Hilfsmittel zur Unterstützung der Mobilität auszusuchen, sie an die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen anzupassen und damit für mehr Mobilität, Komfort und Lebensqualität zu sorgen.

 

Insbesondere der Bereich Kinder-Reha und Sonderbau liegt Welb sehr am Herzen. Dafür wird eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und allen Beteiligten forciert – die dadurch erzielte Fertigungstiefe ermöglicht eine qualitativ hochwertige Versorgung und schnelle Reaktionszeiten.

 

„Wir haben uns für den Beitritt entschieden, weil wir die rehaVital als starken Verbund für die Bereiche Beschaffungsmanagement, Vertragsverhandlung und politische Interessenvertretung erleben und sehr schätzen“, so Stefan Welb, Inhaber des Sanitätshauses.

 

 

rehaVital-Förderpreis zu Ehren von Josef Rahm: Das sind die Gewinnerinnen 2021, 22.06.2022

 

Im vergangenen Jahr wurde der rehaVital-Nachwuchsförderpreis zu Ehren von Josef Rahm zum siebten Mal vergeben. Unter den Nominierungen gab es erneut erstklassige Nachwuchskräfte im kaufmännischen sowie handwerklichen Bereich. Die Verleihung folgte im Juni dieses Jahres im Rahmen des erstmalig abgehaltenen rehaVital-Branchenkongresses, der rehaVision.

 

Erneut hat die rehaVital Gesundheitsservice GmbH Auszubildende prämiert, die neben sehr guten fachlichen Leistungen zudem besonderes Engagement über ihre Ausbildung hinaus bewiesen haben. Dabei wählte die Jury, bestehend aus Mitgliedern des Personalausschusses des rehaVital-Aufsichtsrats sowie Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital, und Meike Rahm, Geschäftsführerin von rahm Zentrum für Gesundheit, insgesamt sechs Gewinnerinnen aus.

 

Ursprünglich sollte die Preisverleihung dieses Jahr erneut auf der rehaVital-Gesellschafterversammlung abgehalten werden. Sowohl die Versammlung als auch die Verleihung wurden jedoch in das Programm des erstmalig abgehaltenen rehaVital-Branchenkongresses aufgenommen, der am 9. und 10. Juni stattfand.

 

Vor über 300 Teilnehmer:innen stellte Jens Sellhorn die einzelnen Gewinnerinnen vor. Unter Berücksichtigung aller Leistungen hat sich die Jury im handwerklichen Bereich für zwei Erstplatzierungen sowie zwei Zweitplatzierungen ausgesprochen. „Wie auch schon im letzten Jahr stehe ich ihr vor ausschließlich weiblichen Gewinnerinnen. Ich finde: Ein tolles Zeichen für unsere Branche“, so Sellhorn. „Mit unseren Gewinnerinnen haben wir herausragende junge Köpfe an Bord, die ihr handwerkliches bzw. kaufmännisches Geschick erfolgreich unter Beweis gestellt haben. Ein echter Zugewinn die auszubildenden Sanitätshäuser.“ Neben der Moderation von Sellhorn fanden auch die Preisträgerinnen und deren Ausbilder:innen danksagende Worte.

 

 

Die Gewinnerinnen 2021 im kaufmännischen Bereich:

 

1. Preis (dotiert mit 1.000,- Euro): Daniela Kotzur

Orthopädie Brillinger GmbH & Co.KG

 

2. Preis (600,- Euro): Daniela Müller

Friedrich Georg Streifeneder KG

 

 

Die Gewinnerinnen 2021 im handwerklichen Bereich:

 

1. Preis (1.000,- Euro): Paula Junge

INCORT GmbH & Co.KG

 

1. Preis (1.000,- Euro): Natalie Vöttiner

Schaub KG

 

2. Preis (600,- Euro): Stefanie Müller

Sanitätshaus Glotz GmbH

 

2. Preis (600,- Euro): Yvonne Billion

VitalCentrum HODEY KG

 

 

Der rehaVital-Branchenkongress: Das war die rehaVision 2022, 20.06.2022

 

Neues Veranstaltungsformat der rehaVital bringt die Branche zum gemeinsamen Diskurs zusammen

 

Die rehaVision ist ein neu konzipierter Branchenkongress der rehaVital Gesundheitsservice GmbH, der erstmals im Juni in Hamburg abgehalten wurde. Neben der Mitglieder- und der Gesellschafterversammlung am ersten Veranstaltungstag war die rehaVision darauf ausgelegt, sich gemeinsam mit den rehaVital-Mitgliedsunternehmen, Lieferanten- und Netzwerkpartnern den Herausforderungen der Hilfsmittelbranche der nächsten Jahre zu stellen.

 

Der erste Tag der rehaVision wurde mit der Mitgliederversammlung, moderiert von rehaVital-Geschäftsführer Jens Sellhorn und rehaVital-Aufsichtsratsvorsitzender Detlef Möller, eingeleitet. Nach einem kurzen Rückblick ins Jahr 2021 und der Begrüßung der in 2022 neu aufgenommenen rehaVital-Mitglieder beschreibt Detlef Möller seine derzeitige Situation wie folgt: „Die rehaVital hat mich von der Themenvielfalt noch nie so gefordert wie in den letzten drei Jahren.“

 

Gemeint sind damit die Herausforderungen aus Pandemie und Ukrainekrieg, wie etwa die Kostenentwicklung am Markt oder Liefer- und Kapazitätsengpässe. Aber auch neue Wettbewerber, die zunehmende Relevanz strategischer Netzwerkpartner oder das Thema Fachkräftemangel gehören zu den beständigen Agendapunkten der Verbundgruppe. „Um diese Themen erfolgreich zu meistern, bedarf es eines starken Verbundes im Rücken, wie wir ihn mit der rehaVital haben“, so Möller. In diesem Kontext stellte Jens Sellhorn den Geschäftsbericht 2021 vor. Im Einkauf konnte aufgrund der erheblichen Marktverwerfungen und erschwerten Marktzugänge lediglich eine Seitwärtsbewegung von plus 2 % erreicht werden.

 

Besondere Aufmerksamkeit erhielt an diesem Tag jedoch das Thema der Online-Einlagenversorgung. Um die Chancen des gestiegenen Onlinevertriebs zu nutzen und gleichzeitig den Vorgaben des Handwerksrechts ausnahmslos zu entsprechen, stellt Jens Sellhorn im Namen des Aufsichtsrates den Plan eines Multichannel-Ansatzes als zukünftigen Vertriebsweg vor. Dabei entscheidet die Indikation, ob eine on- oder offline Versorgung stattfinden wird. Das Für und Wider wurde von den Mitgliedern offen, jedoch kontrovers diskutiert.

 

Passend zum Tenor der Versammlung trat Hartmut Goldboom, Direktor Gesellschafterentwicklung bei der hagebau, im Anschluss auf die Bühne. Mit seinem Vortrag „Verbundgruppen im Wandel“ bekräftigte er die Notwendigkeit, Kundenbedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt zu stellen und bestehende Strukturen zugunsten digitaler Geschäftsprozesse neu zu denken.

 

Auch die Gesellschafterversammlung war fester Programmpunkt der rehaVision. Im letzten offiziellen Teil des ersten Tages wurde über gesellschaftsrechtliche Themen wie z. B. die Entlastung des Aufsichtsrates und des Geschäftsführers abgestimmt.

 

Der zweite Tag der rehaVision stand ganz im Zeichen des Austauschs. Einblicke in die derzeitigen Herausforderungen in den Bereichen Einkauf und Vertragsmanagement erhielten die Mitglieder im Rahmen der Vorträge aus den rehaVital-Fachabteilungen. Frachtkostenerhöhungen, Materialengpässe und Veränderungen der Marktakteure sind noch immer die treibenden Themen im Bereich der Beschaffung sowie der Vertragsverhandlungen. Lieferketten sind und bleiben für längere Zeit massiv gestört, so rechnet man nicht mit einer Rückkehr auf Vor-Corona-Niveau in den nächsten Monaten oder gar Jahren. Das aktuell stabile Wachstum im Einkauf ist zu einem erheblichen Anteil auf die erfolgreiche Akquise neuer Lieferanten und Mitglieder zurückzuführen. Im Vertrieb und Krankenkassenmanagement wurde dargestellt, wie diese einzelnen Preissteigerungen den Krankenkassen vermittelt werden und wie die rehaVital organisiert ist, um nahtlos zum 01.01.2023 neue Verträge zu verhandeln.

 

Der Bereich IT und Digital Services stellte seine aktuellen Entwicklungen in Form von Live-Präsentationen vor. Das rehaVital-Tochterunternehmen CSE Healthcare GmbH erklärte zusammen mit der opta data Gruppe das Produkt careMed.one – eine App zur Patientenversorgung – am Beispiel der Wunddokumentation. Nutzer:innen profitieren dabei von der automatisierten Stammdatenübernahme und einem Versorgungsleitfaden zur Dokumentation, der nach Erstellung als automatisierte Benachrichtigung an Pflegedienst und ärztliches Fachpersonal geht und den Rückfluss der Daten ins Stammsystem sicherstellt. Die opta data stellte als weiteres Projekt eine Call-Center-Lösung vor, die auf die speziellen Bedürfnisse von Kund:innen der Leistungserbringer zugeschnitten ist. Auch die Recare Deutschland GmbH sowie die Pflegeplatzmanager GmbH waren zu Gast. Mit ihren digitalen Entlassplattformen für Krankenhäuser und Nachversorger demonstrierten sie die automatische Anbindung an das Vertrags- und Dokumentenmanagement System VDMS der rehaVital, mit dem Versorgungsanfragen automatisiert gefiltert und direkt beantwortet werden können. Zum neu aufgesetzten VDMS-System konnten die rehaVital-Mitglieder vor Ort auch gleich Fragen zu Umgang und Bedienung stellen. Wiederum als Vortrag verpackt stellten Dr. Jan Helmig (opta data Gruppe) und Axel Sigmund (BIV-OT) die Entwicklungen und ersten Ergebnisse eines Pilotprojektes zur eVerordnung vor.

 

So vielfältig das Programm, so vielfältig auch die Gäste. Ab Mittag wurde der Teilnehmerkreis um die Lieferanten- und Netzwerkpartner des rehaVital-Verbundes erweitert. Vorträge verschiedener Gastredner und daran anschließende Diskussionsrunden lieferten in den Nachmittagsstunden zahlreiche Denkanstöße und ließen wohl jedes Mitgliedsunternehmen den eigenen Status quo hinterfragen. Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky erläuterte in seinem Vortrag den sogenannten reality gap, die Auseinandersetzung mit der eigenen Strategieentwicklung. Demnach stelle sich die Frage: Ist die Weiterführung der bestehenden Unternehmensstrategie der richtige Weg oder können – unter Einbindung neuer Technologien und Geschäftsprozesse – Chancen ergriffen werden, um die Veränderungen im Marktumfeld, insbesondere in der Digitalisierung, (besser) für sich zu nutzen? Dazu zeigte er u. a. den Einfluss der großen Technologieunternehmen auf.

 

Ein weiterer Gastredner war Andreas Arntzen, CEO des Wort & Bild Verlages. Zum Thema „Unser Marktumfeld im Wandel“ lud er Matthias Lettermann (Sanitätshaus Lettermann), Thomas Möller (Sanitätshaus Stolle), Patrick Grunau (rehaVital) und Jens Sellhorn zur offenen Diskussion zu sich auf die Bühne ein. Zur Qualität des Kundenservices in Sanitätshäusern sowie des digitalen Angebots schilderte er kontroverse Erfahrungen. Sein Aufruf ins Publikum: Kundenbedürfnisse in den Fokus rücken, neuen Themen mit positiver Einstellung begegnen, Partnerschaften bilden. Die Digitalisierung im Alltag verschiebe die Erwartungen der Kund:innen und sollte somit auch das Marktumfeld in der Hilfsmittelbranche in Bewegung setzen.

 

Mit dem letzten Gastredner des Tages, Holger Gnekow, Inhaber der Hamburger Adler Apotheke, findet der Appell von Arntzen Gehör. Gnekow stellte die Software CareConnector vor, die in Zusammenarbeit mit der CSE Healthcare GmbH vor rund sieben Jahren in Pionierarbeit entwickelt wurde. Das sektorenübergreifende Medikationsmanagement-Tool wird eingesetzt, um Prozesse zur Patientenversorgung zu vereinfachen und die verschiedenen therapeutischen Instanzen digital miteinander zu vernetzen.  

 

Insgesamt nahmen über 300 Teilnehmer:innen an der rehaVision teil. Die äußerst gelungene Auftaktveranstaltung, welche das nächste Mal 2024 stattfinden soll, kommentiert Jens Sellhorn wie folgt: „Wir stellen uns den aktuellen Herausforderungen der Branche und werden gemeinsam Lösungen für alle derzeitigen „Brandherde“ erarbeiten. Gleichzeitig möchten wir auch für die Themen der Zukunft vorbereitet sein. Die rehaVision stellte das Thema Zukunft aus diesem Grund in den Mittelpunkt.“

 

 

Next Generation Network lernt vom Wachstumskurs des Kinder-Rehatechnikers Schuchmann, 07.04.2022

 

Im Rahmen ihrer regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen traf sich das Next Generation Network (NGN) der rehaVital Gesundheitsservice GmbH vom 17. – 19.03.2022 in Bissendorf beim Industriepartner und Gastgeber Schuchmann GmbH & Co. KG. Die beiden Geschäftsführer Miriam und Torsten Schuchmann gaben Einblicke in den Familienbetrieb und brachten der Gruppe ihre Firmenphilosophie näher.

 

Zum Veranstaltungsbeginn erhielten die Teilnehmer:innen beim Gastgeber und Industriepartner Schuchmann GmbH & Co. KG mit einer Führung Einblicke in das Unternehmen. Schuchmann ist Experte in der Kinder-Rehatechnik und wird als Familienbetrieb in zweiter Generation von Miriam und Torsten Schuchmann geführt.

 

Die besondere Firmengeschichte der Schuchmanns eignete sich hervorragend, die späteren Coachingthemen „Produktentwicklung“ und „Unternehmenswachstum“ näher zu beleuchten: So war es Miriams Schwester, selbst mit einer Behinderung konfrontiert, die der Mutter und ursprünglichen Sanitätshausinhaberin Erni Schuchmann den „Antrieb“ zur Firmengründung des Herstellungsbetriebes Schuchmann gab. Kontinuierliche Produktentwicklungen brachten dem Unternehmen ein stetiges Wachstum. Mittlerweile agiert das Unternehmen weltweit mit einem breiten Netzwerk an Vertriebspartnern.

 

Das anschließende Coaching wurde von Volker Böhning, Trainer und Inhaber von Semper Avanti, in drei informativen Einheiten mit Querbezug zur Unternehmensentwicklung und speziell den Themen „Wachstum und Führung“, „Wachstum und Organisation“ und „Entwicklung“ abgehalten. Wachstum und Entwicklung eines Unternehmens wurde darauf aufbauend anhand eines Canvas Business Modells simuliert, wobei sich der Wachstumskurs sowie die Expansion der Firma als Best Case für die Gruppe erwies.

 

Die Expertise von Volker Böhning nutzte die Gruppe bereits in der vorangegangenen NGN-Veranstaltung für sich. Aufgrund der positiven Erfahrung wurde mit diesem Coach nun eine Kooperation über drei Jahre vereinbart. „Die Expertise von Herrn Böhning sehen wir als großen Mehrwert für die Gruppe. Wir freuen uns sehr, auch zukünftig mit ihm, nicht nur für die NGN-Initiative, sondern auch für die rehaVital-Gruppe, zusammenzuarbeiten“, erklärt Zeleman Akhtar, Referent im Vertrieb und Krankenkassenmanagement bei der rehaVital Gesundheitsservice GmbH und Projektleiter der Nachwuchsorganisation Next Generation Network.

 

Auch dieses Mal wurde das Rahmenprogramm der Veranstaltung zum Netzwerken und Erfahrungsaustausch genutzt. Vor dem gemeinsamen Abendessen ging es zur Kartbahn, auf der sich die Teilnehmer:innen ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten. Der Besuch im Restaurant MEZZOMAR bot anschließend einen entspannten Ausklang. „Im Rahmen des NGN Netzwerkes erhalten die Teilnehmer:innen vielfältige Möglichkeiten zur persönlichen und unternehmerischen Weiterentwicklung. Dieses Konzept unterstützen wir gerne“, erklärt Torsten Schuchmann.

 

 

Das Next Generation Network:
Das Next Generation Network (NGN) wurde von der rehaVital Gesundheitsservice GmbH im Jahr 2013 mit dem Ziel gegründet, die Führungskräfte von morgen im eigenen Verbund auf ihre zukünftigen Aufgaben optimal vorzubereiten und miteinander zu vernetzen. Die inzwischen auf 34 Teilnehmer angewachsene Nachwuchsorganisation der rehaVital bietet dabei ganz bewusst Raum für Impulse und Eigeninitiativen, die für den einzelnen über seine bloße Teilnahme an den Angeboten des NGN hinausgeht.

 

 

rehaVital kooperiert mit der PFH im Studiengang Orthobionik, 11.03.2022

Engagement zur Zukunftssicherung der OT-Branche

 

 

Hamburg/Göttingen. Die rehaVital, eine der größten deutschen Verbundgruppen im Markt medizinischer Hilfsmittel, setzt seit 1. Januar 2022 auf eine Bildungs- und Transferpartnerschaft mit der PFH Private Hochschule Göttingen im Studiengang Orthobionik. Damit möchte der Verbund, deren aktuell 115 Mitgliedsunternehmen jährlich mehrere Millionen Patientinnen und Patienten versorgen, die Verzahnung von beruflicher und akademischer Bildung im Gesundheitswesen fördern und dem Fach- und Führungskräftemangel in der Wachstumsbranche Orthopädietechnik entgegentreten.

 

"Bislang gibt es keinen vergleichbaren Studiengang, der handwerkliche Ausbildung und Studienabschluss im Bereich der Orthobionik miteinander verbindet. Diesen Bildungsweg möchten wir fördern und darüber hinaus auch die Möglichkeit schaffen, Fach- und Führungskräfte für unsere Mitgliedsunternehmen zu gewinnen“, begründet Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital, das Engagement im Studiengang Orthobionik. Der achtsemestrige, interdisziplinär angelegte Bachelorstudiengang Orthobionik vereint praktisches Know-how aus der Orthopädietechnik und den Wissenschaften Medizin, Biomechanik, Werkstoffkunde, Ingenieurwissenschaften sowie Management. Er bereitet Studierende auf die eigenverantwortliche und komplexe orthopädietechnische Versorgung mit Orthesen, Prothesen und weiteren Hilfsmitteln direkt am Patienten vor. 

 

Förderung von Talenten und Nachwuchskräften

"Wir freuen uns, dass wir mit der rehaVital einen Partner an Bord haben, der stellvertretend für seine Mitgliedsbetriebe an deutschlandweit über 600 Standorten unser Studien-Angebot wahrnimmt und dieses nun aktiv mitgestalten und finanziell unterstützen wird“, sagt Prof. Dr. Frank Albe, Präsident der PFH. Neben der finanziellen Beteiligung wollen die beiden Partner auch inhaltlich eng zusammenarbeiten: über den Einsatz von ausgewählten rehaVital-Praxisreferent:innen im Studium, bei der Entwicklung neuer Studiengangs-Angebote bis hin zu gemeinsamen Workshops – u. a. unter Einbindung des „Next Generation Network“, dem Netzwerk für die Nachwuchsförderung der rehaVital-Mitgliedsbetriebe. “Mit dem Fachkräftemangel einher geht auch das Thema Unternehmensnachfolge, das für viele unserer Mitgliedsunternehmen immer schwieriger zu bewältigen ist. Dafür wollten wir eine zukunftsgerichtete Lösung finden“, betont Detlef Möller, Aufsichtsratsvorsitzender der rehaVital und Geschäftsführer der Stolle Sanitätshaus GmbH & Co. KG. "Die Zusammenarbeit mit der PFH bietet unserer Verbundgruppe die Möglichkeit, junge Talente und Nachwuchskräfte zu identifizieren, zu fördern und sie für die Mitarbeit in unseren Mitgliedunternehmen langfristig zu begeistern", ergänzt Alexander Pohl, Mitglied des Aufsichtsrates und Gesell. Geschäftsführer der Häussler Technische Orthopäde GmbH, Ulm.

 

Aktive Problemlöser bereits im Bachelorstudium

Neben dem demografischen Wandel sorgen auch die Digitalisierung und eine hohe Dynamik im Bereich der medizintechnischen Innovationen für steigende Ansprüche bei der Ausbildung in der Technischen Orthopädie. Mit dem Bachelor-Studiengang Orthobionik hat die PFH Private Hochschule Göttingen bereits 2011, auf Initiative von Prof. Hans-Georg Näder, ein deutschlandweit einzigartiges akademisches Qualifikationsangebot entwickelt. Dreh- und Angelpunkt für die Studierenden ist das "ZHT Zentrum für Healthcare Technology" in der Universitätsmedizin Göttingen. Auf über 800 Quadratmetern Fläche stehen über zwei Ebenen eine moderne orthopädietechnische Werkstatt, ein Ganglabor, Plätze zur Patientenversorgung sowie Seminar- und Büroräume zur Verfügung. Der staatlich anerkannte und bereits zwei Mal erfolgreich national und international akkreditierte Studiengang zeichnet sich mit 20 Studierenden pro Jahr durch seine optimale Betreuungssituation aus. Inzwischen haben mehr als 120 Absolvent:innen das Bachelorprogramm erfolgreich abgeschlossen und gehen ihren beruflichen Weg in der Patientenversorgung, im Management von Sanitätshäusern, in der Forschung und Entwicklung oder im Produktmanagement in der Industrie.

 

 

Zur PFH Private Hochschule Göttingen:
Die PFH Private Hochschule Göttingen ist eine international ausgerichtete, staatlich anerkannte private Hochschule. Die 1995 gegründete, fachlich breit aufgestellte, hybride Hochschule für angewandte Wissenschaften entwickelte sich zu einer der renommiertesten Hochschulen Deutschlands. Seit 2020 gehört die PFH zur Galileo Global Education Group, Europas größte Hochschulgruppe mit rund 170.000 Studierenden sowie Schülerinnen und Schülern an 91 Standorten in 13 Ländern. In den an der PFH angebotenen 30 Campus- und Fernstudiengängen sind aktuell rund 4.000 Studierende eingeschrieben. Die Studiengänge für Management & Law, Technologie, Orthobionik, Psychologie und Wirtschaftspsychologie in Göttingen und Stade bieten innovative Inhalte und sind gleichermaßen anwendungsorientiert wie international angelegt. Die PFH verfügt über eine hohe Netzwerkkompetenz im Hinblick auf ihre über 40 Partnerhochschulen sowie über vielfältige Praxis- und Unternehmenskontakte. Hervorzuheben ist hier das Kuratorium, das unter anderem von Unternehmen wie Airbus, Bahlsen, Continental, Novelis, Ottobock, PwC, SAP, TUI oder T-Systems gebildet wird.

 

 

Gemeinsam erfolgreich: „Wir versorgen Deutschland“ hebt mit Vereinsgründung die politische Arbeit für die Hilfsmittelbranche auf eine neue Ebene, 11.03.2022

 

Was als loses Bündnis begann ist nun ein eingetragener Verein: Mit „Wir versorgen Deutschland“ haben sich fünf der maßgeblichen Spitzenverbände und Zusammenschlüsse von Leistungserbringern verbündet, um die gemeinsame politische Ansprache in Berlin zu koordinieren. Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zählen der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT), die EGROH-Service GmbH, die Reha-Service-Ring GmbH (RSR), die rehaVital Gesundheitsservice GmbH sowie die Sanitätshaus Aktuell AG. Als Generalsekretäre zeichnen künftig Kirsten Abel und Patrick Grunau verantwortlich. Der Verein hat mit ihnen zwei ausgewiesene Experten des Fachs für sich gewinnen können. Kirsten Abel ist derzeitige Sprecherin des BIV-OT-Präsidiums und Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für interprofessionelle Hilfsmittelversorgung e. V. (DGIHV). Patrick Grunau fungiert bei der rehaVital als Bereichsleiter für Politik, Kommunikation und Marketing.

 

Den Vorstand des neugegründeten Vereins stellen Ben Bake, entsendet von Sanitätshaus Aktuell, Dr. Axel Friehoff, entsendet von der EGROH, Thomas Piel, entsendet vom RSR, Alf Reuter, entsendet vom BIV-OT und Jens Sellhorn, entsendet von der rehaVital.

 

„Es ist ein Meilenstein für die Hilfsmittelbranche. Es war ein langer Weg, den wir bis zur Vereinsgründung gegangen sind, aber er war jeden Meter wert. Der lose Zusammenschluss ist zu einem eingetragenen Verein geworden, der vor allem eins zum Ziel hat: Für die Interessen der Hilfsmittelleistungserbringer zu kämpfen. Es sind sich alle Mitglieder einig, dass wir daran geschlossen arbeiten“, resümiert Patrick Grunau.

 

„Demokratie heißt, dass wir uns aktiv einbringen, um die Qualität von politischen Entscheidungen zu verbessern. Wir können nicht erwarten, dass Abgeordnete, die mitten aus der Gesellschaft kommen, über unsere branchenspezifischen Herausforderungen tief informiert sind. Es liegt an uns, die Rolle des verlässlichen und fachlich kompetenten Ansprechpartners wahrzunehmen und damit unseren Teil der Verantwortung für eines der besten Gesundheitssysteme der Welt beizutragen. Hier sind wir mit vereinten Kräften künftig noch besser aufgestellt“, so Kirsten Abel.

 

In der digitalen Informationsveranstaltung „Ampel, Lauterbach, neuer Gesundheitsausschuss: Was bringt uns die neue Regierung?“ haben die Generalsekretäre von „Wir versorgen Deutschland“ über die neuen Rahmenbedingungen im politischen Berlin gesprochen. Thema war dabei auch der Koalitionsvertrag von SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen, in dem die Ampelregierung eingesteht, dass das deutsche Gesundheitswesen nicht so krisenfest ist wie noch vor der Pandemie gedacht. Daher müssten alle Reformvorhaben in der neuen Legislaturperiode nicht auf Leistungskürzungen, sondern stabilisierende Maßnahmen abzielen. Der Vorstand hat bereits die ersten Aufgaben des Vereins definiert: Es gilt, die im Koalitionsvertrag enthaltenen Versprechungen zur Entbürokratisierung, Digitalisierung und Stärkung der Gesundheitsfachberufe in konkrete und umsetzbare gesetzgeberische Maßnahmen zu überführen. Die Entwicklungen wird der Verein genau beobachten und die Bundesregierung unterstützen, die richtigen Weichen zu stellen.

 

Seine erste Mitgliederversammlung hat der Verein am 21. Januar 2022 abgehalten.

 

 

Zum Verein „Wir versorgen Deutschland“:
Knapp 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland benötigen die Versorgung mit Hilfsmitteln. Für Teilhabe und Lebensqualität dieser Patienten und Patientinnen sind diese Versorgungen elementar: Sie gewährleisten den Erfolg ihrer Krankenbehandlung, beugen drohenden Behinderungen vor oder gleichen bereits bestehende Handicaps aus. Mehr als 120.000 Mitarbeiter und mehr als 8.000 Leistungserbringer in den Bereichen Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Reha-Technik und Homecare verantworten die wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung dieser Patienten und Patientinnen.
Die im Verein zusammengeschlossenen Partner zählen zu den maßgeblichen Spitzenverbänden und Zusammenschlüssen von Leistungserbringern. In ihrer Verantwortung für die qualitätsgesicherte, wohnortnahe und wirtschaftliche Versorgung haben sich die Partner auf die gemeinsame Verfolgung politischer Positionen geeinigt. Zu dem Verein gehören: Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, EGROH-Service GmbH, Reha-Service-Ring GmbH, rehaVital Gesundheitsservice GmbH und Sanitätshaus Aktuell AG.

 

rehaVital und SPECTARIS forcieren strategischen Schulterschluss, 07.02.2022

 

Unter der Schirmherrschaft der rehaVital Gesundheitsservice GmbH und der AG Hilfsmittel und außerklinische Versorgung des Industrieverbands SPECTARIS trafen sich am 18. Januar 2022 zahlreiche Hersteller und Leistungserbringer-Gruppen vor Ort in Berlin sowie vor den Bildschirmen zu Hause zum gemeinsamen Austausch.

 

Marcus Kuhlmann, Leiter Medizintechnik bei SPECTARIS, begrüßte die Teilnehmer:innen und wies auf die Kartellregeln hin. Anschließend führten Patrick Grunau (rehaVital) und Sven Koppelwiser (Burmeier) mit ihren Vorträgen durch die Veranstaltung.

 

Patrick Grunau brachte einführend die aktuellen Herausforderungen der Hilfsmittelleistungserbringer auf den Punkt. U. a. verwies er dabei auf den Mangel an belastbaren Daten und Fakten zur Branche und die daraus resultierende Notwendigkeit einer gemeinsamen und professionellen Aufstellung. „Schwierige Marktsituationen können nur auf Basis einer fundierten Informationsgrundlage gemeistert werden“, so Grunau.

 

Weiterführend forderte er eine starke Stimme der Industrie, sodass die Branche als Ganzes wahrnehmbarer wird. Mit Blick auf die anstehenden Herausforderungen hält er es für erforderlich, gemeinsame Strategien zu entwickeln, Kräfte zu bündeln und Synergien effektiv zu nutzen: „Hilfsmittelleistungserbringer und Industrie stehen in den kommenden Jahren vor großen gemeinsamen Herausforderungen. Für uns als rehaVital steht fest, dass aufgrund dessen auch gemeinsame Anstrengungen nötig sind, um die Branche krisenfest und zukunftsfähig zu machen. Der Dialog ist nun eröffnet und der Anfang gemacht.“

 

Sven Koppelwiser verwies in seinem Vortrag darauf, dass sowohl für die Industrie als auch die Leistungserbringer die massiv angestiegenen Kosten für Rohstoffe, Komponenten und Logistik in der Hilfsmittelversorgung keinen Aufschub dulden und dieses Problem schnell angegangen werden muss. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe werden daher Vorschläge erarbeitet, wie die dynamische Entwicklung der Dienstleistungs- und Produktionskosten in der bisher statischen Vertragsgestaltung besser berücksichtigt werden können. Dabei will man auf allgemeingültige gesetzliche Lösungen setzen.

 

Nicht nur die Thematik rund um die Kostensteigerungen zeigen, dass Leistungserbringer und Industrie oftmals gemeinsame Interessen verfolgen. Es spricht also vieles dafür, dass beide Parteien Versorgungsprozesse ganzheitlich betrachten. „Von der Produktion bis zur Versorgung arbeiten Industrie und Leistungserbringer eng zusammen. Das Ergebnis für die Patientinnen und Patienten muss daher auch gemeinsam bewertet und mit den Interessen der Kostenträger in Einklang gebracht werden. Insoweit werden konsistente Botschaften aus Industrie und Leistungserbringerschaft dringend gebraucht,“ erklärt Koppelwiser.

 

Nach Meinung der Teilnehmer:innen bot die Veranstaltung einen gelungenen Austausch. Diese positive Resonanz bildet die besten Voraussetzungen für eine regelmäßige Veranstaltungsreihe, in der die rehaVital und SPECTARIS ihre Zusammenarbeit auch in Zukunft anhand verschiedener Themen und Projektgruppenstrukturiert fortführen werden.

Digitale Standards in der Orthopädietechnik: rehaVital-Arbeitsgemeinschaft „SmartOT" geht in die zweite Phase über, 20.01.2022

 

Mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erarbeitet die rehaVital-Arbeitsgemeinschaft „SmartOT“ neue Standards in den Fachbereichen „Rumpforthetik“, „Orthetik-Extremitäten“ sowie „Prothetik der unteren Extremitäten“. Die Projektlaufzeit verlängert sich nun um weitere zwei Jahre.

 

Seit August 2020 befasst sich das aus rehaVital-Mitgliedsunternehmen und Experten bestehende Netzwerk „SmartOT“ mit Standards im Umgang mit neuen digitalen Werkzeugen in der Orthopädietechnik. Für diesen Zweck stellte das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz für die Bereiche „Rumpforthetik“ und „Orthetik der Extremitäten“ eine finanzielle Förderung bereit, wodurch auch Daniel Jäger von der Technischen Hochschule Ulm als Netzwerkmanager in Vollzeit benannt werden konnte.

 

Nach der ersten Projektphase vom 01.08.2020 bis 31.07.2021 erfolgte nun eine Verlängerung um weitere zwei Jahre sowie die Aufnahme des Bereichs „Prothetik der unteren Extremitäten“. „Eine der deutlichsten Veränderungen in unseren bisherigen Arbeitsweisen ist es, Fertigungs- und Produktionsschritte digitalisiert abzubilden. Die kommenden Monate ermöglichen es uns, dieses Thema mit großem Engagement voranzutreiben“, so Andreas König von Emil Kraft & Sohn GmbH & Co. KG über die Verlängerung der Projektlaufzeit.

 

Orthetik der Extremitäten

Im hochindividuellen Gebiet der orthetischen Versorgung wurden zunächst die Arbeitsweisen der Mitgliedsunternehmen zur digitalen Modell-Erstellung des Hilfsmittels analysiert und darauf basierend Konzepte zur Standardisierung sowie Modernisierung erarbeitet. Der aus den Konzepten erstellte Leitfaden führt unterschiedliche Möglichkeiten zur Modellerfassung auf und beschreibt außerdem, welche Technik in welcher individuellen Versorgungssituation erfolgsversprechend ist. In der nun anlaufenden zweiten Phase widmet sich der Arbeitskreis der Umsetzung. Die erarbeiteten 3D-Scanverfahren werden dabei in der Praxis angewendet, weiter verfeinert und automatisiert.

 

Rumpforthetik

Im Bereich der Rumpforthetik übertrug ein weiterer Arbeitskreis die Arbeitsschritte zur Erstellung eines physischen Gips-Modells in eine digitale Fertigung. Darauf aufbauend wurde ein Prozess entwickelt, mit dem grundlegende Zweckformen für unterschiedliche Typen von Skoliosen individuell an den Patienten angepasst werden können. In den kommenden Monaten werden die digitalisierten Modelle durch verschiedenste Voreinstellungen erweitert, um manuelle Anpassungen zukünftig auf ein Minimum zu reduzieren. Komplettiert wird der Prozess um eine Automatisierung, durch die softwarespezifische Anforderungen entfallen und die individuelle und maßgerechte Bearbeitung durch den Orthopädie-Mechaniker im Vordergrund steht.

 

Prothetik der unteren Extremitäten

Neu mitaufgenommen wurde das Gebiet der Prothetik. Der dafür gebildete Arbeitskreis konzentrierte sich auf die untere Extremität und erarbeitete einen ersten Prototyp eines teildigitalen sowie eines volldigitalen Prozesses. Bei der Oberschenkelprothetik muss aufgrund des großen Anteils an Weichgewebe auf einen optischen Scanner verzichtet werden. Stattdessen wurde ein Prozess mit Maßen und Mustermodellen aufgebaut. Im weiteren Verlauf wird dieser Prozess feinangepasst und eine Übertragbarkeit auf die Armprothetik geprüft.

 

In den Arbeitsgruppen geht es darum, Erfahrungen untereinander auszutauschen und daraus konkrete Standardprozesse abzuleiten. Dabei liegt der Fokus auf einer Verschlankung, Modernisierung sowie Standardisierung der aktuellen Produktionsprozesse. „Wir erwarten mittelfristig umfangreiche Transformationsprozesse, die praktisch jedes Unternehmen durchlaufen muss, um eine zukunftssichere Marktpositionierung erreichen zu können. Die Digitalisierung in der OT betrachten wir als einen wesentlichen Baustein im Gesamtkontext“, erklärt Frank Strobel, Bereichsleiter im Beschaffungsmanagement bei der rehaVital. Die Projektlaufzeit endet mit der Erstellung eines ausführlichen Leitfadens. Dieser wird die gesammelten Erfahrungen der Netzwerk-Teilnehmer enthalten.

 

 

 

 Die am Netzwerk teilnehmenden rehaVital-Unternehmen sind:
- Alippi GmbH
- Fuchs + Möller GmbH
- Glotz GmbH
- Häussler GmbH
- Jüttner KG
- ORTHOVITAL GmbH
- Emil Kraft & Sohn GmbH & Co. KG
- Lettermann GmbH
- Schaub KG
- Wurster GmbH
- o.r.t. GmbH (Auxilium Gr.)
- Luttermann GmbH (Auxilium Gr.)

 

Weitere Partner:
- Antonius Köster GmbH & Co. KG
- rehaVital Gesundheitsservice GmbH
- Bundesfachschule für Orthopädie-Technik e.V.

 

Software:
- Geomagic FreeForm, Lizenzgeber Antonius Köster GmbH & Co. KG

 

Netzwerkleitung:
- Technische Hochschule Ulm (Forschungsgruppe Biomechatronik)

 

Patrick Grunau ist neuer Prokurist bei der rehaVital, 17.01.2022

 

Geschäftsführer Jens Sellhorn hat im Namen des Aufsichtsrates der rehaVital Gesundheitsservice GmbH Patrick Grunau, Bereichsleiter Politik, Kommunikation und Marketing, mit Wirkung zum 01.01.2022 zum Prokuristen ernannt.

 

Die rehavital hat mit Patrick Grunau (37) einen neuen Prokuristen bestellt, der seine Verantwortung seit dem 01.01.2022 wahrnimmt. Geschäftsführer Jens Sellhorn über die Erteilung der Prokura: „Durch das stetige Wachstum der rehaVital ist es erforderlich,

die Entscheidungsausführung auszuweiten. Mit Patrick Grunau haben wir einen verantwortungsbewussten Prokuristen hinzugewonnen und sichern damit die reibungslose Fortführung des laufenden Betriebs. Ich wünsche ihm viel Erfolg bei dieser neuen und verantwortungsvollen Aufgabe.“

 

Patrick Grunau ist seit Juli 2018 in seiner Position als Bereichsleiter Politik, Kommunikation und Marketing bei der rehaVital tätig. Darüber hinaus ist er im Bündnis „Wir versorgen Deutschland“ aktiv, welches 2021 gegründet wurde, um die politischen Positionen rund um die Hilfsmittelversorgung aktiv zu begleiten und der Branche auf diese Weise eine Stimme zu verleihen. „Ich freue mich über das Vertrauen, das in mich gesetzt wird und auch darauf, innerhalb der rehaVital und unserer Branche aktiv mitwirken zu dürfen“, so Patrick Grunau. Auch künftig wird er neben seinen neuen Aufgaben als Prokurist den Bereich Politik, Kommunikation und Marketing führen.

 

Was bringt uns die neue Regierung? Das Bündnis „Wir versorgen Deutschland“ im Online-Talk über den Koalitionsvertrag und neuen Gesundheitsausschuss, 11.01.2022

 

Die neue Regierung steht und so nun auch der Koalitionsvertrag, der das Regierungsprogramm sowie die wichtigsten Vorgaben beinhaltet. Im Rahmen einer Online-Informationsveranstaltung unterzogen Kirsten Abel und Patrick Grunau vom Bündnis „Wir versorgen Deutschland“ (WvD) den Vertrag einer kritischen Bewertung. Die Erstanalyse zeigt, viele der aufgeführten Punkte versprechen mögliche Hebel, um für die Hilfsmittelbranche brisante und wichtige Themen voranzubringen.

 

Intensiven Koalitionsverhandlungen vorausgehend liegt nun seit dem 24. November 2021 der Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vor. Der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach formulierte bei seinem Antritt gleich ein Versprechen: „Mit uns wird es keine Leistungsabsenkungen im Gesundheitswesen geben.“ Auch der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages hat sich neu konstituiert. Was sich dadurch für den Bereich Gesundheit ändert, analysierten Kirsten Abel, Sprecherin des Präsidiums des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT), und Patrick Grunau, Bereichsleiter Politik, Kommunikation und Marketing bei der rehaVital Gesundheitsservice GmbH, im Online-Videotalk am 07. Januar 2022 und wandten sich dabei dem Koalitionsvertrag inhaltlich zu.

 

Vorstellung der relevanten Köpfe

Zum Einstieg der Veranstaltung stellten die beiden Bündnis-Mitglieder die Spitze des Gesundheitsministeriums, den Ausschuss für Gesundheit sowie die gesundheitspolitischen Sprecher:innen im Einzelnen ausführlich vor und ordneten die neuen Gesichter entsprechend ein. Dabei wurden neben den Ministerien Gesundheit und Arbeit und Soziales (SPD) auch die Ministerien Wirtschaft und Klimaschutz (Bündnis 90/Die Grünen) und Finanzen und Bildung und Forschung (FDP) betrachtet. Anliegen des Bündnisses ist es, nachhaltige Kontakte in die genannten Ministerien aufzubauen, um ihre Forderungen mit einheitlicher Stimme an den richtigen Stellen zu platzieren und den Druck vonseiten der Hilfsmittelbranche zu erhöhen.

 

Eckpunkte des Koalitionsvertrages

Kirsten Abel und Patrick Grunau referierten im Verlauf der Online-Veranstaltung über die gesundheitsbezogenen Themenblöcke des Koalitionsvertrages und gingen dabei vorrangig auf die für die Hilfsmittelbranche relevanten Bereiche ein. Der erste Punkt im Koalitionsvertrag benennt das Vorhaben der Entbürokratisierung. Dieses Ziel begrüßt das Bündnis sehr, da die qualitätsgesicherte Patientenversorgung durch eine überborderte Bürokratie zusehends aus dem Fokus zu geraten droht. Zu diesem Thema entdeckte das Bündnis relevante Passagen im Vertrag, es bleibt jedoch unspezifisch, wie genau die Entbürokratisierung gelingen soll. Als weiterer Punkt wurde die Stärkung der Gesundheitsberufe aufgeführt. Für das Bündnis ein brisantes Thema, soll doch die Relevanz des versorgenden Personals in den Sanitätshäusern herausgestellt werden, die im Gegensatz zu akademischen Berufsgruppen keine eindeutige Zuordnung im Gesundheitswesen erfahren und folglich in ihrer Handlungsnotwendigkeit in der Patientenversorgung häufig übersehen werden. „Es hat uns Blut, Schweiß und Tränen gekostet, um gegenüber der Politik deutlich zu machen, welche wesentliche Rolle die Gesundheitsbetriebe in der Patientenversorgung einnehmen. Die Pandemie hat bereits viele Defizite aufgezeigt, das Thema wird aber weiterhin sehr aktuell sein,“ so Abel.

Ein anderes sehr präsentes Thema ist die Digitalisierung, die sich in auch vielen anderen Unterpunkten des Koalitionsvertrages wiederfindet. Mitunter wird die Zusage gemacht, die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) und das E-Rezept zu beschleunigen. Letzteres wurde jedoch mittlerweile auf unbestimmte Zeit verschoben. Dies verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis.

 

Weitere Punkte des Koalitionsvertrages, die während der Informationsveranstaltung diskutiert wurden, sind die zukünftige Entwicklung wohnortnaher Versorgungskonzepte, die Bevorratung von Medizinprodukten und Hilfsmitteln, die Stärkung der (häuslichen) Pflege, die Beschleunigung der Selbstverwaltung durch eine Reform des G-BA sowie eine Stabilisierung der Finanzierung des Gesundheitswesens. 

 

Wie geht es weiter?

Aus den Punkten des Koalitionsvertrages abgeleitet benannten Kirsten Abel und Patrick Grunau die Planung des Bündnisses für 2022. „Es gilt nun, die handelnden Personen an ihrem Tun zu bewerten, brisante Themen aus unserer Branche rechtzeitig an die Politik heranzutragen und entsprechend Einfluss zu nehmen,“ erklärt Grunau. Um in den kommenden Monaten bestmöglich handeln zu können, folgen Gespräche mit den Sprechern der Fraktionen sowie ein kontinuierliches Monitoring der aus dem Koalitionsvertrag sondierten Fokus-Themen. Dabei werden die regelmäßig stattfindenden öffentlichen WvD Video-Talks beibehalten.

 

Aber auch die internen Strukturen des Bündnisses werden gefestigt. 2022 wird die erste Mitgliederversammlung des Bündnisses abgehalten, zudem erfolgt die Eintragung ins Vereinsregister. Im weiteren Verlauf ist die Aufnahme weiterer (Gast-)Mitglieder vorgesehen.

 

Insgesamt nahmen rund 130 Teilnehmer:innen am Online-Videotalk teil. Im Namen der Bündnis-Partner bedankte sich Grunau bei den Gästen für die Teilnahme sowie aufkommenden Fragen und Anmerkungen.

 

 

Zum Bündnis „Wir versorgen Deutschland“:
Knapp 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland benötigen die Versorgung mit Hilfsmitteln. Für Teilhabe und Lebensqualität dieser Patienten und Patientinnen sind diese Versorgungen elementar: Sie gewährleisten den Erfolg ihrer Krankenbehandlung, beugen drohenden Behinderungen vor oder gleichen bereits bestehende Handicaps aus. Mehr als 120.000 Mitarbeiter und mehr als 8.000 Leistungserbringer in den Bereichen Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Reha-Technik und Homecare verantworten die wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung dieser Patienten und Patientinnen.

Die im Bündnis zusammengeschlossenen Partner zählen zu den maßgeblichen Spitzenverbänden und Zusammenschlüssen von Leistungserbringern. In ihrer Verantwortung für die qualitätsgesicherte, wohnortnahe und wirtschaftliche Versorgung haben sich die Partner auf die gemeinsame Verfolgung politischer Positionen geeinigt. Zu dem Bündnis gehören: Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, EGROH-Service GmbH, Reha-Service-Ring GmbH, rehaVital Gesundheitsservice GmbH und Sanitätshaus Aktuell AG.

 

rehaVital setzt mit Studie besonderes Augenmerk auf das Qualitätsverständnis in der Hilfsmittelversorgung, 06.01.2022

 

Um das Verständnis von Hilfsmittelqualität aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Akteure im Gesundheitswesen zusammenzufassen, hat die rehaVital Gesundheitsservice GmbH gemeinsam mit der Burmeier GmbH & Co. KG als Industriepartner eine Studie zur Qualitätsdefinition in Auftrag gegeben, deren Umsetzung von der FH Bielefeld durchgeführt wurde.

 

2017 trat das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) in Kraft. Dieses enthält umfangreiche Neuerungen für die Akteure im Gesundheitswesen, insbesondere soll durch das Gesetz die Qualität von Hilfsmitteln und der damit einhergehenden Hilfsmittelversorgung langfristig optimiert werden. Bereits in den vergangenen Jahren wurden Diskussionen zum Thema vonseiten der Politik aufgegriffen und in den aktuellen Gesetzgebungen der Gesundheitspolitik berücksichtig. Eine einheitliche Qualitätsdefinition ist daraus bislang noch nicht hervorgegangen, Auslegung und Kontrolle erfolgen fast ausschließlich durch die gesetzlichen Krankenkassen.

 

Zur Erschließung eines umfassenden Qualitätsverständnisses hat die rehaVital gemeinsam mit seinem Industriepartner, dem Hersteller von Pflegebetten Burmeier GmbH & Co. KG und der FH Bielefeld eine Studie zur Qualitätsdefinition durchgeführt. Die Studie verfolgte dabei zwei Ziele. Zunächst sollten die unterschiedlichen Blickwinkel der Akteure aus dem Gesundheitswesen zusammengetragen werden, um einen gemeinsamen Nenner zu bilden. Darauf aufbauend wurden Kriterien erörtert, welche die Hilfsmittelqualität beeinflussen. Als methodische Umsetzung wurde eine Delphi-Studie als dreistufige Befragung durchgeführt. Bei den Befragten handelte es sich um Expert:innen aus unterschiedlichen Bereichen der Hilfsmittelversorgung.

 

Aus den Ergebnissen der Befragung geht ein umfangreiches Kategoriensystem relevanter Kriterien hervor. Das Spektrum umfasst dabei technische und funktionale Kriterien von Hilfsmitteln, darüber hinaus aber auch die bedarfsgerechte Versorgung sowie den Serviceumfang. Zusammenfassend berücksichtigt das Kategoriensystem neben der eigentlichen Produktqualität zudem die Prozess- und die Ergebnisqualität.

Weiterhin wurde ein erster Vorschlag für eine Definition von Hilfsmittelqualität entwickelt: „Hilfsmittelqualität stellt ein komplexes Ziel im Bereich der Hilfsmittelversorgung dar, das sich nicht nur in der Qualität eines Produktes zeigt, sondern zudem in der Qualität des Prozesses und der Ergebnisqualität und von verschiedenen beteiligten Akteuren, wie Leistungserbringern, Kostenträgern und Nutzer:innen, auf verschiedenste Weise abhängig ist und beeinflusst wird.“

 

Das erarbeitete Kategoriensystem bildet den ersten Schritt zur Herstellung eines wissenschaftlich erhobenen Qualitätsverständnisses und dient als Grundlage für die bevorstehende Folgestudie. In dieser werden alle beteiligten Akteure des Gesundheitswesens die Kategorien im Rahmen einer repräsentativen Befragung auf ihre Wichtigkeit hin überprüfen. Die Einschätzung ermöglicht eine unabhängige wissenschaftliche Weiterentwicklung der aktuellen Datenbasis.

 

Als weiterer Partner für die Folgestudie konnte SPECTARIS, Deutscher Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik e.V., gewonnen werden. Der gemeinsame Projektauftakt mit Burmeier, SPECTARIS und der FH Bielefeld erfolgt noch im Januar 2022.

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