Presse

Wir nehmen als starke Verbundgruppe regelmäßig Stellung zu aktuellen Themen im Gesundheits- und medizinischen Hilfsmittelmarkt und informieren darüber hinaus über Projekte oder Veränderungen in der Hamburger Zentrale. Hier finden Sie unsere Presseinformationen zu verschiedensten Themen zum Download – von aktuellen Projekten der Zentrale, über erfolgreiche rehaVital-Veranstaltungen bis hin zu Stellungnahmen zu Ereignissen innerhalb der Hilfsmittel- und Gesundheitsbranche.

Weitere Informationen, Fotos und Logos stellen wir Ihnen auf Wunsch gerne zur Verfügung. Für Interviewanfragen zu aktuell relevanten Themen kontaktieren Sie uns ebenfalls gerne. Wir vermitteln den Kontakt zwischen Ihnen und unserer Geschäftsleitung bzw. den verschiedenen Bereichsleitern – je nach Themenausrichtung.

Kontakt:

Patrick Grunau
Fachbereichsleiter Unternehmenskommunikation & Marketing
E-Mail: pgrunau(at)rehavital.de
Fon: 040 / 22 72 87 - 29

Offener Brief an den Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Karl-Josef Laumann, 14.05.2020

„Coronabonus" auch für weitere Gesundheitsberufe

 

Sehr geehrter Herr Minister Laumann,


wir wenden uns anlässlich Ihrer Stellungnahme zum sogenannten „Coronabonus" für Altenpflegekräfte vom 11.05.2020 auf aerzteblatt.de an Sie.


Die aktuelle Coronapandemie stellt uns alle, insbesondere aber die Beschäftigten des Gesundheitswesens, vor eine nie dagewesene Belastungsprobe. Auch wenn die Zahl der an COVID-19 erkrankten Patienten bislang glücklicher Weise hinter den schlimmsten Befürchtungen zurückgeblieben ist, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsbranche, die tagtäglich in engstem Kontakt am und mit den Patienten arbeiten, permanent mit der Gefahr einer Infektion leben.


Dies betrifft nicht nur die klassischen Pflegekräfte, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsmittelleistungserbringer. Die Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln erfordert umfangreiche Beratungen, Anproben und Körperkontakt. Der empfohlene Mindestabstand muss dabei regelmäßig erheblich unterschritten werden. Die derzeit schwierige Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung und der, im Vergleich zu anderen Leistungssektoren, fehlende finanzielle Ausgleich der damit verbundenen Mehrbelastungen erfordern es, den Patienten, die dringend eine Versorgung zur Behandlung ihrer Krankheit oder zum Ausgleich ihrer Behinderung benötigen, häufig auch ohne ausreichenden Schutz nahe zu kommen.
 

Dieses Risiko nehmen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag in Kauf. Das Wohl der Patienten und eine menschlich zugewandte sowie qualitativ hochwertige Versorgung liegen uns besonders in dieser schweren Zeit am Herzen.


Ergänzend haben viele Hilfsmittelleistungserbringer zu Beginn der Krise wahre Kraftakte vollbracht, um den Krankenhäusern mit zum Teil sehr frühzeitigen Patientenentlassungen freie Kapazitäten zu schaffen. Dies war nur unter erheblichen physischen und psychischen Belastungen möglich, die bis heute anhalten.


Wir begrüßen ausdrücklich, dass die erheblichen Anstrengungen, die seitens der Leistungserbringer vollbracht werden, von der Politik anerkannt und gewürdigt werden. Wir halten es auch für den richtigen Schritt, auf Worte nun Taten folgen zu lassen. Deshalb ist die finanzielle Honorierung der Anstrengungen in der Altenpflege für die dort tätigen Menschen nur konsequent und folgerichtig.


Wir können jedoch nicht nachvollziehen, warum hier ein nur sehr kleiner Teil der Beschäftigten im Gesundheitsbereich in den Genuss einer finanziellen „Wiedergutmachung" durch den Staat für die Entbehrungen und Belastungen während der Corona-Krise kommt. Der Beitrag der Altenpflegerinnen und Altenpfleger in der momentanen Situation ist unbestritten. In Ihrer Stellungnahme betonen Sie, das Personal in der Altenpflege sei während der Pandemie besonderen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt und trage ein erhöhtes Risiko, bei der täglichen Arbeit selbst an COVID-19 zu erkranken. Diese Aussage trifft jedoch ausnahmslos und ohne Abweichung ebenfalls auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsmittelleistungserbringer zu, die täglich bei Hausbesuchen, in Kliniken oder im eigenen Laden genau diesen Belastungen ausgesetzt sind.


Wir appellieren daher an Sie, Ihre Auffassung zu einer Übertragbarkeit des „Coronabonus" auf andere Gesundheitsberufe zu überdenken. Ein Ausschluss der Mitarbeiterinnen und   Mitarbeiter der Hilfsmittelleistungserbringer wird weder deren Relevanz an sich, noch ihrem täglichen Einsatz gerecht. Aus unserer Sicht gibt es keinen anderen Schluss, als ein gleiches Risiko, eine gleiche Belastung und eine gleiche Relevanz auch mit einer gleichen Reaktion, in diesem Fall einem finanziellen Bonus, zu honorieren.


Der Gedanke, dass die Hilfsmittelleistungserbringer ihren Mitarbeitern einen solchen Bonus aus eigenen finanziellen Mitteln leisten sollen, ist dabei illusorisch und komplett abwegig. Die Auswirkungen der Coronapandemie gehen auch an unserer Branche nicht spurlos vorüber. Im Gegenteil: In vielen Bereichen ist es zu drastischen Umsatzrückgängen gekommen. Bereits in den letzten Jahren ist es anlässlich ständig sinkender Vertragskreise mit der gesetzlichen Krankenversicherung bekanntermaßen zu einem Ausbluten des Mittelstandes in dieser Branche gekommen. Die jetzigen Einschränkungen schnüren unserer Branche somit vollends die Luft ab, so dass wir auch an dieser Stelle dringend staatliche Unterstützung benötigen.
 

Im Sinne unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch im Interesse der von uns versorgten Patientinnen und Patienten, bitten wir um Ihr Gehör und Ihre Fürsprache in dieser Sache! Gern erläutern wir Ihnen auch in einem persönlichen Gespräch via Videokonferenz die besonderen Herausforderungen der Hilfsmittelversorgung ein wenig näher.


Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung und einen offenen Austausch zum Thema.
 

Mit freundlichen Grüßen

 

Jens Sellhorn, Geschäftsführer

 

Detlef Möller, Aufsichtsratsvorsitzender

Corona-Krise: rehaVital fordert Sonderprämie auch für Mitarbeiter der medizinischen Hilfsmittelbranche, 08.05.2020

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH lobt ausdrücklich die vom Kabinett im 2. Gesetz zum Schutz der Bevölkerung wegen Epidemie-Lage beschlossene Corona-Sonderprämie für Pflegekräfte. Gleichzeitig fordert sie eine solche Prämie auch für die Mitarbeiter der medizinischen Hilfsmittelbranche ein. Diese stützen seit Beginn der Corona-Krise mit ihrem Engagement maßgeblich das Gesundheitssystem, indem sie die Krankenhäuser entlasten und Risikogruppen betreuen. Zudem befinden sie sich bei der ambulanten Versorgung ebenfalls im engen Kontakt mit Patienten.

 

„Wir begrüßen die Sonderprämie für Pflegekräfte sehr“, betont Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital. „Gerade diese Berufsgruppe wird während der Corona-Epidemie stark belastet und leistet seit Wochen wirklich Großartiges. Dieses starke Engagement zu honorieren ist ein wichtiges Signal.“

 

Gleichzeitig verweist Skibbe auf die wichtige Rolle, die auch die Beschäftigten der medizinischen Hilfsmittelbranche bei der Bewältigung der Corona-Krise und insbesondere bei der medizinischen Versorgung von Corona-Risikogruppen spielen. Viele Angestellte der Sanitätsfachgeschäfte und Gesundheitsbetriebe befinden sich, wie die Pflegekräfte, im engen Kontakt mit Patienten. Sie kümmern sich in der ambulanten Patientenversorgung täglich z.B. um Beatmungs- oder Stoma-Patienten und sind in der Wundversorgung tätig. Hinzu kommt die Beratungstätigkeit der Sanitätshausmitarbeiter und Außendienstler. Sie gewährleisten weiterhin, unter den erschwerten Bedingungen der verschärften Hygienevorschriften, eine flächendeckende und einfühlsame Patientenbetreuung.

 

In den vergangenen Wochen wurde die rehaVital nicht müde, immer wieder auf die Relevanz der Hilfsmittelleistungserbringer für das Gesundheitssystem im Angesicht der Krise zu verweisen und die Politik aufzufordern, ihnen die gleiche Unterstützung zu geben, wie allen anderen Teilnehmern der Gesundheitsbranche. Der Beschluss einer Sonderprämie für Mitarbeiter der medizinischen Hilfsmittelbranche ist nun die beste Gelegenheit, um endlich ein entsprechendes, positives Signal zu senden. Parallel zur Verteilung der Prämie für Pflegekräfte aus der Pflegeversicherung schlägt die rehaVital vor, eine Sonderprämie für die Mitarbeiter der Hilfsmittelbranche von den Gesetzlichen Krankenkassen auszahlen zu lassen, die diese in einem zweiten Schritt vom Bund zurückerhalten.

 

„Wir fordern von der deutschen Politik, dass sie auch den unermüdlichen Einsatz unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen öffentlich wertschätzt. Sie sorgen tagtäglich dafür, dass die Patientenversorgung aufrechterhalten werden kann,“ bekräftigt Stefan Skibbe.
Die in den Kliniken dringend benötigten Ressourcen zur Bewältigung der Corona-Krise konnten in weiten Teilen dadurch geschaffen werden, dass die Hilfsmittelleistungserbringer engagiert und zügig die ambulante Versorgung der im Rahmen der Krise entlassenen Patienten übernommen haben. Diese, zum Teil unter erschwerten Bedingungen durchgeführte, Leistung hat vom Personal der Hilfsmittelleistungserbringer enorme physische und psychische Anstrengungen abverlangt. Eine Belastung, die unbedingt von Seiten des Staates honoriert werden muss.

 

Die bisherige fehlende Berücksichtigung der Hilfsmittelleistungserbringer bei Unterstützungsmaßnahmen der Politik, die Knappheit von Schutzausrüstung, stockende Lieferketten, völlig überteuerte Produkte im Bereich Homecare, wie z.B. Desinfektionsmittel, sowie verunsicherte Patienten hatten die medizinische Hilfsmittelbranche in den letzten Wochen vor besondere Herausforderungen im Versorgungsalltag gestellt, die sie bisher aus eigener Kraft bewältigt hat. Einen großen Anteil am Gelingen hatten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der einzelnen Leistungserbringer.

 

Corona-Krise: rehaVital beschafft Mitgliedsbetrieben dringend benötigte Schutzausrüstung, 27.04.2020

 

Medizinische Schutzausrüstung, insbesondere Atemschutzmasken (ob einfacher Mundschutz oder FFP2-Atemmasken), sind in Gesundheitsbetrieben derzeit Mangelware. Hilfsmittelleistungserbringer, wie z.B. Sanitätshäuser, stehen zudem vor dem Problem, dass sie, im Gegensatz zu Ärzten und Krankenhäusern, nicht von der zentralen Beschaffung der Bundesregierung profitieren. Deshalb hat die rehaVital Gesundheitsservice GmbH autark ein Kontingent an Atemschutzmasken beschafft, mit dem sie ihre Mitgliedsunternehmen versorgt.

 

Geeignete Schutzausrüstung wird auch von den Hilfsmittelleistungserbringern in allen Bundesländern derzeit dringend benötigt, um weiter mit Patienten in direktem Kontakt stehen zu können, ohne sich oder den Patienten zu gefährden. Fehlt die entsprechende Schutzausrüstung, könnten die Sanitätshausmitarbeiter Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nicht mehr zur Patientenversorgung betreten. Oder Patienten könnten nicht aus der Klinik entlassen werden, weil die wohnortnahe Versorgung nicht sichergestellt ist. Beides hätte eine zunehmende Belastung der Krankenhäuser zur Folge. Eine flächendeckende Patientenversorgung wäre so ebenfalls nicht mehr gewährleistet.

 

„Leider gehören wir nicht zu den Gesundheitsinstitutionen, die an der zentralen Beschaffung von Schutzausrüstung durch den Bund teilhaben können“, erklärt Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Natürlich gehören Ärzte und besonders Krankenhäuser zu denen, die an erster Stelle stehen, wenn es an die Verteilung geht. Unsere Mitgliedsbetriebe stehen dadurch aber schon seit Wochen vor dem riesigen Problem, dass sie nicht wissen, wie sie ihre Patientenversorgung aufrechterhalten sollen, wenn Atemschutz und Desinfektionsmittel immer knapper werden und keine Aussicht auf Nachlieferung besteht.“

 

Die rehaVital beschloss deshalb vor einigen Wochen, selbst tätig zu werden und eine große Menge an Atemschutzmasken für die eigenen Mitgliedsunternehmen aus dem Ausland zu beschaffen. In Zeiten der Corona-Krise stellte dies eine große Herausforderung für das zentrale Beschaffungsmanagement der Verbundgruppe dar, die aber am Ende von Erfolg gekrönt war. Bis zum 24.04.2020 wurden insgesamt 200.000  Atemschutz- sowie 150.000 Mundschutzmasken bei der rehaVital in Hamburg angeliefert, die jetzt zentral organisiert an die Mitglieder in ganz Deutschland verteilt werden.

 

„Wir freuen uns sehr, dass wir unseren Mitgliedern Akuthilfe in diesen besonderen Zeiten leisten können. Die Beschaffung war nicht einfach und auch langwierig. Der Erfolg macht die Anstrengungen aber wieder wett“, fasst Frank Strobel, stellvertretender Bereichsleiter Beschaffungsmanagement der rehaVital, zusammen. Er kritisiert allerdings, dass auf die Ware noch zusätzliche Zollgebühren entfielen. Eine Zollbefreiung betrifft medizinische Schutzausrüstung in der Corona-Krise nur, wenn diese von staatlichen Institutionen zur nicht-gewerblichen Distribution importiert werden. Die rehaVital wird somit als gewerblicher Importeur behandelt und muss auch die damit verbundene Zollgebühr entrichten. „Es ist natürlich ärgerlich, dass wir zum einen nicht vom BMG bei der Verteilung von Schutzausrüstung eingebunden werden und zum anderen nun auch noch Gebühren zahlen müssen, obwohl wir die Masken ja nur zum Schutz unserer Mitarbeiter und der Patienten verwenden“, konstatiert Strobel. „Allerdings nehmen wir diese Zusatzkosten lieber in Kauf, bevor unsere Mitglieder ganz ohne Atemschutz dastehen. Wir prüfen aber derzeit, ob wir die erhobenen Gebühren auf politischer Ebene anfechten können.“

 

Insgesamt wertet die rehaVital die Beschaffung als wesentlichen Erfolg in dieser schwierigen Situation und freut sich, dass ihre Mitgliedsbetriebe vorerst weiter in der Lage sind, die Patientenversorgung in ihren Regionen sicherzustellen.

 

„In der aktuellen Situation benötigen wir den Mund- und Nasenschutz dringend“, betont Philipp Joos, Leiter Zentraleinkauf des rehaVital-Mitglieds Schaub KG in Freiburg. „Einerseits, um die Hilfsmittel-Versorgungen weiterhin unter Berücksichtigung des „bestmöglichen Schutzes“ für unsere Kunden sowie Mitarbeiter zu gewährleisten und andererseits, um das Übertragungsrisiko so weit wie nur möglich zu reduzieren. Die Lieferung der Masken hilft uns deshalb in dieser akuten Phase der Epidemie wirklich weiter.“

Corona-Krise: rehaVital begrüßt hilfsmittelpolitische Forderungen von Dr. Roy Kühne, 24.04.2020

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH begrüßt ausdrücklich ein Papier des MdB Dr. Roy Kühne, in dem er sich für eine Sicherung der Hilfsmittel- und Homecare-Versorgung in Zeiten der Corona-Krise ausspricht und Schutzmaßnahmen für Hilfsmittelleistungserbringer fordert. Bereits Anfang April 2020 wies die rehaVital in einer Pressemeldung darauf hin, dass die Hilfsmittelleistungserbringer bei den Maßnahmen zur Corona-Krisenbewältigung von der Politik übersehen werden und damit die Aufrechterhaltung der ambulanten Patientenversorgung erschwert wird. Umso wichtiger ist für die Verbundgruppe nun die Unterstützung durch Herrn Kühne.

 

In seinem Papier setzt sich der Bundestagsabgeordnete Kühne für die Leistungserbringer der medizinischen Hilfsmittelbranche ein und zeigt die Wichtigkeit einer gewährleisteten flächendeckenden Patientenversorgung auf. Um diese nicht zu gefährden, fordert Dr. Kühne unter anderem die Einrichtung eines Schutzschirms für Leistungserbringer, Maßnahmen zur flächendeckenden Gewährleistung der Versorgung, Schutz vor Beschlagnahmungen bei Hilfsmittelleistungserbringern, die Nutzbarkeit digitaler Möglichkeiten sowie Lösungen zur Sicherstellung der Versorgung chronischer Wunden.

 

„Wir freuen uns sehr, in Dr. Roy Kühne einen Fürsprecher unserer Branche zu haben. Insbesondere, dass er benennt, dass unsere Leistungserbringer zwar für die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems sehr wichtig sind, sie aber gleichzeitig von der Bundespolitik bei entsprechenden Corona-Unterstützungsmaßnahmen übersehen werden, ist für uns sehr begrüßenswert“, betont Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Wenn wir als Verbundgruppe auf fehlende Schutzmaßnahmen für unsere Mitglieder und drohende Beschlagnahmungen von Beatmungsgeräten hinweisen, ist das natürlich ein wichtiger erster Schritt. Wenn dies aber von einem Bundespolitiker offiziell aufgegriffen wird, hat das noch einmal eine ganz andere Wirkung.“

 

Die rehaVital hatte bereits Ende März/Anfang April in zwei Pressemeldungen kritisiert, dass zum einen im bayerischen Infektionsschutzgesetz vom 25.03.2020 Beschlagnahmungen von Beatmungsgeräten möglich gemacht wurden und zum anderen Sanitätshäuser zwar als systemrelevant eingestuft, aber nicht mit den auf Bundesebene beschlossenen Schutzmaßnahmen für Gesundheitsbetriebe unterstützt wurden.

 

MPEUAnpG beschlossen: rehaVital begrüßt zugehörigen Entschließungsantrag des Bundesrats,03.04.2020

 

Am 27.03.2020 stimmte der Bundesrat dem Medizinprodukte-Anpassungs-Gesetz (MPEUAnpG) zu, das primär die Medical Device Regulation (MDR) auf nationaler Ebene ergänzen und detaillieren soll. Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH hatte im Vorfeld unter anderem das darin festgeschriebene Schiedsverfahren zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen kritisiert und auch ein entsprechendes Positionspapier an politische Entscheider versendet. Umso mehr begrüßt die Verbundgruppe, dass der Bundesrat nun auf Initiative der bayerischen Landesregierung einen Entschließungsantrag gestellt hat, eben dieses Schiedsverfahren wieder aus dem MPEUAnpG zu streichen.


Die Einrichtung eines Schiedsverfahrens sieht vor, im Falle einer fehlenden Einigung zwischen Kasse und Leistungserbringer innerhalb von drei Monaten regulierend einzugreifen. Die rehaVital befürchtete unter anderem, Krankenkassen könnten sich zukünftig nicht mehr auf Verhandlungen einlassen und stattdessen versuchen, ihre Vertragsinhalte sofort mit Hilfe eines Schiedsverfahrens durchzusetzen.


Der Bundesrat greift nun in seinem Entschließungsantrag, auf Initiative der bayerischen Landesregierung, viele Argumente der rehaVital auf, um die Streichung des Passus zum Schiedsverfahren zu begründen. Unter anderem verweist er auf die durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) erst erfolgte Stärkung des Beitrittswesens im Hilfsmittel-Bereich, die durch Schiedsverfahren gefährdet würde.  „Wir begrüßen ausdrücklich den Entschließungsantrag des Bundesrats“, betont Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital. „Wenn schon nicht im Kabinett, so ist davon auszugehen, dass unsere Auffassung und unsere Argumente wenigstens auf Landesebene gehört und ernst genommen wurden.“


Mit einem Entschließungsantrag kann der Bundesrat seine Meinung zu einem Gesetz flankierend zur Zustimmung zu dem Gesetz erklären und Ergänzungen oder Änderungen verlangen. Rechtsverbindlich ist dies für die Bundesregierung jedoch nicht. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Bundesregierung diesem Antrag und seinen Argumenten folgt.

 

Corona-Krise: rehaVital fordert mehr Unterstützung der Hilfsmittel-Leistungserbringer durch Politik ein, 01.04.2020

 

Bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Corona-Epidemie wurden die deutschen Hilfsmittel-Leistungserbringer von der Bundespolitik als systemrelevant eingestuft. So sollte es ihnen weiterhin möglich sein, die flächendeckende Versorgung von Patienten, die oftmals eindeutig zur Corona-Risikogruppe gehören, in Pflegeheimen und dem eigenen Zuhause sicherzustellen. Jedoch kritisiert die rehaVital Gesundheitsservice GmbH mittlerweile, dass die Leistungserbringer bei den Maßnahmen zur Krisenbewältigung im Gesundheitssektor immer wieder übersehen werden und die Aufrechterhaltung der ambulanten Patientenversorgung damit unnötig erschwert wird.

 

Über 70.000 Mitarbeiter deutscher Hilfsmittelleistungserbringer, z.B. Sanitätshäuser, Medizin- und Orthopädietechniker sowie Homecare-Unternehmen, führen jährlich mehrere Millionen Versorgungen von meist multimorbiden Patienten durch – die Hochrisikogruppe in Zeiten der Corona-Epidemie. Diese Patienten sind auf eine kontinuierliche ambulante Versorgung angewiesen, ob in Pflegeeinrichtungen oder im eigenen Zuhause. Die Hilfsmittelleistungserbringer sorgen mit ihren Dienstleistungen nicht nur dafür, dass diese Patienten ambulant, statt im Krankenhaus, betreut werden können. Mit den geeigneten Hilfsmitteln können Krankheiten therapeutisch verbessert oder das Neuauftreten von Folgeerkrankungen vermieden werden. Die Leistungserbringer sind also ein sehr wichtiger, nicht zu unterschätzender Baustein für die Stabilität unseres Gesundheitssystems. Sie leisten einen essentiellen Beitrag zur Wahrung und Verbesserung der Gesundheit in der Bevölkerung. Der stationäre Bereich der Krankenhäuser wird entlastet und Patienten sind allgemein besser versorgt.

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH, eine der führenden Verbundgruppen im medizinischen Hilfsmittelbereich, sieht in Zusammenhang mit der Corona-Epidemie nun aber diese flächendeckende Patientenversorgung, und damit auch die Entlastung der Kliniken, bedroht. Sie sieht im Besonderen drei Problemfelder und fordert die Politik hier zum Handeln auf. Die Leistungserbringer des medizinischen Hilfsmittelbereichs sollten als Teil des Gesundheitssystems auch vollständig an dessen gesonderten Hilferegelungen teilhaben, anstatt wie bisher zwischen den Stühlen zu sitzen. „Einerseits sollen unsere Mitgliedshäuser weiter versorgen und alles möglich machen. Andererseits müssen sie mit Engpässen und Einschränkungen umgehen, wie der reguläre Einzelhandel. Das passt nicht zusammen“, moniert Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital.

 

Weniger Versorgungen durch eingeschränkte OP-Aktivitäten
Während Krankenhäuser darüber klagen, dass ihnen wichtige Einnahmen durch die Absage von elektiven Operationen, wie z.B. Knie-OPs, verloren gehen, geht es den Leistungserbringern nicht anders. Aus diesen abgesagten medizinischen Eingriffen würden Versorgungen von Patienten, z.B. mit Reha-Hilfsmitteln, resultieren. So kommt es zu eklatanten Mindereinnahmen. Schätzungsweise bereits die Hälfte der Leistungserbringer planen Kurzarbeit anzumelden, oder haben dies schon getan, um den Verlusten entgegen zu wirken. Die Folge dessen ist wiederum eine akute Gefährdung der wohnortnahen und kurzfristigen Patientenversorgung, die gerade in Zeiten von Covid-19 so wichtig ist. rehaVital fordert, die Hilfsmittelleistungserbringer als wichtigen Leistungssektor im Gesundheitssystem endlich ernst zu nehmen und ihnen einen Ausgleich für Einnahmeausfälle zu gewähren, wie es bei Ärzten und Krankenhäusern der Fall ist.

 

Versorgungsengpässe durch Lieferschwierigkeiten und hohe Nachfrage
Die Aufrechterhaltung der Lieferketten ist zurzeit sehr schwierig. Auch wenn bspw. China die Produktion wieder hochfährt, ist wiederum der Lieferverkehr zwischen EU-Ländern stark eingeschränkt. So wird es noch einige Zeit dauern, bis alle Lieferanten von Hilfsmitteln ihre Produkte schnell und zuverlässig liefern können. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach bestimmten Hilfsmitteln, wie Beatmungsgeräten oder Sauerstoffkonzentratoren, aber auch Windeln, Desinfektionsmitteln oder Kathetern, die schwer oder teilweise gar nicht mehr verfügbar sind. Enorme Preissteigerungen verschärfen die Situation noch zusätzlich. Auch unabhängig von schwer erkrankten Corona-Patienten ist die ambulante Versorgung selbst von regulären Patienten mittelfristig gefährdet. Eine zusätzliche Belastung der Krankenhäuser wäre die Folge.
rehaVital fordert von der Politik, dass die ambulante Hilfsmittelversorgung geschützt und als Bestandteil der gesamten Versorgungskette gesehen werden muss. Es darf hier keine Benachteiligung gegenüber Ärzten oder Krankenhäusern geben. Im Gegenteil: Eine Gleichbehandlung bedeutet ein Erhalten des Gleichgewichts zwischen den einzelnen Gesundheitsbereichen. Eine Benachteiligung der Leistungserbringer würde wiederum die Belastung der anderen bedeuten.

 

Keine Unterstützung bei Beschaffung von Schutzausrüstung
Während Krankenhäuser von der Bundespolitik bei der Beschaffung von Schutzausrüstung, wie FFP 2-Masken, Desinfektionsmittel etc. unterstützt werden, müssen sich die Leistungserbringer des medizinischen Hilfsmittelbereichs völlig autark darum kümmern, an entsprechende Produkte zu gelangen. Da sie jeden Tag im persönlichen Kontakt mit Patienten arbeiten und auch Hilfsmittel zur Wiederverwendung mit Desinfektionsmittel aufbereiten müssen, ist eine entsprechende regelmäßige Ausstattung mit Schutzprodukten jedoch unerlässlich, um die Versorgung aufrechterhalten zu können. Entweder sind Produkte gar nicht mehr lieferbar, oder nur zu völlig überhöhten Preisen und in kleinen Mengen, die für den Alltag nicht ausreichen. Die rehaVital fordert deshalb die Beteiligung der Hilfsmittelleistungserbringer an der Distributionskette der Bundespolitik und die Unterstützung durch einen Aufschlag für Schutzkleidung, wie Krankenhäuser sie ebenfalls erhalten. Auch hier sollte das Prinzip der Gleichbehandlung gelten.

 

Die rehaVital betont, dass diese Forderungen dazu dienen, die flächendeckende, wohnortnahe und ausreichende Versorgung der Patienten mit benötigten Hilfsmitteln aufrecht zu erhalten, die Krankenhäuser durch ambulante Betreuung der regulären Patienten zu entlasten und damit die Stabilität innerhalb des Gesundheitssystems zu unterstützen. „Es ist dringend an der Zeit, dass die Entscheider auf politischer Ebene realisieren, dass die Unternehmen des medizinischen Hilfsmittelbereichs nicht vernachlässigt werden sollten, sondern genau so in alle Entscheidungsprozesse einbezogen werden sollten, wie alle anderen Gesundheitsunternehmen“, bekräftigt Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Sie sind ein wichtiges Glied in der medizinischen Versorgungskette, das für deren Aufrechterhaltung unbedingt unterstützt werden muss.“ rehaVital steht derzeit im Austausch mit mehreren Abgeordneten aus der Bundespolitik, um ihre Kritik zu platzieren und über Lösungsansätze zu diskutieren.

Corona-Krise: Aktuellen Beatmungspatienten droht Versorgungsengpass durch Beschlagnahmung, 31.03.2020

Bayerischer Landtag verabschiedet Infektionsschutzgesetz mit Beschlagnahmungsmöglichkeiten

 

Die medizinische Hilfsmittelbranche, insbesondere die Homecare-Provider und Medizintechnikunternehmen, sind alarmiert. Am 25.03.2020 verabschiedete der Bayerische Landtag ein auf die Corona-Krise angepasstes Infektionsschutzgesetz, das die Möglichkeit einer staatlichen Beschlagnahmung von medizinischem und pflegerischem Material, wie etwa Beatmungsgeräten und Schutzkleidung, vorsieht. Die Homecare-Leistungserbringer befürchten nun die Beschlagnahmung von Beatmungsgeräten, die für die dauerhafte Versorgung von lungenkranken Patienten in Pflegeeinrichtungen oder in der eigenen Häuslichkeit unerlässlich sind.

 

Die Leistungserbringer medizinischer Hilfsmittel wurden offiziell als systemrelevant eingestuft. Dennoch wird ihre Bedeutung in der medizinischen Ausnahmesituation der Corona-Epidemie derzeit häufig übersehen, obwohl sie bei der Aufrechterhaltung eines funktionierenden Gesundheitssystems ein wesentlicher Rettungsanker sind. Nicht nur erhalten die Leistungserbringer vom Staat, anders als Kliniken und Einrichtungen, keine Kontingente an dringend benötigter Schutzausrüstung für hochsensible Patientenversorgungen, sondern es droht nun auch eine Beschlagnahme von bereits an aktuell erkrankten Patienten eingesetzten Geräten.

 

Durch die kompetente Versorgung von Hilfsmittelleistungserbringern können Patienten schneller aus dem Krankenhaus entlassen werden, Operationen verhindert oder zumindest hinausgezögert werden oder sichergestellt werden, dass Patienten erst gar nicht ins Krankenhaus müssen, indem z. B. Infektionen durch Kompressionstherapie verhindert werden. Diese Entlastung der Krankenhäuser durch die Arbeit der Leistungserbringer sieht die rehaVital durch die Möglichkeit von Materialbeschlagnahmung ernsthaft gefährdet.

 

Bisher werden die Hilfsmittelversorger, die eng mit Kliniken und der Pflege zusammenarbeiten, trotz ihrer Systemrelevanz nicht in Notfallplanungen einbezogen, was die Versorgungssicherheit der Patienten gefährdet. Umso sorgenvoller werden nun die Beschlagnahmungsmöglichkeiten von Beatmungsgeräten durch das gerade verabschiedete bayerische Infektionsschutzgesetz gesehen.

Im Homecare- und Medizintechnik-Bereich werden beispielsweise bundesweit ca. 85.000  chronisch lungenkranke Patienten dauerhaft ambulant mit individuell eingestellten Beatmungsgeräten versorgt und müssen somit nicht in Krankenhäusern versorgt werden.

 

„Selbstverständlich vermieten wir bereits seit Jahren Beatmungsgeräte an Kliniken“, erklärt der Geschäftsführer eines rehaVital-Mitgliedsunternehmens mit Sitz in Bayern. „Die derzeit vermehrten Anfragen der Kliniken können wir aber leider nicht vollumfänglich bedienen, da diese Mengen an Beatmungsgeräten und Zubehör auf dem Markt nicht vorhanden sind.

 

Wir tragen schon immer eine große Verantwortung, dass bereits beatmete Menschen in der außerklinischen Intensivversorgung mit funktionierenden lebenserhaltenden Beatmungsgeräten und Zubehör ausgestattet sind. Hierzu zählen auch Ersatzgeräte, um für diese Patienten einen 24-Stunden-Notdienst sicherzustellen. Wenn dies nicht mehr möglich wäre, müssten diese Patienten zurück in eine Klinik und würden dort Intensivbetten in Anspruch nehmen! Zudem muss auch für die zahlreich vermieteten Klinikgeräte Ersatz vorhanden sein.

 

Weiterhin wird im Moment vergessen, dass täglich auch neue Patienten mit Bedarf an einer Versorgung mit lebenserhaltenden Medizinprodukten entlassen werden; diese Versorgungen kann man nicht verschieben wie z.B. eine Knieoperation. Diesen komplexen Herausforderungen können wir uns als systemrelevante Unternehmen nicht mit leeren Regalen stellen.“

 

Die rehaVital gibt zu bedenken, dass die Möglichkeit der Beschlagnahmung von Beatmungsgeräten vom Freistaat Bayern möglichst nicht ohne Absprache mit den betroffenen Leistungserbringern erfolgen sollte. Denn würden zur Versorgung benötigte Geräte beschlagnahmt, bräche durch den Versorgungsengpass die Betreuung von Risikopatienten im eigenen Zuhause zusammen. Die Folge wäre die Einlieferung vieler Patienten in Krankenhäuser, die dadurch noch mehr belastet würden, anstatt sie, wie eigentlich geplant, zu entlasten. „Die Homecare-Provider sorgen schon jetzt mit einer hohen Versorgungszahl in der ambulanten Pflege für eine Entlastung der Krankenhäuser“, betont Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Als wichtiger Stützpfeiler des Gesundheitssystems müssen sie, gerade in diesen besonderen Krisenzeiten, entsprechend unterstützt und nicht behindert werden. Die Politik sollte hier ihren Blick öffnen und die Versorgungssituation als Ganzes sehen, in der die medizinischen Hilfsmittel-Leistungserbringer ein wichtiges Glied sind.“

 

Die rehaVital fordert deshalb die Politik dazu auf, von einer pauschalen Beschlagnahmung von Beatmungsgeräten bei Leistungserbringern des medizinischen Hilfsmittelbereichs abzusehen. Dies gelte vor allem auch, sollte die Bundesregierung ebenfalls über einen Beschluss zur Materialbeschlagnahmung nachdenken. Die Versorgung aller Patienten, sowohl der bestehenden Beatmungspatienten, als auch der intensiv zu betreuenden Corona-Patienten sei sonst in Zukunft stark gefährdet. Eine rechtliche Prüfung des Gesetzestextes durch die rehaVital ergab zudem, dass seitens der zuständigen Behörden gar keine Berechtigung dazu besteht, solche Produkte zu beschlagnahmen, die von Patienten im Eigenbedarf bzw. in Pflegeeinrichtungen, oder von Leistungserbringern  zur Versorgung bestimmter Patienten als Ersatz vorgehalten werden. Von dem bayerischen Infektionsschutzgesetz betroffene Mitgliedsunternehmen werden von der rehaVital entsprechend mit einem Musteranschreiben vorsorglich unterstützt. Darüber hinaus bieten die rehaVital und ihre Mitgliedsunternehmen der bayerischen Landespolitik an, gemeinsam in den Dialog zu gehen und zu überlegen, wie die Hilfsmittelleistungserbringer sinnvoll die Versorgung von Corona-Patienten unterstützen können.

Corona-Krise: Deutsche Sanitätshäuser bleiben weiterhin geöffnet, 18.03.2020

Bundesweite Leitlinie stellt flächendeckende Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln sicher

 

In Zeiten der besonderen Herausforderung durch die Corona-Epidemie arbeitet die Bundesregierung mit den jeweiligen Ministerpräsidenten aller Bundesländer zusammen und hat am 16.03.2020 eine gemeinsame Leitlinie bzgl. der bundesweiten Regelung sozialer Kontakte im öffentlichen Leben veröffentlicht. Darin geht es auch darum, welche Geschäfte für die Grundversorgung der Bevölkerung relevant und deshalb weiterhin geöffnet sind. Hierzu zählen auch Sanitätshäuser und orthopädietechnische Betriebe. Sie stehen weiterhin für die Bevölkerung offen.

 

Sanitätshäuser und orthopädietechnische Werkstätten tragen in Zeiten der Gefahr der Corona (COVID-19) Epidemie eine besondere Verantwortung. Mehr als 4.500 Betriebe in Deutschland sichern die Versorgung von Patienten mit Hilfsmitteln - darunter auch die häusliche Sauerstoff-Versorgung. Hinzu kommt, dass ein funktionierendes Entlassungsmanagement aus den Kliniken (so wie es der Pandemieplan des Robert-Koch-Institut fordert), Wundversorgung sowie prä- bzw. postoperative Versorgungen mit Hilfsmitteln in Zeiten, in denen die Kliniken sich konkret auf die Epidemie von Infizierten mit dem COVID-19 Virus einstellen, besonderes Augenmerk verdienen.

 

Die führenden Verbände der Hilfsmittelversorgung haben eine Task-Force COVID-19 gegründet, die das Ziel verfolgt, auch während der Corona-Krise die flächendeckende Patientenversorgung in allen deutschen Regionen zu sichern. Die Task Force COVID-19 begrüßt die Entscheidung ausdrücklich. "Gerade jetzt sind unsere Häuser gefragt! Unsere Mitarbeiter zählen zu medizinischem Personal, das eng mit Kliniken zusammenarbeitet und zum Beispiel die Versorgung von Risikopatienten mit Beatmungsgeräten und anderen respiratorischen Hilfsmitteln verantworten. In Zeiten, in denen sich Krankenhäuser konkret auf eine Epidemie vorbereiten, müssen Patienten wohnortnah und häuslich sicher versorgt sein", so Alf Reuter, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik und Mitglied der Task-Force COVID-19.

 

Über die Task-Force COVID-19:

 

In der Task-Force COVID-19 haben sich folgende Verbände zusammengeschlossen: Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, Egroh eG, Nowecor, Reha-Service-Ring, rehaVital Gesundheitsservice GmbH, Verband Versorgungsqualität Verband Versorgungsqualität Homecare e.V., Sanitätshaus Aktuell AG und der Zentralverband Orthopädieschuhtechnik. Gemeinsam vertreten sie Leistungserbringer in Deutschland, die in mehr als 4.500 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) arbeiten und mehr als 30 Millionen wohnortnahe und qualitätsgesicherte Patientenversorgungen pro Jahr verantworten.

Regionalversammlungen 2020: Mitglieder bestätigen aktuellen Kurs der rehaVital, 21.02.2020

 

Die Bereichsleiter der rehaVital Gesundheitsservice GmbH und ihr Geschäftsführer Jens Sellhorn nutzten zum Jahresanfang die Regionalversammlungen in fünf deutschen Städten, um mit den Geschäftsführern und Entscheidern der Mitgliedsbetriebe in den Dialog zu gehen. Vor insgesamt über 100 Teilnehmern ging es nicht nur um den Rückblick auf das Jahr 2019, und ein Plus bei den damit verbundenen vorläufigen Jahreszahlen, sondern auch um den Ausblick auf in 2020 anstehende Projekte der Verbundgruppe.

 

Jens Sellhorn stellte den rehaVital-Mitgliedern eine erste Hochrechnung des Einkaufsvolumens 2019 vor. Hier kann die rehaVital ein deutliches Plus von 8% verzeichnen – von 372 Mio. € in 2018 auf nun 402 Mio. €. „Besonders freut uns, dass wir neben dem Einkaufsvolumen auch die Gruppenbonusquote auf hohem Niveau erneut steigern konnten“, betont Sellhorn. In allen Warenbereichen konnte die rehaVital 2019 ein Wachstum vorweisen. Der Bereich der Orthopädietechnik lag dabei mit 12 % an der Spitze, dicht gefolgt vom Rehabereich mit 10%. Die Bereiche SAN und Medizintechnik konnten ein Plus von 8% verbuchen, der hart umkämpfte Homecare-Bereich wuchs immerhin um 2%.

 

Nicht nur auf Zahlenebene ist die rehaVital auf einem guten Kurs. Auch eine gesteigerte Sichtbarkeit im Markt und die Wahrnehmung der rehaVital als Thementreiber, eines der großen Ziele für 2019, zeigt die überaus positive Entwicklung der Verbundgruppe. So konnte das ehemalige rehaVital-Mitglied Wilhelm Luttermann GmbH & Co. KG zurückgewonnen werden. Auch über die deutschen Grenzen hinaus ist die rehaVital mittlerweile aktiv und hat als erstes österreichisches Unternehmen die Tappe Gruppe, zu der die Tappe GmbH, Kostner GmbH sowie Danner GmbH gehören, aufgenommen.

 

Im Bereich der politischen Positionierung engagiert sich die rehaVital verstärkt in Berlin und hat sich kontinuierlich ein Netzwerk zu Gesundheitspolitikern aufgebaut, um aktuell wichtige Themen, wie z.B. die Teilhabe der Hilfsmittel-Leistungserbringer am eRezept, mitzugestalten. Pressemitteilungen und Positionspapiere zu geplanten Gesetzesentwürfen sollen zukünftig noch stärker in die Öffentlichkeit und den politischen Betrieb eingebracht werden. „Auf dem politischen Parkett haben wir signifikant an Sichtbarkeit gewonnen“ bewertet Patrick Grunau, Fachbereichsleiter Unternehmenskommunikation und Marketing. „Auch persönliche Kontakte für eine engere thematische Zusammenarbeit konnten wir knüpfen, z.B. mit Dr. Roy Kühne. Gemeinsam können wir noch besser die Belange unserer Mitglieder vorantreiben. Ein besonderer Erfolg ist für uns, dass wir mittlerweile auch aktiv von Politikern nach unserer Meinung gefragt werden. Das zeigt, dass unsere Stimme nicht nur im Markt, sondern auch auf politischer Ebene Gewicht hat.“

 

Im Krankenkassenmanagement hatte die rehaVital im vergangenen Jahr vor allem die Herausforderung der Vertragsneuverhandlungen nach Ausschreibungsende zu bewältigen. In den Verhandlungen mit den Krankenkassen sieht sie sich aber immer wieder gezwungen, im Interesse ihrer Mitglieder Verhandlungen abzubrechen oder auch rechtliche Schritte einzuleiten. „Uns ist wichtig, dass die verhandelten Preise eine gute Versorgungsqualität der Patienten gewährleisten. Zudem verhandeln wir ja im Namen unserer Mitglieder und vertreten deren Interessen“ erklärt Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement. „Leider ist es in einigen Fällen unmöglich, dabei mit den Krankenkassen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Dann müssen wir entsprechende Konsequenzen ziehen.“

 

Im Bereich der Digitalisierung ist die rehaVital stolz, in die heiße Phase der Entwicklung ihres zentralen Artikelstammdatensystems (kurz ZAST) eintreten zu können. Eine Liveschaltung des Systems soll bereits zur Gesellschafterversammlung Ende Juni 2020 erfolgen. Sowohl Mitglieder als auch Lieferantenpartner werden von der neuen digitalen Plattform durch tagesaktuelle Preis- und Konditionsangaben sowie schnellen, zentralen Bestellmöglichkeiten profitieren. Die Plattform soll sukzessive um weitere Dienstleistungen erweitert und unter dem neuen Markennamen reviDacon (kurz für rehaVital Data Connect) zusammengefasst werden. „Die Plattform reviDacon wird nicht nur das Artikelstammdatensystem umfassen, sondern auch Services zum Daten- und Vertragsmanagement des Krankenkassenmanagements“ präzisiert Detlef Kirschner, Bereichsleiter Organisationsentwicklung. „So führen wir zwei unserer Kernkompetenzen, den Einkauf und das Krankenkassenmanagement, unter einem Dach zusammen und machen einen großen Schritt nach vorn in der Digitalisierung unserer Leistungen.“

 

Mit vor Ort war auch Frank Strobel, neuer stellvertretender Bereichsleiter des Beschaffungsmanagements. Er wird den Bereich vorerst gemeinsam mit Jens Sellhorn führen, der noch einige seiner Projekte selbst zu Ende bringt, aber auch nach Abgabe der Leitung des Geschäftsbereiches weiterhin nahe am Einkauf arbeiten möchte.

 

Die Zufriedenheit der Mitglieder mit dem aktuellen Kurs der rehaVital zeigte sich auch eindeutig in der anschließenden Feedbackanalyse der Veranstaltungsteilnehmer: Neben der durchschnittlichen Bewertung der einzelnen Geschäftsbereiche mit der Schulnote 1,7 erreichten die Zentrale nicht nur konstruktive Anregungen, sondern auch viele Kommentare mit der Bestätigung, so weiter zu machen, wie bisher.
„Im letzten Jahr war bereits eine deutliche Aufbruchsstimmung innerhalb der rehaVital zu spüren“, bemerkt Sellhorn. „Ich finde es toll, dass wir gemeinsam über den Tellerrand hinausblicken und so langfristige Lösungsansätze für unseren Markt finden. Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass wir so auch zukünftig alle wichtigen Herausforderungen erfolgreich meistern werden.“

 

rehaVital kritisiert Änderungsanträge der Fraktion der CDU/CSU und SPD zum MPEUAnpG, 10.01.2020

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH begrüßt ausdrücklich, dass sich der Gesetzgeber im Rahmen des MPEUAnpG um fairere Vertragsverhandlungen und eine qualitätsgesicherte, flächendeckende Versorgung der Patienten bemüht. Allerdings kritisiert sie Teile der im Rahmen der nächsten öffentlichen Bundestags-Anhörung am 15.01.2020 dazu eingereichten Änderungsanträge der Fraktion der CDU/CSU und SPD. Aufgrund weniger Einzelfälle drohe hier ein Verhandlungsprozess überreguliert zu werden, der in der wesentlichen Mehrzahl aller Vertragsverhandlungen ein Mehr an Bürokratie und im Ergebnis schlechtere Verträge zur Folge haben könnte.

 

In ihrem frisch veröffentlichten Positionspapier zum Thema bezieht sich die rehaVital vor allem auf drei Punkte des Änderungsantrags von CDU/CSU und SPD:  
Das Einfügen eines Artikels 16b zum MPEUAnpG, mit dem einige Änderungen an den §§ 71, 127 SGB V einhergehen, wird von der rehaVital überwiegend begrüßt. Über § 127 Abs. 1 SGB V soll sichergestellt werden, dass die Absicht über den Vertragsabschluss eines Hilfsmittelvertrags zukünftig durch die Krankenkassen in geeigneter Weise unionsweit öffentlich bekannt gemacht wird. Hier plädiert die rehaVital dafür, die Auflage, diese Bekanntmachungen über ein geeignetes Portal der Europäischen Union zu veröffentlichen, aus der Gesetzesbegründung direkt in den Gesetzestext aufzunehmen. Andernfalls bliebe es, wie bisher, bei einer Veröffentlichung auf der Website der jeweiligen Kasse.

 

Zudem fordert die Fraktion die Einrichtung eines Schiedsverfahrens, das im Falle einer fehlenden Einigung zwischen Kasse und Leistungserbringer innerhalb von drei Monaten regulierend eingreifen soll. Diese Auffassung teilt die rehaVital nicht und begründet dies mit der Befürchtung, Krankenkassen könnten sich zukünftig nicht mehr auf Verhandlungen einlassen und stattdessen versuchen, ihre Vertragsinhalte sofort mit Hilfe eines Schiedsverfahrens durchzusetzen. „Mehrere Krankenkassen haben bereits signalisiert, ihre Verhandlungsaktivitäten auf ein Minimum herunter zu fahren“ kommentiert dazu Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital. „Wenn zukünftig Verträge nur noch über Schiedsverfahren zustande kommen, würde dem bisherigen „freien Spiel der Kräfte“ die Luft abgedrückt, was einer Planwirtschaft ähnlich wäre. Das ist auf keinen Fall unserer Branche zuträglich und kann so nicht in unserem Sinne sein.“ rehaVital betont dabei aber klar, dass der überwiegende Teil der Vertragsverhandlungen mit den gesetzlichen Krankenkassen gegenwärtig fair, sachlich und auf Augenhöhe erfolgt. Mit der Einrichtung eines Schiedsverfahrens würde nun ein „Schnellschuss mit Kanonen auf Spatzen“ vorgenommen, der das gesamte Verfahren verlangsamt, verteuert und bürokratisiert. „Im Endeffekt wird hier ein bürokratischer Moloch installiert, nur weil weniger als eine Handvoll Kassen die Grenzen überschreiten“ fasst Stefan Skibbe zusammen. „Dabei können wir diesen Kassen auch bereits jetzt mit umfangreichen Maßnahmen begegnen. Wir haben hier kein Regelungsdefizit, sondern ein Durchsetzungsdefizit“.

 

Die Änderung, einzelne Leistungserbringer künftig nur noch von Verbänden verhandelten Verträgen beitreten zu lassen, möchte die rehaVital ebenfalls noch weiter zuspitzen. Die Verhandlung von Verträgen sollte zukünftig wieder generell in die Hände der Leistungserbringerverbände gelegt werden, um faire Konditionen und eine optimale sowie flächendeckende Patientenversorgung sicherzustellen. Der ausschließliche Vertragsschluss über Verbände ist in anderen Leistungssektoren, wie z.B. der ärztlichen Behandlung, der Regelfall. Die Hilfsmittelverträge nehmen hier eine echte Sonderrolle ein. Das hatte laut rehaVital in der Vergangenheit zu oft zur Folge, dass Partikularinteressen einzelner Leistungserbringer zum fehlgeleiteten Benchmark in den Kassenverhandlungen wurden.
Mit entsprechenden Anpassungen sei die Änderung des MPEUAnpG sehr zu begrüßen.

 

Das Positionspapier der rehaVital zu den Änderungsanträgen der Fraktion der CDU/CSU und der SPD ist im Wortlaut auf www.rehavital.de im Pressebereich nachzulesen (s.u.).

 

Positionspapier der rehaVital Gesundheitsservice GmbH zu den Änderungsanträgen der Fraktion der CDU/CSU und SPD zum MPEUAnpG

Unser Grundverständnis:

Als Gemeinschaft, die mehr als 110 selbstständige Gesundheitsfachbetriebe und Sanitätsfachgeschäfte vertritt, ist es unser erklärtes Ziel, den Gesundheitsmarkt in Zusammenarbeit mit allen Akteuren stetig weiter zu entwickeln und auch notwendige Prozesse, die mit der bestmöglichen Versorgung von Patienten einhergeht, voranzutreiben. Um eine reibungslose Patienten-Versorgung zu gewährleisten, arbeiten wir eng mit den Krankenkassen und deren Verbänden zusammen und beraten unsere Mitglieder intensiv bei der Vertragsarbeit.
Daher begrüßen wir auch, dass sich der Gesetzgeber im Rahmen des MPEUAnpG um fairere Vertragsverhandlungen und eine qualitätsgesicherte, flächendeckende Versorgung der Patienten bemüht. Leider gehen die vorliegenden Änderungsanträge zum Teil in eine falsche Richtung: Aufgrund weniger Einzelfälle wird hier ein Verhandlungsprozess überreguliert, der in der wesentlichen Mehrzahl aller Vertragsverhandlungen ein Mehr an Bürokratie und im Ergebnis schlechtere Verträge zur Folge haben könnte.

 

Die Fakten:

Im Rahmen der vorliegenden Änderungsanträge sollen, über das Einfügen eines Artikel 16b zum MPEUAnpG, einige Änderungen an den §§ 71, 127 SGB V vorgenommen werden:

 

1. Über § 71 SGB V werden die Rechte der Aufsichtsbehörden gestärkt und es wird klargestellt, dass die Möglichkeiten der Aufsichtsbehörden, gegen rechtswidrige Verträge vorzugehen, umfänglich auch für Hilfsmittelverträge gelten.
rehaVital begrüßt diese Klarstellung ausdrücklich.

 

2. Über § 127 Abs. 1 SGB V soll sichergestellt werden, dass die Absicht über den Vertragsabschluss eines Hilfsmittelvertrags durch die Krankenkassen in geeigneter Weise unionsweit öffentlich bekannt zu machen ist.
Auch diese Klarstellung bewertet rehaVital positiv. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn die momentan nur in der Gesetzesbegründung aufzufindende Auflage, dass ein geeignetes Portal der Europäischen Union als geeignete Form angesehen wird, direkt in den Gesetzestext aufgenommen wird. Anderenfalls steht zu befürchten, dass die Krankenkassen eine Veröffentlichung auf der kasseneigenen Homepage (wie bisher auch) als geeignete Form ansehen werden.

 

3. Über § 127 Abs. 1a SGB V soll ein Schiedsverfahren eingerichtet werden, das im Falle einer fehlenden Einigung der Vertragsparteien innerhalb von drei Monaten Vertragsinhalte, inkl. Preisen, festlegt.
rehaVital teilt die in der Begründung zu diesem Änderungsantrag aufgeführten Argumente ausdrücklich nicht! Im Regelfall verlaufen Vertragsverhandlungen fair und zielgerichtet. Lediglich eine Handvoll der gesetzlichen Krankenkassen versucht Umgehungsstrategien anzuwenden und riskiert dabei ein rechtswidriges Verhalten. Hierbei wird regelmäßig auch die Notlage einiger Leistungserbringer ausgenutzt um nicht auskömmliche Preise zu vereinbaren. Wir halten die Installation eines Schiedsverfahrens jedoch für eine Überregulierung, die auf Basis der nur in einigen vorliegenden Ereignissen unnötig ist. Die über die Änderung des § 71 SGB V herbei geführten Befugnisse der Aufsichtsbehörden stellen aus unserer Sicht, in Verbindung mit den bisherigen sozialgerichtlichen Möglichkeiten, ein ausreichendes Maßnahmenpaket dar, um das Ziel des Gesetzgebers zu erreichen. Tatsächlich dürfte das Einrichten eines Schiedsverfahrens eher kontraproduktiv sein. Mehrere Krankenkassen haben bereit signalisiert, ihre Verhandlungsaktivitäten auf ein Minimum herunter zu fahren. Lieber würde man bereits frühzeitig eine Schiedsperson anrufen. Es steht somit zu befürchten, dass Hilfsmittelverträge zukünftig regelmäßig via Schiedsverfahren zustande kämen. Damit würde dem bisherigen „freien Spiel der Kräfte“ die Luft abgedrückt, was einer Planwirtschaft ähnlich wäre. Davon abgesehen ist der Hilfsmittelmarkt viel zu heterogen im Bereich der Produkte, Dienstleistungen, Leistungserbringer und Vertriebskanäle, um einer einzelnen Schiedsperson eine sachgerechte Entscheidung über Vertragsinhalte und Preise anzulasten.

 

4. Über eine Änderung des § 127 Abs. 2 SGB V wird einzelnen Leistungserbringern nur noch die Möglichkeit gegeben, Verträgen beizutreten, die durch Verbände oder sonstige Zusammenschlüsse von Leistungserbringern abgeschlossen wurden. Ein Beitrittsrecht zu Verträgen, die durch einzelne Leistungserbringer abgeschlossen wurden, wird nicht mehr existieren.
rehaVital begrüßt, dass der Gesetzgeber das Risiko erkannt hat, das in der „unkontrollierten“ Ausbreitung von „schlechten“ Verträgen über ein für einzelne Leistungserbringer uneingeschränktes Beitrittsrecht besteht. Der Ansatz, diesem durch ein Beitrittsrecht zu begegnen, das einzelnen Leistungserbringern nur noch einen Beitritt zu Verträgen gestattet, die durch Verbände von Leistungserbringern oder sonstigen Zusammenschlüssen geschlossen wurden, geht jedoch nicht weit genug. Die erweiterten Befugnisse der Aufsichtsbehörden reichen nicht aus, um das gewollte Ergebnis sicherzustellen. Auch ein Schiedsverfahren ist für diese Zielerreichung, wie bereits dargestellt, ungeeignet. Ergänzend sollte die Verhandlung von Hilfsmittelverträgen generell wieder in die Hände der Leistungserbringerverbände zu legen sein. In diesem Kontext ergäbe die mit dem Änderungsantrag beabsichtigte Anpassung wiederum Sinn.

 

Vorschläge der rehaVital zur Anpassung der Änderungsanträge:

I.    Anpassung des Änderungsantrags 3 zu Artikel 16b -neu- Nr. 2 a) auf folgende Formulierung:
aa) In Satz 1 werden die Worte „Leistungserbringern oder“ gestrichen
bb) Satz 5 wird wie folgt gefasst: „Die Absicht, über die Versorgung mit bestimmten Hilfsmitteln Verträge zu schließen, ist auf einem zentralen und geeigneten Portal der Europäischen Union unionsweit öffentlich bekannt zu machen.“
cc) Nach Satz 5 wird folgender neuer Satz 6 eingefügt: „Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen legt bis zum 30. September 2020 ein einheitliches, verbindliches Verfahren zur unionsweiten Bekanntmachung der Absicht, über die Versorgung mit bestimmten Hilfsmitteln Verträge zu schließen, fest.“
dd) Satz 8 wird gestrichen

II.    Streichung des Änderungsantrags 3 zu Artikel 16b -neu- Nr. 2 b)

 

Kontakt bei Rückfragen:
Herr Stefan Skibbe
rehaVital Gesundheitsservice GmbH
Bereichsleitung Vertrieb und Krankenkassenmanagement
E-Mail: sskibbe(at)rehavital.de
Telefon: + 49 (0) 40-22 72 87-77
Überseering 10 A – 22297 Hamburg
www.rehaVital.de

Josef Rahm Förderpreis: rehaVital prämiert die besten Auszubildenden 2019, 05.12.2019

 

Bei der feierlichen Preisverleihung des diesjährigen rehaVital-Förderpreises zu Ehren von Josef Rahm ehrten deren Aufsichtsratsvorsitzender Detlef Möller sowie Geschäftsführer Jens Sellhorn wieder die besten Auszubildenden der Verbundgruppe im handwerklichen und kaufmännischen Bereich. Dabei erhielten die Gewinner nicht nur ein attraktives Preisgeld, sondern nahmen vor Ort auch an einem für sie organisierten Workshop zum Thema Mimikresonanz teil.


Die Verleihung des Nachwuchspreises der rehaVital wurde in diesem Jahr beim Vorjahressieger rahm Zentrum für Gesundheit GmbH in Troisdorf abgehalten. Deren Geschäftsführerin Meike Rahm hat als Tochter des Förderpreis-Namensgebers, Josef Rahm, eine besondere Beziehung zu der jährlichen Veranstaltung. „Mich beeindruckt es jedes Jahr wieder, wie viele Nominierungen von besonders engagierten Auszubildenden eingehen“, erklärt Meike Rahm. „Die Gewinner zu bestimmen ist jedes Mal eine schwere Aufgabe, weil jeder es verdient hätte, zu gewinnen. Trotzdem macht es immer wieder Spaß, in der Jury mit zu entscheiden. In diesem Jahr noch dazu Gastgeber der Preisverleihung zu sein, bereitet mir eine besondere Freude.“


In diesem Jahr herrscht bei den Gewinnern des Förderpreises Frauenpower: Alle sechs Gewinner sind weiblich. „Gerade auch im handwerklichen Bereich freuen wir uns über erfolgreiche Frauen“, betont Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Daran merken wir, dass sich auch in unserer Branche vermeintliche Männerdomänen längst geöffnet haben.“ Im kaufmännischen Bereich entschloss sich die Jury, zweimal den zweiten Platz zu vergeben und auf einen dritten zu verzichten. „Das Niveau war auch in diesem Jahr wieder hoch“, freut sich Detlef Möller, Aufsichtsratsvorsitzender der rehaVital. „Das Lob gebührt, neben den Gewinnerinnen, auch den Ausbildungsbetrieben, die ihre Auszubildenden so erfolgreich motivieren und fördern.“


Die Gewinnerinnen wurden bei der offiziellen Preisverleihung von Detlef Möller sowie Jens Sellhorn geehrt und bekamen einen Scheck über ihr jeweiliges Preisgeld überreicht. Zu ihrem Gewinn gehörte darüber hinaus ein spezielles Coaching vor Ort zum Thema Mimikresonanz. Der Trainer Maik Baum zeigte den Teilnehmern, wie sie anhand von kleinen Mimikveränderungen im Gesicht ihres Gegenübers Emotionen ablesen können. Dieses Wissen kann beispielsweise auch hilfreich sein, um unausgesprochene Ängste oder Zweifel von Patienten im Beratungsgespräch zu erkennen und ihnen entgegen zu wirken.
Eine Führung durch das Unternehmen durch die Auszubildenden der rahm Zentrum für Gesundheit GmbH rundete den Tag ab.  Besonders die hochmodernen Werkstätten des rehaVital-Mitgliedsunternehmens hatten es den Förderpreis-Gewinnerinnen angetan, in denen es viel zu entdecken gab.

 

Die Gewinner 2019 im Überblick:

Handwerklicher Bereich:
1. Preis (dotiert mit 1.500,-€)
Orthopädie- und Rehatechnik Dresden GmbH
Theresa Pötschke
Frau Pötschke hat während ihrer Ausbildung nicht nur hervorragende theoretische Leistungen erzielt, sondern zeigte von Beginn an auch vorbildliche handwerkliche Arbeit. Mit ihrem Gesellenprüfungsstück im Bereich Prothetik wurde sie sogar sächsische Landessiegerin.

 

2. Preis (dotiert mit 600,-€)
Sanitätshaus Lettermann GmbH
Verena Schmitz

 

3. Preis (dotiert mit 400,-€)
Assmann GmbH
Mareike Nikoleit


Kaufmännischer Bereich:
1. Preis (dotiert mit 1.500,-€)
Sanitätshaus Fuchs & Möller GmbH
Klara Meier
Klara Meier vom Sanitätshaus Fuchs und Möller hat den 1. Preis im kaufmännischen Bereich gewonnen. Sie hat die Jury nicht nur damit überzeugt, dass sie ein erfolgreiches Kommunikationskonzept für einen Auszubildenden-Tag in ihrem Betrieb erstellt und umgesetzt hat. Auch ihr außerbetriebliches Engagement, z.B. in einem Altenheim oder einer Wäscherei zur Wiedereingliederung obdachloser Menschen, hat nachhaltig beeindruckt.

 

2. Preis (dotiert mit 500,-€)
Orthopädie Brillinger GmbH & Co. KG
Annika Boss


2. Preis (dotiert mit 500,-€)
Sanitätshaus Glotz GmbH
Tamina König

 

KKH Krankenkasse dreht an Preisschraube – qualifizierte Patientenversorgung nicht mehr sichergestellt, 27.11.2019

 

Die Kaufmännische Krankenkasse KKH hat in seinen aktuell veröffentlichten Verträgen die Monatspauschalen für Inkontinenzhilfsmittel drastisch reduziert. Damit verstößt sie nicht nur gegen die Vorgabe des neuen Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG), sondern verhindert auch eine kostendeckende hochwertige Patientenversorgung.


Zum Ende der gültigen Ausschreibungen von Hilfsmitteln zum 01.12.2019 nahm auch die KKH entsprechende neue Vertragsverhandlungen mit Leistungserbringern auf. Mitte Oktober 2019 hat die KKH nun auf Ihrer Homepage Verträge zur Versorgung der KKH-Versicherten, unter anderem mit Produkten der aufsaugenden Inkontinenz, veröffentlicht. Zum Abschluss dieser Verträge ist die KKH nach § 127 Sozialgesetzbuch V. Buch (SGB V) auch verpflichtet. Gleichfalls haben alle dazu geeigneten Leistungserbringer das Recht, diesen Verträgen zu gleichen Bedingungen nach § 127 Abs. 2 SGB V beizutreten.


Die Verträge sind, nach Einschätzung der rehaVital Gesundheitsservice GmbH, in der veröffentlichten Form nicht nur rechtswidrig. Sie vernachlässigen auch eklatant den Gedanken einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung in einem hochsensiblen Bereich und konterkarieren die gesetzgeberische Intention, die mit dem Ausschreibungsverbot des TSVG verfolgt wird.


Die KKH hat ihre veröffentlichten Verträge
•    ohne eine hinreichende Bekanntmachung von Vertragsabsichten nach § 127 Abs. 1 SGB V,
•    mit zum Teil unzulässigem Inhalt,
•    zu unauskömmlichen Preisen, die unterhalb der früheren Ausschreibungspreise liegen,
abgeschlossen.


Kein Wunder also, dass die rehaVital Gesundheitsservice GmbH Alarm schlägt. „Auch, wenn es sich bei den Zuschüssen der KKH um bedarfsunabhängige Monatspauschalen handelt, hat die Kasse ein mit deutlichem Abstand zum Restmarkt neues Niedrigstpreisniveau eingeführt“, so rehaVital-Geschäftsführer Jens Sellhorn. „Dadurch wird die Qualität der Produkte sinken und die Zuzahlung der Patienten deutlich steigen!“ Berücksichtigt man, dass für Patienten noch die gesetzliche Zuzahlung von fünf Euro je Monat hinzukommt, werden die Versicherten der KKH jetzt rund 50 Prozent der Versorgung aus der eigenen Tasche bezahlen.


„Abzocke“ nennt das der Geschäftsführer der rehaVital. Es liege auf der Hand, dass eine kostendeckende Versorgung in einem angemessenen Qualitätsniveau auf dem Preisniveau der KKH schlicht unmöglich sei. Allein die Transaktionskosten für die Lieferung an die Versicherten lägen bei rund sechs bis acht Euro.


 „Die neuen Preise, die der rehaVital als beitretender Verbundgruppe alternativlos aufdiktiert werden, reichen nicht aus, um eine hinreichende Versorgungsqualität zu gewährleisten,“ erläutert Jens Sellhorn. Auch stehen sie in keinem Verhältnis zu den weitreichenden Leistungsanforderungen an die Vertragspartner.


Es steht daher zu befürchten, dass die Versicherten der KKH mit Produkten versorgt werden, die allenfalls das Mindestqualitätsniveau des Hilfsmittelverzeichnisses erfüllen. Doch selbst dann ist der vereinbarte Preis nicht erklärbar. Branchenweit ist bekannt, dass Preise in dieser Höhe nur dann überhaupt kostendeckend sein können, wenn der vertragschließende Leistungserbringer intensiv mit Freiverkäufen und Aufzahlungsmodellen arbeitet. Das Sachleistungs- und Solidarprinzip wird somit weitgehend ausgehebelt. Das Vorgehen der KKH trifft ausgerechnet die schwächsten Mitglieder der eigenen Solidargemeinschaft.
„Gegen diese dreiste Demontage der Sozialgemeinschaft müssen wir entschieden vorgehen“, fordert rehaVital-Geschäftsführer Jens Sellhorn.

 

rehaVital zeigt sich enttäuscht von den Rahmenempfehlungen nach § 127 Abs. 9 SGB V, 26.11.2019

 

Mit großer Spannung erwartete die Hilfsmittelbranche die Rahmenempfehlungen nach § 127 Abs. 9 SGB V. Am 19.11.2019 war es soweit: Nach über drei Jahren Verhandlung zwischen dem GKV-Spitzenverband und den Spitzenverbänden der Hilfsmittelleistungserbringer sowie einem daran anschließenden Schiedsverfahren, erfolgte der Schiedsspruch durch Herrn Prof. Dr. Kingreen. Doch das Ergebnis ernüchtert.


Große Hoffnungen knüpften die Hilfsmittelleistungserbringer an die Rahmenempfehlungen nach § 127 Abs. 9 SGB V. Endlich hatte der Gesetzgeber mit dem HHVG einheitliche Rahmenbedingungen für Hilfsmittelverträge auf Bundesebene vorgesehen. Die Möglichkeiten, die diese Chance bot, waren immens. Die Vereinheitlichung und Standardisierung von Vertragsklauseln wäre ein echter Schritt in Richtung Bürokratieabbau. Die in Teilen veraltete und in natürlichem Wildwuchs entstandene Vertragslandschaft mit den Krankenkassen hätten überholt und modernisiert werden können. Ein echter Fortschritt für jeden Sanitätshausmitarbeiter, der den Überblick über mehrere Hundert Vertragsvarianten behalten soll.


„Zusammenfassend muss man feststellen, dass unsere Erwartungen an die Möglichkeiten der Rahmenempfehlungen bedauerlicherweise nicht erfüllt wurden“, konstatiert Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb & Krankenkassenmanagement bei der rehaVital. Insgesamt waren sowohl der Verhandlungsprozess, als auch das Schiedsverfahren langwierig und von verhärteten Fronten geprägt.


„In weiten Teilen hatten wir das Gefühl, dass der GKV-SV die Hilfsmittelbranche nicht wirklich ernst nimmt. In der Folge war man nicht bereit, uns Zugeständnisse zu machen oder vertrauensvoller zusammen zu arbeiten, indem man die Leistungserbringer bei Entscheidungen und Vorgaben zu Rahmenbedingungen zukünftig stärker einbindet“, berichtet Stefan Skibbe.


Tatsächlich erhält man beim Lesen der Rahmenempfehlungen den Eindruck, dass Konsens zwischen den Verhandlungsparteien eher spärlich gesät war. „Nach all den investierten Arbeitsstunden und Beraterkosten steht am Ende des Tages eine Vereinbarung, die sich, salopp formuliert, auf wenige datenschutzrechtliche Formalklauseln, zwei Vordrucke und eine unkonkrete Regelung zum elektronischen Kostenvoranschlag beschränkt. So haben wir nun Rahmenempfehlungen, die niemandem helfen und die kein Mensch braucht“ urteilt Stefan Skibbe weiter.


„Die Chance, die sich den Vertragsparteien geboten hat, grundlegende Dinge einheitlich und unbürokratisch zu regeln, wie es z.B. die Ärzteschaft im Bundesmantelvertrag umgesetzt hat, wurde nicht genutzt. Das Ergebnis ist so unbrauchbar, dass wir derzeit prüfen, ein Klageverfahren gegen den Schiedsspruch einzuleiten“ ergänzt Skibbe.

Folgekosten vermeiden - das beste Argument für hochwertige Hilfsmittel

 

Von Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital, erschienen im MTDialog 10/2019

 

Faktum ist, dass die Hilfsmittel der Bereich sind, bei dem die Krankenkassen am leichtesten einsparen können. Sei es durch Preisdruck oder Versorgungsablehnungen. Es gibt aber Möglichkeiten, dem durch Argumente entgegenzutreten. Nötig ist dafür das Wissen über die Leistungsfinanzierung und die Organisationsstrukturen der gesetzlichen Krankenkassen.

 

Die Rahmenbedingungen, unter denen die Leistungserbringer Hilfsmittelverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen abschließen können, haben sich in den vergangenen rund 10 Jahren drastisch geändert. Neben den Änderungen des § 127 SGB V durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz, ab dem 01.01.2009 haben sich auch die Rahmenbedingungen der Finanzierung für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV)wesentlich geändert. Die Einführung des Gesundheitsfonds und des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (MRSA) durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz ab dem 01.01.2009, haben die Art und Weise, in der sich die GKV finanziert auf vollkommen neue Füße gestellt.

 

Diese Änderungen haben auch zur Folge, dass die Kassen der GKV mittlerweile vollkommen anderen betriebswirtschaftliche Anreizen zur Akquise von neuen Versicherten und der darauf aufbauenden Haltearbeit unterliegen. Während zu früheren Zeiten noch der frische Studienabsolvent, ohne Familie, aber dafür mit verhältnismäßig hohem Einkommen und geringer Morbidität der Wunschversicherte vieler Krankenkassen war, hat sich dies mittlerweile verändert.

 

Um dies verstehen zu können, lohnt es sich, einen Blick auf die Einnahmenstruktur der GKV zu werfen (Abb. 1).

 

Hieraus wird schnell ersichtlich, dass die Einnahmen der GKV zu nahezu 100% aus dem Gesundheitsfonds fließen. Entgegen der landläufigen Meinung, dass sich die gesetzlichen Krankenkassen direkt über ihre Beitragseinnahmen finanzieren, ist die Krankenkasse nach § 28k Abs. 1 Satz 1 2. Halbsatz Sozialgesetzbuch IV i.V.m. § 252 Abs. 2 Satz 3 SGB V dazu verpflichtet, ihre Beitragseinnahmen vollständig an den Gesundheitsfonds weiterzuleiten. Dies gilt sogar für den kassenindividuell erhobenen Zusatzbeitrag.

 

In der Folge erhalten die Krankenkassen dann Zuweisungen aus diesem Gesundheitsfonds, der nach verschiedenen Kriterien berechnet wird (s. dazu Abb. 2).

 

Mit Ausnahme der Zusatzbeiträge, bei denen die Einkommensstruktur der jeweiligen Versichertengemeinschaft immerhin noch eine nachgelagerte Rolle spielt, sind die Einnahmen der Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse daher vollkommen unwichtig zur Bemessung der tatsächlich für Leistungsausgaben zur Verfügung stehenden Gelder.

 

In welcher Höhe eine Krankenkasse Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds erhält, bemisst sich anhand verschiedener Kriterien des MRSA (s. Abb.3). Eine wesentliche Rolle spielt hierbei das Bundesversicherungsamt als Verwalterin des Gesundheitsfonds. Dabei werden verschiedene Kohorten von Versichertengruppen zunächst zu Alters- und Geschlechtsgruppen (AGG) und Erwerbsminderungsgruppen (EMG) zusammengefasst. Auf Basis validierter Schätzungen wird ermittelt, in welcher Höhe die jeweiligen Versicherten der HMG und EMG im Folgejahr Kosten verursachen werden. Bei dem MRSA handelt es sich somit um ein prospektives System, dass auf Basis vorliegender Alters-, Geschlechts und Erwerbsminderungsdaten im Vergleich zu den verursachten Behandlungskosten der Vergangenheit antizipiert, welche Kostenentwicklungen in der Zukunft auftreten werden.

 

Ergänzt werden diese AMG und EMG-Zuweisungsanteile noch um die Zuweisungen für hierarchisierte Morbiditätsgruppen. Hierbei handelt es sich um rund 80 Krankheitsbilder, hinter denen sich viele Hunderte Diagnosen verbergen. Für diese Krankheiten wird isoliert ermittelt, welche Behandlungskosten sich in der Vergangenheit abgegrenzt für die jeweils betrachtete Krankheit, ergeben haben. Das Ergebnis wird ebenfalls Gegenstand einer Prognose für die Zukunft.

 

Der MRSA und darauf aufbauend der Gesundheitsfonds ist aus Sicht der einzelnen Krankenkasse daher nichts anderes, als eine gigantische Mischkalkulation mit einer gehörigen Prise Glaskugel.

 

In der Folge erhalten die Krankenkassen entsprechende Zuweisungen, die sich an den Alters-, Geschlechts-, Erwerbsminderungs-, und Diagnosedaten der jeweiligen Versichertengemeinschaft ermittelt. Bemerkenswert ind hierbei insbesondere die Zuweisungen der HMG. Wie alle Zuweisungsbestandteile werden die zustehenden Gelder auf Basis der Daten ermittelt, die von den Krankenkassen an das Bundesversicherungsamt gemeldet werden. Im Falle der HMG sind dies Behandlungsdaten der Ärzte und Krankenhäuser, ergänzt um Daten der abgegebenen Arzneimittel von den Apotheken.

 

Auf Basis der Feststellung, dass die gesetzlichen Krankenkassen aus dem Gesundheitsfonds unter Anwendung der Verteilsystematik des MRSA feste Pauschalbeträge erhalten, die im Rahmen einer Mischkalkulation der gesamten GKV ermittelt worden sind, liegt auf der Hand, dass es Ziel einer jeden Krankenkasse ist, dass die tatsächlichen Behandlungskosten eines Patienten unter den Normkosten des MRSA liegen. Seit 2009 denken die gesetzlichen Krankenkassen daher zunehmend in Deckungsbeiträgen.

 

Allerdings erteilt das Bundesversicherungsamt die Zuweisungsbescheide auf Basis von Gesamtsummen. Darüber hinaus sind die Daten, die dem Bundesversicherungsamt bei der Ermittlung der Zuweisungen vorliegen pseudonymisiert und somit nicht auf den einzelnen Patienten rückverfolgbar. Allerdings haben sich hier in den vergangen zehn Jahren Softwarelösungen etabliert, die mittels der eigenen Diagnose- und Behandlungsdaten in Verbindung mit den veröffentlichten Schätzdaten der gesamten GKV immerhin Näherungswerte der Zuweisungen für einzelne Versicherte errechnen können. Für die Kassen ist es daher möglich, zu erkennen, ob ein Patient mit seinen tatsächlichen Behandlungskosten über oder unter den eigenen Zuweisungen des Gesundheitsfonds liegt. Ein großer Stellhebel liegt hierbei in den HMG. Ziel des MRSA ist es, gerade bei den darin berücksichtigten Krankheiten, besonders kostenintensive Diagnosen auszugleichen.

 

Aus Abbildung 4 lässt sich ablesen, dass Versicherte im Mittelwert dann über einen positiven Deckungsbeitrag verfügen, wenn diese entweder an keiner oder mindestens an vier MRSA-relevante Erkrankungen leiden.

 

Die Hilfsmittelausgaben spielen hierbei zugegebener Maßen nur eine sehr kleine Rolle (s. Abb. 5).

 

Allerdings haben die Patienten, die Hilfsmittel benötigen oftmals einen negativen Deckungsbeitrag. Es handelt sich somit erst einmal um ein wenig attraktives Versichertenklientel für die GKV. Dies liegt auch daran, dass die Erkrankungen, die einen Hilfsmittelbedarf auslösen in den HMG nicht oder nur unzureichend abgebildet sind (s. Abb. 6).

 

Die von den Hilfsmittelleistungserbringern versorgten Patienten sind keine attraktiven Versicherten. Halte- oder Akquiseeffekte durch hochwertige Hilfsmittelversorgungen sind daher kein geeigneter Anreiz.

 

Auch wenn den gesetzlichen Krankenkassen eine Risikoselektion untersagt ist, bieten sich doch Möglichkeiten, dies indirekt vorzunehmen:
•    Zielgruppenmarketing
•    Unterschiede in der Servicequalität
•    Unterschiede in der Leistungsgewährung
•    Geschäftsstellen unerreichbar
•    Vermittlung von privaten Zusatzversicherungen
•    Wahltarife
•    Gezielte Zusatzleistungen (z.B: Reiseimpfungen)

 

Im Interesse einer gesetzlichen Krankenkasse ist es, den Patienten mit seinen Behandlungskosten als Ganzes unter den Normkosten des MRSA abzubilden.

 

Stellt man weiterhin die verschiedenen Ausgabenblöcke in ein absteigendes Ranking, stellt man fest, dass die größeren Ausgabenblöcke für die einzelne Krankenkasse kaum noch zu beeinflussen sind:
•    Krankenhausbehandlung: Hier können die Krankenkassen häufig nur reaktiv und nach erfolgter Aufnahme ins Krankenhaus reagieren. Die Rahmenbedingungen der Kosten für eine stationäre Behandlung sind überwiegend gesetzliche vorgegeben und werden übergeordnet verhandelt. Darüber hinaus haben die Kassen bereits seit Jahrzehnten Fallmanagementmitarbeiter ausgebildet. Zusammenfassend ergibt sich hier kaum noch Steuerungspotenzial über das bereits geleistete hinaus.
•    Ärztliche Behandlung: Die sogenannte Gesamtvergütung wird übergeordnet verhandelt und ist in weiten Teilen rechtlich vorgegeben. Für Einzelfälle ergibt sich kein, für die gesamtvertragliche Thematik nur kaum Steuerungspotenzial.
•    Arzneimittel: Steuerungspotenzial im Einzelfall keins, im preislichen Rahmen kaum, da der überwiegende Teil der Arzneimittelpreise frei festgelegt wird und allenfalls durch Festbeträge begrenzt werden kann.
•    Zahnärztliche Behandlung: Siehe ärztliche Behandlung

 

Damit bietet der Hilfsmittelbereich zwar nur einen kleinen Kostenblock, dafür aber den, mit den besten Steuerungsmöglichkeiten. Über die Vertragsgestaltung nach § 127 SGB V können die Kassen individuelle Vergütungen für die Leistungen der Hilfsmittel verhandeln. Darüber hinaus können die Kassen in der überwiegenden Zahl der Einzelleistungen steuernd über das Kostenvoranschlagsmodell in die Versorgung und deren Kosten eingreifen.

 

Für die gesetzlichen Krankenkassen bietet der Hilfsmittelbereich ein attraktives Feld um kostensteuernd einzugreifen und Deckungsbeiträge zu beeinflussen.

 

Naturgemäß bedeutet dies ein preisaggressives Vorgehen in den Vertragsverhandlungen nach § 127 Abs. 1 SGB V um möglichst günstige Vertragspreise und möglichst große Eingriffsmöglichkeiten im Einzelfall zu ermöglichen. Genau hier bietet sich allerdings ein guter Ansatzpunkt in der Verhandlung. Sofern den Krankenkassen plausibel und valide nachgewiesen werden kann, dass eine höhere Ausgabenbelastung im Hilfsmittelbereich eine verbesserte und damit wirtschaftlichere Versorgung insgesamt ermöglicht, besteht ein Anreiz, höhere Leistungsausgaben im Hilfsmittelbereich in Kauf zu nehmen. Hierbei kommt es maßgeblich darauf an, dass der Deckungsbeitrag einer Patientengruppe insgesamt verbessert wird. Höhere Ausgaben im Hilfsmittelbereich haben dabei direkte Auswirkungen auf die Kostenbelastung in anderen Leistungssegmenten. Die Krankenkassen sparen über diesen Mechanismus Geld, an dem die Hilfsmittelleistungserbringer partizipieren können. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Schlaganfallkonzept der rehaVital. Über eine Studie des Insituts für angewandte Versorgungsforschung konnte plausibel nachgewiesen werden, dass bei einer Mehrinvestition in die Hilfsmittelversorgung von nur rund 300 EUR Einsparungseffekte von über 1.000 EUR in den darauf folgenden drei Jahren erreicht werden.

 

In der Praxis hat sich hierbei allerdings weitere Nachteile in der „Funktionsweise“ der gesetzlichen Krankenkassen gezeigt:

1.    Die gesetzlichen Krankenkassen sind oftmals streng arbeitsteilig organisiert.
a.    Die Verhandlung der vertraglichen Grundlagen wird in aller Regel durch die Vertragsabteilungen vorgenommen. Die praktische Auslebung der Verträge landet dann aber anschließend in den Leistungsabteilungen. Hier gibt es naturgemäß Informationsverluste und Übertragungsfehler. Die Vernetzung von Theorie und praktischer Umsetzung ist häufig mangelhaft.
b.    Innerhalb der jeweiligen Organisationseinheiten wird oftmals themenbezogen abgegrenzt. Den verantwortlichen Mitarbeitern in der Vertragsabteilung für den Hilfsmittelbereich stehen Informationen über die Ausgaben und Strategien des Krankenhausbereiches nicht ausreichend zur Verfügung und sind nicht routiniert in die eigenen Verhandlungen einzubinden.
c.    Zielorientierte Vergütungsanteile sind häufig auf die eigenen Kostenstellen abgestellt, so dass der einzelne Mitarbeiter wenig Anreiz verspürt, seine eigene Zielerreichung zu gefährden, um den „anderen“ Kolleginnen und Kollegen die Zielerreichung zu erleichtern.

 

2.    „Denken von Jahr zu Jahr“
a.    Gesetzliche Krankenkassen sind zur jährlichen Haushaltsplanung verpflichtet. Im Zuge dieser Haushaltsplanungen muss auch der Zusatzbeitrag kalkuliert / evaluiert werden. Mehrausgaben in einem Jahr können zwar über die Rücklage abgedeckt werden, längerfristige Wirtschaftlichkeitseffekte bei kurzfristigen Mehrinvestitionen sind durch diese Logik aber wenig attraktiv
b.    Die Systematik der Zuweisungsberechnung birgt große Unsicherheiten über die tatsächliche Höhe der Einnahmen für eine gesetzliche Krankenkasse.


Die gesetzlichen Krankenkassen interpretieren „Wirtschaftlichkeit“ eher nach kurzfristigen Kosteneinsparungen. Langfristige ROI sind wenig attraktiv.

 

Lösungen:
•    Neue oder bereits fast vergessene Modelle der Leistungsgewährung, wie z.B. integrierte Versorgungsverträge nach § 140a SGB V, Ergänzende Leistungen zur Rehabilitation nach § 43 SGB V oder Satzungsleistungen nach § 11 Abs. 6 SGB V müssen bei den Kassen als Lösungsansätze platziert werden.
•    Verhandlungen mit den gesetzlichen Krankenkassen über Verträge nach § 127 SGB V dürfen nicht nur die Hilfsmittelversorgung im Fokus haben, sondern müssen ganzheitliche und sektorenübergreifende Effekte berücksichtigen.
•    Die Krankenkassen müssen als individuelle Kunden mit individuellen Problemen anerkannt werden. Die Hilfsmittelbranche kann aufgrund ihrer zentralen Stellung im Behandlungspfad der multimorbiden Patienten Lösungsgeber und Entwicklungspartner sein. Hierfür ist es aber notwendig, auch die Ansprechpartner auf Kassenseite in übergeordneter Position mit ebenfalls ganzheitlichem Blick anzusprechen.
•    Die Einnahmeseite und damit auch die Systematik des MRSA müssen bei allen Lösungsansätzen berücksichtigt werden.
•    Die umfassenden Dienstleistungen und deren Wertigkeit, die unsere Mitarbeiter Tag für Tag in ausgezeichneter Qualität am und mit den Patienten erbringen müssen den Kassen transparent und nachvollziehbar dargestellt werden.
•    Die Hilfsmittelversorgungen müssen auch Einnahmeseitig Berücksichtigung im Gesundheitsfonds finden. Es wird Aufgabe der Politik sein, nicht mehr nur die Diagnosedaten und die Arzneimittelabgaben einnahmesteigernd zu berücksichtigen, sondern auch die Hilfsmittelversorgungen!

 

Fußnoten:

1: Vdek, GKV-Finanzströme, online unter https://www.vdek.com/content/dam/vdeksite/vdek/daten/einnahmen-ausgaben/finanzstroeme.jpg/_jcr_content/renditions/cq5dam.web.1280.1280.jpeg, Stand: 02.05.2019, letzter Abruf: 20.08.2019.

2: Vdek, GKV-Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA), online unter https://www.vdek.com/content/dam/vdeksite/vdek/daten/einnahmen-ausgaben/morbi_rsa_funktionsweise.jpg/_jcr_content/renditions/cq5dam.web.1280.1280.jpeg, Stand: 02.05.2019, letzter Abruf: 20.08.2019.

3: Wissenschaftlicher Beirat zur Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs, Sondergutachten zu den Wirkungen des Risikostrukturausgleichs, Bonn, 27.11.17.

4: GKV-Spitzenverband, Ausgaben für einzelne Leistungsbereiche der GKV 2018 in Prozent, online unter: https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/zahlen_und_grafiken/gkv_kennzahlen/gkv_kennzahlen.jsp#, letzter Zugriff: 20.08.2019.

5: Vdek, 10 größte Zuweisungsvolumina nach Krankheitsgruppen, online unter: https://www.vdek.com/content/dam/vdeksite/vdek/daten/einnahmen-ausgaben/10_groesste_zuweisungsvolumina_horizontale_saeulen.jpg/_jcr_content/renditions/cq5dam.web.1280.1280.jpeg, Stand: 02.05.19, letzter Zugriff: 20.08.19.

 

Ausschreibungsende zum 30.11.2019: rehaVital sieht entsprechende Folgeversorgungen gesichert, 18.10.2019

 

Mit dem Ende der Hilfsmittelausschreibungen zum 30.11.2019 stellen sich vor allem praktische Fragen hinsichtlich der Folgen für bereits genehmigte oder erbrachte Versorgungen und deren Vergütung. Gemäß § 127 Abs. 1 Satz 8 SGB V werden Ausschreibungsverträge zum 30.11.2019 unwirksam. Welche Konsequenzen sich daraus ab dem 01.12.2019 für darunter fallende Versorgungen ergeben, wird derzeit kontrovers diskutiert.  Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH vertritt die Auffassung, dass die betreffenden Versorgungen von der Unwirksamkeit der Ausschreibungsverträge unberührt bleiben und über den 30.11.2019 hinaus die vereinbarten Rechte und Pflichten bestehen.


In der Praxis liefert die Formulierung im SGB V Interpretationsspielräume bei Versorgungen/Genehmigungen, die noch bis 30.11.2019 erfolgt sind und deren vertragliche Pflichten über diesen Zeitraum hinaus bestehen. Auch wenn die Ausschreibungsverträge auf Basis des § 127 Abs. 1 SGB V a.F. mit dem 30.11.2019 unwirksam werden, haben diese dennoch nachlaufende Wirkung auf bereits erfolgte Versorgungen. „Der Ausschreibungsvertrag nach § 127 Abs. 1 SGB V a.F. hat lediglich einen rahmenvertraglichen Charakter“, betont Stefan Skibbe, Bereichsleiter Krankenkassenmanagement der rehaVital. „Entscheidend ist deshalb, wann und auf welche Art ein Vertrag zur Befriedigung des einzelnen konkreten Versorgungsanspruchs zustande kommt.“

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass je nach Art der Versorgung zwischen Krankenkasse und Leistungserbringer unterschiedliche Verträge abgeschlossen werden:

1. Kaufvertrag bei Gebrauchshilfsmitteln, die im Kauf-/Wiedereinsatzverfahren geregelt sind
2. Miet-/Leasingvertrag bei Hilfsmitteln, die im Fallpauschalsystem geregelt sind
3. Kaufvertrag bei Verbrauchshilfsmitteln
4. Dienst-/Werkvertrag bei individuell zugerichteten/angefertigten Hilfsmitteln.

Zwischen Leistungserbringer und Kostenträger wird über jede einzelne Versorgung eines Patienten ein eigenständiger Vertrag abgeschlossen. Darin werden die individuellen Verpflichtungen und die Vergütung, die durch den zugrunde liegenden Ausschreibungsvertrag nach § 127 Abs. 1 SGB V a.F. definiert sind, für den konkreten Einzelfall vereinbart. Deshalb ist die rehaVital der Überzeugung, dass die bei der Versorgung übernommenen Pflichten auch dann weiter gelten, wenn der zugrunde liegende Ausschreibungsvertrag endet – unabhängig davon, ob dies durch Kündigung oder, wie hier vorliegend, per Gesetz geschieht.

Die nachfolgenden Beispiele veranschaulichen die verschiedenen Versorgungsszenarien, unterteilt in Gebrauchs- und Verbrauchshilfsmittel. Dabei wird davon ausgegangen, dass in dem an den Ausschreibungsvertrag anschließenden Verhandlungsvertrag keinerlei Regelungen zum Übergang vereinbart wurden.


Gebrauchshilfsmittel

Kauf / Wiedereinsatz

Beispiel 1:
Verordnung vom 15.08.2019
Genehmigung Kostenträger vom 15.09.2019
Versorgung am 01.10.2019
Kauf/Wiedereinsatz eines Rollstuhls

Kaufvertrag zwischen Leistungserbringer und Kostenträger wird am 15.09.2019 geschlossen.

→    Es gelten die Preis- und Leistungskonditionen des Ausschreibungsvertrages.
→     Keine weiteren Auswirkungen durch das Ausschreibungsende


Beispiel 2:
Verordnung vom 15.11.2019
Genehmigung Kostenträger vom 30.11.2019
Versorgung am 01.12.2019
Kauf / Leihweise Überlassung eines Rollstuhls

Kaufvertrag zwischen Leistungserbringer und Kostenträger wird am 30.11.2019 geschlossen.

→    Es gelten daher die Preis- und Leistungskonditionen des Ausschreibungsvertrages, obwohl die Versorgung erst am 01.12.2019 und damit nach Ende des Ausschreibungsvertrages erfolgte.
→     Keine weiteren Auswirkungen durch das Ausschreibungsende


Beispiel 3:
Verordnung vom 15.11.2019
Genehmigungsfreies Hilfsmittel
Versorgung am 01.12.2019
Überlassung einer Bandage

Kaufvertrag zwischen Leistungserbringer und Kostenträger wird am 01.12.2019 geschlossen.

→     Es gelten daher nicht mehr die Preis- und Leistungskonditionen des Ausschreibungsvertrages.
→     Maßgeblich ist der Verhandlungs-/Beitrittsvertrag nach § 127 Abs. 1 bzw. 2 SGB V, der sich dem Ausschreibungsvertrag anschließt. Sollte kein Vertrag existieren, gilt § 127 Abs. 3 SGB V zur Überbrückung des vertragslosen Zustands.


Fallpauschalen

Beispiel 4:
Verordnung vom 15.11.2019
Genehmigung Kostenträger am 30.11.2019
Versorgung am 01.12.2019
Fallpauschale Rollstuhl für 4 Jahre

Miet-/Leasingvertrag zwischen Leistungserbringer und Kostenträger wird am 30.11.2019 geschlossen.

→    Es gelten die Preis- und Leistungskonditionen des Ausschreibungsvertrages. Für die Zeit 01.12.2019 – 30.11.2023 müssen daher alle Leistungsinhalte durch den Leistungserbringer sichergestellt werden.
→    Es besteht Anspruch auf die vertragsgemäße Vergütung des Ausschreibungsvertrages.


Beispiel 5:
Verordnung Erstversorgung vom 15.11.2015
Genehmigung Erstpauschale Kostenträger am 30.11.2015
Versorgung am 01.01.2016
Fallpauschale Rollstuhl für 4 Jahre = 01.01.2016 – 31.12.2019
Jetzt: Folgepauschale

Verordnung Folgepauschale vom 15.11.2019
Genehmigung Kostenträger am 30.11.2019

Erstmaliger Miet-/Leasingvertrag zwischen Leistungserbringer und Kostenträger wird am 30.11.2015 geschlossen. Der Miet-/Leasingvertrag zwischen Leistungserbringer und Kostenträger über die Folgepauschale wird am 30.11.2019 geschlossen.

→     Für die Erstpauschale gelten die Preis- und Leistungskonditionen des Ausschreibungsvertrages. Für die Zeit 01.01.2016 – 31.12.2019 müssen daher alle Leistungsinhalte durch den Leistungserbringer sichergestellt werden.

→    Für die Folgepauschale gelten ebenfalls die Preis- und Leistungskonditionen des Ausschreibungsvertrages. Für die Zeit 01.01.2020 – 31.12.2023 müssen daher ebenfalls alle Leistungsinhalte durch den Leistungserbringer auf Basis des Ausschreibungsvertrages sichergestellt werden.


Beispiel 6:
Verordnung Erstversorgung vom 15.11.2015
Genehmigung Erstpauschale Kostenträger am 30.11.2015
Versorgung am 01.01.2016
Fallpauschale Rollstuhl für 4 Jahre = 01.01.2016 – 31.12.2019
Jetzt: Folgepauschale

Laut Vertrag keine Verordnung oder Genehmigung erforderlich. Es genügt eine Eigenerklärung des Patienten.

Erstmaliger Miet-/Leasingvertrag zwischen Leistungserbringer und Kostenträger wird am 30.11.2015 geschlossen. Der Miet-/Leasingvertrag zwischen Leistungserbringer und Kostenträger über die Folgepauschale wird erst mit der weiteren Versorgung am 01.01.2020 geschlossen.

→    Für die Erstpauschale gelten die Preis- und Leistungskonditionen des Ausschreibungsvertrages. Für die Zeit 01.01.2016 – 31.12.2019 müssen daher alle Leistungsinhalte durch den Leistungserbringer sichergestellt werden.

→    Maßgeblich für die Folgepauschale ist der Verhandlungs-/Beitrittsvertrag nach § 127 Abs. 1 bzw. 2 SGB V, der sich dem Ausschreibungsvertrag anschließt. Sollte kein Vertrag existieren, gilt § 127 Abs. 3 SGB V zur Überbrückung des vertraglosen Zustands. Im Falle eines vertragslosen Zustands empfiehlt es sich, bereits im Monat 12/2019 einen Kostenübernahmeantrag i.S.d. § 127 Abs. 3 SGB V zu stellen.


Verbrauchshilfsmittel

Beispiel 7:
Verordnung vom 15.11.2019
Genehmigung Kostenträger am 30.11.2019 für 6 Monate zu 200 EUR monatlich
Versorgung ab 01.12.2019

Erstmaliger Kaufvertrag zwischen Leistungserbringer und Kostenträger wird am 30.11.2019 geschlossen.

→    Für den genehmigten Versorgungszeitraum vom 01.12.2019 – 31.05.2020 gelten die Preis- und Leistungskonditionen des Ausschreibungsvertrages.

→    Maßgeblich für die Folgeversorgung ist der Verhandlungs-/Beitrittsvertrag nach § 127 Abs. 1 bzw. 2 SGB V, der sich dem Ausschreibungsvertrag anschließt. Sollte kein Vertrag existieren, gilt § 127 Abs. 3 SGB V zur Überbrückung des vertraglosen Zustands. Im Falle eines vertraglosen Zustands empfiehlt es sich, bereits im Monat 05/2020 einen Kostenübernahmeantrag i.S.d. § 127 Abs. 3 SGB V zu stellen.

 

Next Generation Network der rehaVital trifft sich bei Otto Bock in Wien, 11.10.2019

 

Das Next Generation Network (NGN) der rehaVital Gesundheitsservice GmbH erkundete Österreichs Hauptstadt: Vom 26. – 28. September war der Hersteller Otto Bock in Wien Gastgeber des zweiten NGN-Treffens in diesem Jahr. Die Veranstaltung bot den Nachwuchs-Führungskräften viel Wissenswertes rund um die Themen Digitale Transformation, Marktkommunikation und Führungsverantwortung. 

 

Zum Auftakt der mehrtägigen Veranstaltung führte Philipp Hoefer, Leiter Vertrieb und Marketing bei der Otto Bock HealthCare Deutschland GmbH die Teilnehmer durch die vergangenen 100 Jahre des Unternehmens und stellte dessen Strategie der nahen Zukunft vor. Bei einem spannenden Blick hinter die Kulissen bekamen die NGNler wertvolle Einblicke in die tagtägliche Arbeit sowie auf die zukünftigen Innovationen des Gastgebers. Am Standort Brehmstraße im Bezirk Simmering, den das Unternehmen 2012 neu bezogen hat, sind heute über 600 Mitarbeiter beschäftigt, ein Drittel davon in der Forschung und Entwicklung. Neue Produkte werden hier bis zur Marktreife entwickelt und auch für den Verkauf produziert. Besondere Kompetenz liegt dabei in der Entwicklung von mechatronischen Prothesen, die naturnahe Bewegungsabläufe ermöglichen. Im Anschluss an die Führung durch den Standort konnten die Teilnehmer verschiedenste innovative Hilfsmittelkomponenten durch praktische Selbsterfahrung testen. Mit der eigenen Erkenntnis, wie es sich z.B. auf Beinprothesen läuft, waren alle einmal ganz nah dran an der Sicht des Patienten. „Aus so einer praktischen Selbsterfahrung kann man enorm viel ableiten, worauf bei der Anpassung beim Patienten zu achten ist und auf welche speziellen Punkte man im Gespräch mit dem Patienten eingehen sollte“, zeigt sich Tamara Gross aus dem NGN-Sprecherteam begeistert.

 

Digitalisierung ist in aller Munde – längst nicht mehr nur in technischen und mechanischen Branchen, sondern auch im Gesundheitswesen und somit selbstverständlich auch in der Hilfsmittelbranche. Doch was bedeutet das in der Realität? Zum Abschluss des Tages wurde genau dieses Thema aufgegriffen. Gemeinsam mit Otto Bock diskutierten die NGN-Mitglieder über aktuelle Digitalisierungsprozesse und Strategien im Gesundheitswesen. Chancen und Perspektiven der Branche standen dabei klar im Mittelpunkt. Aber auch kritische Perspektiven der Digitalisierungsprozesse wurden intensiv beleuchtet und aus verschiedensten Blickwinkeln betrachtet. Während in Deutschland übrigens noch diskutiert wird, sind unsere Nachbarn schon weiter: In Österreich begleitet ELGA, die elektronische Gesundheitsakte, die Bürger bereits standardmäßig in der Versorgung. 

Ein essentielles Thema für alle jungen Führungskräfte in Familienunternehmen ist die Definition der eigenen Führungsrolle. Der zweite Tag des NGN-Treffens in Wien wurde daher vom Speaker Sebastian Mauritz rund um die Selbstfindung im Unternehmen gestaltet. Sebastian Mauritz ist Unternehmer im Bereich Marketing, Medien und Kommunikation und arbeitet seit über 20 Jahren als Trainer mit Menschen in unterschiedlichen Kontexten in den Bereichen Sales, Leadership, Business Communication und Motivation. Gemeinsam wurde Kognitive Empathie erlernt und über empathische Kommunikation diskutiert. Auch wurden die Grundlagen erfolgreicher Führung auf Basis der neuropsychologischen Forschung kennengelernt.

 

Abgerundet wurde der Besuch in Österreichs Hauptstadt durch das begleitende Rahmenprogramm: Neben einer Führung durch die Straßen Wiens wurde die Stadt im Zuge der „Dritte Mann Tour“ unterirdisch entdeckt. Die Verfolgungsjagd des Orson Welles alias Harry Lime im Film "Der Dritte Mann" aus dem Jahr 1949 wurde weltberühmt und mit ihr die Wiener Kanalisation. Die Tour zeigte eine ganz neue Perspektive der Stadt, in deren Kanalisation sich technologische Innovationen mit großer Geschichte verbinden. Und auch die weltberühmten kulinarischen Facetten der Stadt kamen nicht zu kurz, in Form von Wiener Melange, Apfelstrudel und Wiener Schnitzel.  

 

„Die NGN Teilnehmer sind die zukünftigen Schlüsselfiguren unserer Branche. Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dieses Netzwerk zu fördern und neue Impulse zu ermöglichen. Das NGN bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, sich neues Wissen anzueignen und sich persönlich weiterzuentwickeln“ so Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital Gesundheitsservice GmbH. „Das Rahmenprogramm ist uns zudem bei jedem Treffen wichtig, damit auch das Netzwerken und die persönlichen Kontakte nicht zu kurz kommen. Unser NGN lebt gerade auch von dem starken Zusammenhalt untereinander.“

 

 

Erfolgreiche Entwicklung in 2019: rehaVital zieht erste Jahresbilanz, 30.08.2019

 

Die ersten acht Monate in 2019 waren ereignisreiche Monate für die rehaVital. Neben den aktuellen Herausforderungen der Branche brachte Anfang des Jahres auch der Geschäftsführerwechsel einige Umbrüche mit sich. Diese wurden von der rehaVital bisher positiv als Chance genutzt: Mit einem Fokus auf Marktnähe und –Sichtbarkeit sowie einer Konzentration auf die wichtigen Bereiche Einkauf, Krankenkassenmanagement und politische Arbeit begegnete die rehaVital erfolgreich den Veränderungen in der Hilfsmittelbranche. Eine erste Bilanz zum ersten Halbjahr zeigt, dass sich dies auch in positiven Geschäftszahlen niederschlägt.

 

Nach einer ersten Hochrechnung wird die rehaVital zum Ende des Jahres 2019 ein Einkaufsvolumen von 400 Millionen € überschreiten. Dies entspräche einem Wachstum von 8% im direkten Vergleich zum Vorjahr. Die höchste Steigerung mit Stand Juli 2019 können die Warenbereiche Orthopädietechnik mit +14,4% sowie Reha/RehaIndividual mit +12,2% und SAN mit +8,6% verzeichnen. Auch die Bereiche Homecare und Medizintechnik können mit 2,2 % bzw. 6,2 % ein Plus vorzeigen.

 

Wie Jens Sellhorn, rehaVital-Geschäftsführer, bereits auf der Gesellschafterversammlung im Juni ausführte, ist ihm die Nähe zu den Mitgliedsbetrieben, aber auch zu Lieferantenpartnern sehr wichtig. Dieser Fokus war bereits in den vergangenen Monaten, durch viele Besuche in den Unternehmen vor Ort, spürbar.
Die Aufbruchsstimmung, aber auch der intensivierte Dialog untereinander und der Sinn für die Bedürfnisse der Mitglieder schlagen sich nun positiv in den Zahlen der rehaVital nieder.

 

„Die Entwicklung in den vergangenen Monaten ist besonders erfreulich, da das Wachstum durch eine enorme Breite unserer Mitglieder getragen wurde. Hinter diesem Erfolg stehen keine einmaligen Effekte. Vielmehr ist er das Ergebnis einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der rehaVital und eine Fokussierung auf Mitgliedernähe. Darüber hinaus können wir eine immer stärkere Nutzung unsere Dienstleistungen, die unsere Mitglieder im Tagesgeschäft entlasten, beobachten. Wir sind auf einem guten Weg und ziehen dabei alle an einem Strang, unseren Erfolg auszubauen und zu festigen.“ betont Jens Sellhorn.

 

Den vielseitigen Herausforderungen der Branche, wie z.B. dem Ausschreibungsstopp, der EU-MDR und dem E-Rezept, konstruktiv zu begegnen, ist ebenfalls eine wichtige Erfolgssäule der rehaVital, an der mit vereinten Kräften gearbeitet wird. Der Einkauf, das Krankenkassenmanagement und nicht zuletzt die politische Positionierung der rehaVital-Zentrale in Hamburg spielen dabei eine wichtige Rolle. Aber auch die Arbeit mit den Mitgliedsbetrieben innerhalb der einzelnen Fachgruppen tragen viel dazu bei, dass die rehaVital als Verband, und damit als Stimme ihrer Mitglieder, innerhalb der Branche Gehör findet.

Neuer Mitglieder-Service: rehaVital bietet Rechtsschutzpool mit Kanzlei Hartmann Rechtsanwälte, 26.08.2019

 

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH erweitert ab sofort Ihr Serviceangebot im Bereich der rechtlichen Beratung: Gemeinsam mit der Kanzlei Hartmann Rechtsanwälte stellt sie, gegen einen monatlichen Pauschalbetrag, ihren Mitgliedsbetrieben einen Rechtsschutzpool zur Verfügung.

 

Im Rahmen des Rechtsschutzpools können die rehaVital-Mitglieder ihren Kunden bei Hilfsmittelversorgungen  umfassende juristische Unterstützung in außergerichtlichen Verfahren bieten, die mit der Antragsstellung bzw. dem Kostenvoranschlag beginnt und z.B. das Widerspruchsverfahren im Zusammenhang mit der Beantragung und Ablehnung durch Kostenträger umfasst.

 

Die Mitgliedsunternehmen unterstützen so ihre Kunden bei der Durchsetzung ihrer berechtigten Ansprüche und vermeiden gleichzeitig Umsatzverluste durch unberechtigte Ablehnungen seitens der Kostenträger. „So profitieren sowohl die rehaVital-Mitglieder, als auch deren Kunden von dem neuen Service“, betont Ralf Lettermann, Aufsichtsratsmitglied der rehaVital, die Vorteile des Rechtsschutzpools.

 

Der Vertrag beinhaltet zudem, bei Bedarf und gegen eine zusätzliche Pauschale, die Option der Unterstützung von Patienten im Klageverfahren.

 

rehaVital führt neues Versorgungskonzept Adipositas mit erfolgreicher Pilot-Schulungsreihe ein, 01.08.2019

 

Bereits seit Beginn der 2000er Jahre gilt Adipositas als Volkskrankheit, mit immer weiter steigenden Zahlen morbid adipöser Menschen (BMI >40 kg/m²). Diese benötigen, mit den speziellen Anforderungen ihres Krankheitsbildes, eine fachlich interdisziplinäre Versorgung und auf sie abgestimmte Hilfsmittel. Die rehaVital hat die besonderen Bedürfnisse erkannt und deshalb ein neues Versorgungskonzept Adipositas gestartet, das auch eine eigene Schulung zum Fachberater beinhaltet.

 

Das Ziel des neuen Versorgungskonzepts der rehaVital ist die Bildung eines Alleinstellungsmerkmals im Markt - durch eine spezialisierte Ausbildung von Mitarbeitern der rehaVital-Mitgliedsbetriebe zu Adipositas-Fachberatern, einer fokussierten Zusammenarbeit mit bestimmten Herstellern im Rahmen des Konzepts sowie der Verhandlung von speziellen Adipositas-Versorgungsverträgen mit den Krankenkassen.
„Durch die kontinuierlich zunehmende Zahl an Adipositas-Patienten sehen wir in dem Bereich einen hohen Handlungsbedarf in unserer Branche - nicht nur in der grundsätzlichen Versorgung, sondern gerade in einer ganzheitlichen Betrachtung der Auswahl der richtigen Hilfsmittel“ betont Ole Gustafsson, Projektmanager Versorgungskonzepte der rehaVital.

 

Das Adipositas-Versorgungskonzept wurde innerhalb der rehaVital gemeinsam mit der Arbeitsgruppe RehaIndividual entwickelt, die sich neben Kinderversorgung, Sitzhilfen PG 26, Spezialversorgungen PG 18.99 und Umfeldsteuerung auch schwerpunktmäßig mit dem Thema Adipositas beschäftigt. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe verfügen über ein ausgeprägtes Fachwissen in den genannten Themenbereichen und engagieren sich entsprechend sowohl einkaufseitig, als auch bei der Entwicklung neuer Lösungen zur ganzheitlichen Versorgung. „Im direkten Patientenkontakt sind unsere Mitarbeiter immer regelmäßiger auch mit Adipositas-Erkrankten konfrontiert“ erklärt Udo Loosen (Streifeneder Rehatechnik), Sprecher der Arbeitsgruppe RehaIndividual. „Deshalb sehen wir den Bedarf einer zielgerichteten Versorgung in diesem Bereich als unerlässlich an – sei es im Einkauf der Hilfsmittel, in der Kommunikation mit den Krankenkassen oder im Beratungsgespräch mit dem Patienten und dessen Angehörigen.“

 

Die Berater im Sanitätshaus, mit direktem Patientenkontakt, sind die Schlüsselfiguren, wenn es um die Vermittlung der ganzheitlichen Versorgung geht. Deshalb entwickelte die rehaVital innerhalb des neuen Versorgungskonzeptes eine Schulungsreihe zum Fachberater Adipositas, die als Pilot nun zum ersten Mal in den Räumlichkeiten der Hamburger Zentrale an fünf aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt wurde.

 

Ein großes Augenmerk wurde bei den Inhalten der Kurse auf deren Praxisnutzen gelegt. Der Hersteller Dietz GmbH zeigte den Schulungsteilnehmern, welche Feinheiten bei der Beratung zum passenden Modell eines XXL-Rollstuhls beachtet werden müssen. Im Kommunikationskurs wurde wiederum die Gesprächsführung während der Patientenberatung geübt, in der die Berater lernten, sensibel auf die besonderen Themen im Zusammenhang der Adipositas einzugehen.

 

„Die rehavital Adipositas Schulungsreihe war in der Tat eine der besten Fortbildungen die ich je besuchen durfte“ urteilt einer der Schulungsteilnehmer abschließend. „Die Dozenten waren hoch qualifiziert, die Schulung war interessant, anspruchsvoll, ging in die Tiefe und hat sehr viel Wissen vermittelt. Der Schwerpunkt lag zwar auf dem Krankheitsbild Adipositas allerdings habe ich noch vieles mehr „mitnehmen" können.“
Nach dem positiven Feedback der ersten Schulungsteilnehmer plant die rehaVital-Akademie einen zweiten Durchgang der Adipositas Fachberater-Schulungen für den Herbst 2019.

rehaVital kritisiert den Umgang der Krankenkassen mit der Medizinprodukte-Betreiberverordnung und schlägt konkrete Änderungen vor, 15.07.2019

 

Fast zweieinhalb Jahre nach dem Inkrafttreten der MPBetreibV drängen die Krankenkassen nun offensiv auf eine Übertragung der aus den Betreiberpflichten resultierenden Aufgaben. Eine konsentierte vertragliche Vereinbarung mit den Leistungserbringern haben die Krankenkassen dabei selten im Sinn. Stattdessen legen sie ihnen mit widersprüchlichen und rechtlich fragwürdigen Begründungen nahe, pauschale Übernahmeerklärungen abzugeben, um ihre Teilnahme an der Versorgung zu sichern.

 

„Wir haben unseren Mitgliedern von der Unterzeichnung solcher Erklärungen, wie sie beispielsweise die BIG direkt gesund/IKK Nord, AOK Hessen und AOK Niedersachsen versandt haben, abgeraten und empfehlen dies auch weiterhin“, so Stefan Skibbe, Bereichsleitung Vertrieb und Krankenkassenmanagement bei der rehaVital.


Für die rehaVital sprechen folgende Punkte gegen die pauschale Übernahme der Aufgaben aus der MPBetreibV:

  • Die MPBetreibV sieht eine „vertragliche“ Vereinbarung mit den Leistungserbringern vor – diese sollte nicht einseitig diktiert, sondern zwischen den Vertragsparteien interessengerecht ausgehandelt werden.
  • Die Erfüllung der Aufgaben kann – je nach Produktgruppe – mit nicht unerheblichem Aufwand verbunden sein. Zwar sehen viele bestehende Verträge die Erfüllung eben dieser Aufgaben ohnehin vor und bilden diese preislich ab, in allen anderen Fällen sollte jedoch eine gesonderte Vergütungsregel getroffen werden – sei es nur, um den administrativen Aufwand abzubilden.
  • Zudem bedarf es einer Auffang-Klausel: In Fällen, in denen dem Leistungserbringer der Zugriff auf ein Hilfsmittel nicht möglich ist (LE-Wechsel, Umzug oder Unerreichbarkeit des Versicherten, Verweigerung des Zugangs zum Hilfsmittel etc.) sollte aus Haftungsgesichtspunkten die Rückübertragung der Aufgaben aus der MPBetreibV auf die Krankenkasse oder den neuen Leistungserbringer vereinbart werden.
     

„Wir versuchen, für unsere Mitglieder eben solche interessengerechten Vereinbarungen zu verhandeln, soweit die Krankenkassen hinsichtlich bestehender rehaVital-Verträge die Übernahme der Betreiber-Aufgaben fordern. Zudem sind wir im steten Austausch mit weiteren Interessenvertretungen und Verbundgruppen, um eine einheitliche Handhabung zu etablieren und erheben über unsere Kompetenzteams Rückmeldungen zum tatsächlich anfallenden Aufwand“ so Stefan Skibbe weiter.
Die rehaVital weist darauf hin, dass der Aufwand der Aufgaben aus den Betreiberpflichten allein bei der Versorgung mit einem CPAP-Gerät bei geschätzt über 150 EUR während des Versorgungszeitraums liegen dürfte.

30. Gesellschafterversammlung der rehaVital im Zeichen der Zukunft, 05.07.2019

 

In Hamburg kamen am 28. Juni zur Gesellschafterversammlung der rehaVital über 180 Teilnehmer zusammen +++ Zwei neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt +++ Sichtbare Erfolge in der politischen Interessenvertretung+++Gesundheitssenatorin der Stadt Hamburg spricht Grußwort und würdigt die rehaVital+++ Erich Harsch, Leitender Geschäftsführer der Drogeriekette dm, spricht zum Thema „New Work“.

 

Der Tagungssaal war bis auf den letzten Platz besetzt: Rund 180 Teilnehmer kamen zur 30. Gesellschafterversammlung der rehaVital nach Hamburg. Das Tagungsmotto „Gegenwart verstehen – Zukunft gestalten“ stand vor allem für die Aufbruchsstimmung, mit der Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Mitglieder der Verbundgruppe in die Zukunft blicken. Jens Sellhorn, seit Februar 2019 Geschäftsführer der rehaVital Gesundheitsservice GmbH, überzeugte gleich zu Beginn mit einer emotionalen und zukunftsgerichteten Rede. „Wir spüren sowohl in unserer Hamburger Zentrale, als auch auf Seiten der Mitglieder eine klare Aufbruchsstimmung. Diese wollen wir nutzen, um Kräfte und Synergien freizusetzen, denn das ist die beste Grundlage für den nachhaltigen Erfolg unserer rehaVital-Gemeinschaft“ so Jens Sellhorn.

 

Der Geschäftsführer der rehaVital betonte im weiteren Verlauf seiner Rede, wie wichtig es sei, dass die Branche in Zukunft noch mehr mit einer Stimme spricht und geschlossen agiert. Die rehaVital wird dazu mit allen relevanten Marktbeteiligten den Dialog suchen und pflegen: „Um unsere Interessen durchzusetzen, müssen wir als Branche geschlossen nach außen auftreten - dazu bedarf es eines Schulterschlusses mit allen Akteuren der Branche. Hierfür werde ich mich vehement einsetzen“, führte Jens Sellhorn aus. Die rehaVital versteht sich wieder verstärkt als Netzwerker und positioniert sich deshalb auch mit einer starken Sichtbarkeit und Haltung zu politischen Branchenthemen, um die wichtigen Themen des Hilfsmittelbereichs maßgeblich mitzugestalten.

 

Die rehaVital setzt auf Wachstum

Im derzeitigen Geschäftsjahr 2019 verbucht die Verbundgruppe insgesamt 113 Mitgliedsbetriebe. Deutschlandweit ergibt sich so ein Versorgungsnetzwerk in den Bereichen Rehabilitation, Orthopädie, Homecare, Medizintechnik, Kinderversorgung und SAN von 564 Filialen. „Wir freuen uns über unsere stabile Mitgliederzahl und den kontinuierlichen Ausbau der Anzahl an Filialen. Im Sinne unserer Gemeinschaft möchten wir aber in den kommenden Jahren natürlich auch weiterwachsen“ so Jens Sellhorn zur aktuellen Mitgliederentwicklung.

 

rehaVital antwortet mit vier VertragsreferentInnen und drei Vertragsmanagerinnen auf das Ende der Ausschreibungen

Auf der Gesellschafterversammlung wurden die Mitglieder der rehaVital von Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement, darüber informiert, wie die Verbundgruppe auf die Vielzahl an Vertragsverhandlungen und intensiven Aktivitäten im täglichen Konfliktmanagement mit den Kassen reagiert. Seit Juni arbeitet die rehaVital nunmehr mit vier Vertragsreferenten und - referentinnen, die im Team mit drei Vertragsmanagerinnen die Herausforderungen der Kassenverhandlungen bewältigen.

 

Sichtbare Erfolge in der politischen Interessenvertretung

Bereits im vergangenen Jahr spielte das Thema der politischen Positionierung bei für die rehaVital eine wichtige Rolle. Auf der Gesellschafterversammlung wurden die Mitglieder über die ersten sichtbaren Erfolge informiert.

 

„Wie Sie wissen, haben wir in den vergangenen Monaten mit voller Kraft für die frühzeitige Berücksichtigung der Sanitätshäuser bei der Schaffung einer Telematikstruktur gekämpft und können heute feststellen, dass es sich gelohnt hat. Auch wenn wir es mit unserer Position nicht mehr ins Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) geschafft haben, konnten wir doch erreichen, dass unser Anliegen, die Sanitätsfachhäuser bei der Entwicklung des eRezepts aktiv einzubinden, mit in das DVG aufgenommen wurde. Erfreulicherweise hat der Gesetzgeber unsere Formulierungsvorschläge fast wörtlich in den Gesetzesentwurf übernommen. Es lohnt sich also, in Berlin für unsere Branche Flagge zu zeigen“ bewertete Stefan Skibbe in seinem Vortrag die bisherige politische Arbeit.

 

Zwei neue Mitglieder im Aufsichtsrat

Im Bereich des Aufsichtsrats stand die Ersatzwahl zweier Aufsichtsratsmitglieder auf der Agenda. Zum einen wurde mit Heike Peter (R. Brandau & Sohn GmbH & Co.KG in Kassel) in der Betriebsgrößenklasse I nach längerer Zeit wieder eine Frau in den Aufsichtsrat gewählt. In der Betriebsgrößenklasse III vertritt Stephan Thoma (Schaub KG in Freiburg) ab sofort die Interessen der Mitglieder. Verlassen haben den Aufsichtsrat Charly Schwarz und Roland Schmid.

 

Junge Führungskräfte nehmen die Branche unter die Lupe

Das Next Generation Network (NGN) der rehaVital hatte eine Präsentation mit einer besonderen Thematik für die rehaVital-Mitglieder vorbereitet. Moritz Herde (Orthopädie Forum GmbH) und Marius Pohl (Häussler Medizin- und Rehatechnik GmbH) stellten die aktuellen Herausforderungen der Hilfsmittelbranche vor und brachten Ansätze ein, wie diese zukünftig zu lösen sein können. Dabei setzten sie stellenweise bewusst auf zugespitzte Thesen, um die etablierten Geschäftsführer im Publikum zur Diskussion anzuregen.

 

Vorträge zum Thema „New Work“ begeistern die Teilnehmer

Der Nachmittagsteil, der auch in diesem Jahr wieder für Lieferanten- und Netzwerkpartner geöffnet war, stand unter dem Motto „New Work“. Eingangs würdigte die Hamburger Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz Cornelia Prüfer-Storcks in ihrem Grußwort das dreißigjährige Bestehen der rehaVital und ihre erfolgreiche Entwicklung bis heute.

 

Drei namhafte Referenten gaben im Anschluss einen Einblick in die Zukunft der Zusammenarbeit, in der das klassische Management in den Hintergrund rückt und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter immer wichtiger wird. Florian Kondert und Andreas Steinle vom Zukunftsinstitut erläuterten auf anschauliche Weise den Begriff „New Work“.

 

„Die Frage, ob heutige Geschäftsmodelle und konventionelle Führung eines Unternehmens Bestand haben, ist eigentlich nur noch rhetorisch. Aber was genau getan werden kann, um die Zukunft zu erobern - dazu wollten wir unseren Partnern heute einmal ein paar kreative Impulse geben“ so Detlef Möller, Aufsichtsratsvorsitzender der rehaVital zum Nachmittagsprogramm.

 

Erich Harsch, Leitender Geschäftsführer der Drogeriekette dm, brachte zum Abschluss des Nachmittags dazu eigene, lebendige Beispiele aus seiner langjährigen Führungserfahrung mit. Die Wertschätzung der Mitarbeiter, freie Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Aufgaben und der stetige Blick über den Tellerrand waren dabei wichtige Eckpfeiler, die Herr Harsch bei seinem Vortrag immer wieder erwähnte. Die anschließende lebhafte Diskussion mit den Teilnehmern bestätigte, dass das Thema „New Work“ auch in der Hilfsmittelbranche eine hohe Relevanz hat.

 

30 Jahre rehaVital – Spenden für den guten Zweck

Die Partnerfeier am Abend fand, passend zum Jubiläum der Verbundgruppe, im hanseatisch-eleganten Ambiente des Börsensaals der Handelskammer Hamburg statt. Neben den rehaVital-Mitgliedern waren auch viele Gäste von Lieferanten-und Kassenseite, aber auch aus der Politik zugegen. Zum 30-jährigen Jubiläum der Verbundgruppe veranstaltete die rehaVital im Rahmen des Abendprogramms eine Tombola, deren Erlöse in Höhe von 5.945 € vollständig an zwei Einrichtungen in Hamburg gespendet werden: zum einen an die Organisation Hände für Kinder, zum anderen an die Rollstuhlbasketballer des HSV, die BG Baskets. Als „Special Guest“ half die Hamburger Fischmarkt-Ikone „Aale Dieter“, die Lose an die Gäste zu verkaufen und trieb bei guter Stimmung die Lospreise für den guten Zweck in die Höhe. Bei vielen guten Gesprächen, toller Musik und kühlen Drinks blieben viele der Gäste bis in die frühen Morgenstunden.

Verbände der Leistungserbringer gründen eigene Vertragsarbeitsgemeinschaft (ARGE) für die PG 04, 05.07.2019

 

Als Antwort auf die Gründung der Vertragsarbeitsgemeinschaft der Ersatzkassen im Bereich PG 04 Badewannenlifter, haben sich die führenden Verbundgruppen der Leistungserbringer zu einer eigenen Vertragsarbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen.

 

„Wir als die führenden Verbundgruppen der Leistungserbringer in Deutschland, sehen uns in der Verantwortung, ein Gegengewicht zu der ARGE der Ersatzkassen zu bilden“ betont Stefan Skibbe, Bereichsleiter des Krankenkassenmanagements der rehaVital. „Unser Ziel ist es, faire Preise und eine einheitliche, hochwertige Versorgung der Patienten in dieser Produktgruppe zu verhandeln“ ergänzt Simone Maisch, Leiterin des Vertragsmanagements des RSR. „Nur gemeinsam und mit einer Stimme können wir mit den Kassen auf Augenhöhe verhandeln - sowohl im Sinne unserer Mitglieder, als auch für deren Patienten“, ist auch die Auffassung von Stefan Köhn aus dem Vertragsmanagement der Sanitätshaus Aktuell AG.


Die Vertragsarbeitsgemeinschaft ist ein sogenannter „sonstiger Zusammenschluss der Leistungserbringer“ und dient ausschließlich wie ausdrücklich der Vertretung einer gemeinsamen Verhandlungsposition gegenüber den Kostenträgern.


Die Arbeitsgemeinschaft steht allen Leistungserbringern, einzeln oder im Verbund, offen und lädt ausdrücklich dazu ein, sich bei Interesse direkt mit Stefan Skibbe in Verbindung zu setzen, per Mail an sskibbe@rehavital.de.

 

Der Vertragsarbeitsgemeinschaft (ARGE) der Leistungserbringer haben sich folgende Gemeinschaften angeschlossen (alphabetische Reihenfolge):
·    Bundesinnungsverband für ORTHOPÄDIE.TECHNIK
·    CURA SAN GmbH
·    EGROH-Service GmbH
·    rehaVital Gesundheitsservice GmbH
·    RSR Reha-Service-Ring GmbH
·    Sanitätshaus Aktuell AG

 

 

rehaVital-Stellungnahme: Die rehaVital begrüßt den Referentenentwurf zum Digitalen Versorgung-Gesetz (DVG), 31.05.2019

 

Im Referentenentwurf des Gesetzes für eine verbesserte Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale Versorgung Gesetz, DVG) wurden maßgebliche Forderungen der rehaVital Gesundheitsservice GmbH, die Leistungserbringer des Hilfsmittelbereichs in die Gestaltung der Telematikstruktur mit einzubinden, mit aufgenommen. Somit werden auch die Sanitätsfachhäuser frühzeitig in die Thematik des eRezepts mit integriert, wie von der rehaVital im Zusammenhang mit dem GSAV gefordert wurde.

 

Seit dem 15. Mai 2019 liegt der Referentenentwurf des Gesetzes für eine verbesserte Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale Versorgung Gesetz, DVG) aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) um Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor. Neben diversen Regelungen zu Medical-Apps, digitalen Versorgungsangeboten und der elektronischen Patientenakte, ist auch das Thema eRezept im Referentenentwurf enthalten. Bereits im März 2019 hatte die rehaVital in einem eigenen Positionspapier den Gesetzgeber aufgefordert, die Sanitätshäuser an der Entwicklung und Einführung der neuen Prozesse und Methoden zum eRezept zu beteiligen.


Zum vorliegenden Referentenentwurf erklärt rehaVital Geschäftsführer Jens Sellhorn: „Wir haben in den vergangenen Monaten mit voller Kraft für die frühzeitige Berücksichtigung der Sanitätshäuser bei der Schaffung einer Telematikstruktur gekämpft und können feststellen, dass es sich gelohnt hat. Auch wenn wir es mit unserer Position nicht mehr ins Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) geschafft haben, konnten wir erreichen, dass unser Anliegen, die Sanitätsfachhäuser bei der Entwicklung des eRezepts aktiv einzubinden, mit in das DVG aufgenommen wurde. Zudem können wir feststellen, dass der Start des eRezepts bei den Apotheken zunächst auf die apothekenpflichtigen Arzneimittel beschränkt bleibt. Eine direkte Produktüberschneidung (z. B. Nahrung) mit dem Angebot unserer Mitglieder konnte damit gerade noch rechtzeitig vermieden werden.“
 

Stefan Skibbe, Bereichsleiter Bereichsleitung Vertrieb und Krankenkassenmanagement: „Erfreulicherweise hat der Gesetzgeber unsere Formulierungsvorschläge tatsächlich fast wörtlich in den Gesetzestext übernommen. An einigen Punkten hat es zwar Veränderungen gegeben, aber der von uns gewünschte Ablauf ist vollumfänglich abgebildet. Das ist tatsächlich ein großer Erfolg - für uns, aber auch für die gesamte Branche!“


In der Folge wird es für die rehaVital darum gehen, den Referenten-Entwurf des Gesetzes an einigen Punkten noch schärfen zu lassen. So hält die rehaVital eine Ergänzung des § 33 Abs. 6 SGB V für erforderlich, wonach die Kostenträger weder Arzt noch Patient in der Wahl des Leistungserbringers beeinflussen oder diesen sogar zuweisen dürfen. Die Apotheken haben anlässlich des Entwurfs des „Gesetzes zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken“ gerade eine ähnliche Formulierung im § 31 SGB V gefordert. Eingriffe in die Wahlfreiheit der Patienten durch Software-Lösungen werden damit von vornherein unterbunden.

Des Weiteren gibt es nach Sicht der rehaVital noch Handlungsbedarf bei der Einsichtnahme in die elektronische Patientenakte. Hier wurde die Einbindung des Hilfsmittelbereichs leider wieder einmal vergessen, obwohl die Hebammen und Heilmittel-Leistungserbringer zukünftig im Gesetz (vgl. Randnummer 27 zu § 291a SGB V im Gesetzesentwurf) als zugriffsberechtigt gelten.


„Ergänzend werden wir auch die Abrechnungsregelungen des § 302 SGB V noch einmal versuchen zu modifizieren. Unserem Wunsch, diesen auch für die Papierrezepte volldigital abzubilden ist der Gesetzgeber bislang noch nicht nachgekommen“, so Jens Sellhorn.

 

Neuer Vertragsinhalt der Novitas BKK im PG-Bereich Antidekubitus nicht akzeptabel, 30.04.2019

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH sieht die bisherigen Vertragsinhalte der Novitas BKK zum PG-Bereich Antidekubitus zum jetzigen Stand der Verhandlungen als nicht umsetzbar an. Nachdem die Verbundgruppe bereits den Altvertrag aus 2011 nicht unterzeichnet hatte, weil sich die Konditionen außerhalb des Marktpreisniveaus befanden, hatte sie sich nun mit der Krankenkasse Novitas BKK zu neuen Verhandlungen getroffen. Das bisherige Ergebnis ist jedoch nicht zufriedenstellend, da der Vertrag zusätzliche Anforderungen an den Leistungserbringer sowie weitere Preisreduzierungen statt –erhöhungen beinhaltet.

 

„Wir hatten gehofft, in den neuen Verhandlungen mit der Novitas BKK ein für beide Seiten zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen“, kommentiert Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital. „In Abstimmung mit unserem Kompetenzteam, bestehend aus mehreren Mitgliedsunternehmen, müssen wir allerdings feststellen, dass ein Vertragsabschluss oder –beitritt der rehaVital bei dem jetzigen Stand der Vertragsinhalte nicht machbar ist.“

 

Die im Vertrag veranschlagten Preise für die einzelnen Produkte sind zum einen vorgegebene Festpreise, die sich auf einem äußerst niedrigen Niveau befinden. Anstehende Preiserhöhungen, beispielsweise ausgelöst durch die neue EU-MDR oder das Verpackungsgesetz, gehen so eindeutig zu Lasten des Leistungserbringers. Zum anderen sind Versorgungspauschalen vorgesehen, die über keinen festgelegten Zeitraum verfügen. Der Leistungserbringer müsste so für einen unbekannten Zeitraum das Hilfsmittel, inklusive aller damit einhergehenden Dienstleistungen, bereitstellen. Dies ist nach Meinung der rehaVital kalkulatorisch für die Unternehmen nicht abbildbar. Der Vertrag beinhaltet zwar vereinzelte Preiserhöhungen, diese haben jedoch im Verhältnis zu den Reduzierungen nur wenig Gewicht. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis insgesamt ist für die Leistungserbringer kaum tragbar – es werden für sehr geringe Wiedereinsatzpauschalen zu viele Leistungen verlangt.

 

Sollte die Novitas BKK auf der Umsetzung der bestehenden Vertragsversion beharren, sieht sich die rehaVital nicht imstande, den Vertrag zum Produktgruppen-Bereich Antidekubitus zu unterzeichnen oder diesem beizutreten. Jedoch zeigt die Verbundgruppe weiterhin die Bereitschaft, mit der Krankenkasse an den Verhandlungstisch zurückzukehren und eine für beide Seiten vertretbare wirtschaftliche Lösung zu finden.

Führungsnachwuchs der rehaVital tagt bei Abrechnungsdienstleister azh in Viechtach, 15.04.2019

Das Next Generation Network (NGN) der rehaVital startete Ende März mit seinem ersten Sitzungswochenende in ein weiteres Jahr mit spannenden Workshops und Networking. Auf Wunsch der Teilnehmer fand die Veranstaltung dieses Mal nicht klassisch bei einem Hersteller der Hilfsmittelbranche statt, sondern in der Niederlassung des Abrechnungsdienstleisters azh in Viechtach/Bayerischer Wald. Passend zum Gastgeber stand der zum Treffen gehörende Workshop unter dem Motto „Krankenkassen- und Vertragsmanagement der Zukunft“.

 

Die Teilnehmer des NGN-Treffens wurden durch die verschiedenen Bereiche der azh-Niederlassung geführt und konnten sich ein genaues Bild davon machen, wie die Mengen an eintreffenden Patientenunterlagen sortiert und verteilt werden. Großen Eindruck machte auch die Scanstraße. „Mir war gar nicht klar, dass doch noch so viel Papier bei den Abrechnungsstellen aufläuft“, bemerkte Tim Wöllzenmüller (Sanitätshaus Wöllzenmüller GmbH & Co. KG). „Die digitale Bearbeitung der Daten findet tatsächlich erst im zweiten Schritt statt.“ Entsprechend ging es im anschließenden Vortrag der azh auch um die Optimierung der IT-Prozesse, sowohl auf Seiten der Abrechnungsstelle, als auch bei den Leistungserbringern. Durch einen optimierten Datenaustausch können Zeit und damit auch erheblich Kosten eingespart werden. Die NGN-Teilnehmer nahmen verschiedene Optimierungsmöglichkeiten für das eigene Unternehmen aus dem Vortrag mit.

 

Die Zukunft des Krankenkassenmanagements

Der anschließende Workshop drehte sich rund um das Thema Krankenkassenmanagement. Als Referent führte Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital, durch das Thema. Wie die Krankenkassen eigentlich arbeiten und welche Herausforderungen sich bei Vertragsverhandlungen ergeben, waren nur zwei der vielen Fragestellungen, die behandelt wurden. Der Wissensstand der Teilnehmer war dabei sehr unterschiedlich. Manche haben durch ihre Position im elterlichen Unternehmen bereits regelmäßig mit Abrechnungsprozessen und den Krankenkassenpartnern zu tun, für andere wiederum stellte das Thema noch Neuland dar. Stefan Skibbe gab deshalb zuerst einen umfangreichen Überblick über den Primärmarkt der Krankenkassen, bei dem auch die Teilnehmer mit Vorwissen noch Neues erfahren konnten. Nach Beleuchtung des Krankenkassenmarkts wurde jedoch das ernüchternde Fazit gezogen, dass im Primärmarkt aus Sicht der Leistungserbringer nicht die Zukunft liegen kann. Skibbe zeigte daraufhin auf, wie sich Sanitätshausunternehmen in Zukunft aufstellen können, um auch abseits der klassischen Krankenkassenverträge vertrieblich erfolgreich zu sein.

 

Ein Ansatz kann beispielsweise der modulare Aufbau eines Krankenkassenvertrages sein, der individueller ist und somit eine höhere Wahlfreiheit und Attraktivität für die Krankenkassenpartner bietet. Ein weiterer Punkt war das Cross- und Up-Selling und damit einhergehend auch eine Änderung des thematischen Fokusses der Sanitätshäuser - weg von dem Negativbild der Krankheit, hin zur positiven Assoziation der Gesundheit. Dabei könne man auch von Beispielen aus anderen Branchen lernen, so Skibbe. Gerade auch, was das Thema Online-Konkurrenz angehe, sei z. B. die Elektronikbranche oder auch der Buchhandel dazu geeignet, sich etwas abzugucken. „Wir müssen dringend über den eigenen Tellerrand schauen“, betonte Stefan Skibbe. „Andere Branchen haben sich schon viel früher Herausforderungen wie der Online-Konkurrenz, dem Preiskampf oder der Digitalisierung gestellt. Es gibt viele Beispiele, die man als Inspiration für die eigene Unternehmensentwicklung gewinnbringend nutzen kann.“

 

Anschließend wurde zum einen in Gruppen erarbeitet, welche weiteren Dienstleistungen die rehaVital ihren Mitgliedern im Krankenkassenmanagement bieten kann. Zum anderen ging der Blick in die Zukunft mit der Erstellung einer Strategie für das Krankenkassenmanagement von morgen. Sowohl der Referent als auch die NGN-Mitglieder zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Die Gruppe hat eine tolle Dynamik und ist sehr offen und frisch in ihrer Denkweise“, lobte Skibbe. Die Teilnehmerin Vanessa Wolf (Orthopädie und Reha-Technik Wolf GmbH & Co. KG) ergänzte: „Es war sehr interessant, mal zu sehen, was das Krankenkassenmanagement eigentlich genau beinhaltet und was die rehaVital-Zentrale für uns leistet. Ich nehme auf jeden Fall viele neue Impulse mit, die ich bei uns im Unternehmen weiterentwickeln möchte“.

 

Abschließend wurden, während der internen Sitzung des NGN, neue Sprecher der Gruppe gewählt. Von den letzten Sprechern bleibt Verena Fischer (Brillinger GmbH & Co. KG) dabei. Neu hinzugekommen sind Marius Pohl (Häussler Medizin- und Rehatechnik GmbH), Matthias Gross und Tamara Gross (beide Sanitätshaus Lettermann GmbH).

rehaVital begrüßt Ende der Ausschreibungen als Möglichkeit zur Verbesserung der Versorgung, 29.03.2019

Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH sieht das Ende der Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich, das mit dem Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) beschlossen wurde, als wegweisende Chance. Eine Verbesserung der Versorgungsqualität der Patienten sollte nach Ansicht der Verbundgruppe ab jetzt im Fokus stehen.

 

Insbesondere die Begrenzung der Laufzeit von bisherigen Ausschreibungsverträgen auf maximal sechs Kalendermonate nach Verkündung des TSVG und die daraus resultierenden Neuverhandlungen der Krankenkassenverträge sorgen dafür, dass Patienten nun rasch wieder ein möglichst hohes Maß an Selbstbestimmung und Wahlfreiheit über den versorgenden Leistungserbringer erhalten.

 

„Wir begrüßen die konsequente Umsetzung des Ausschreibungsverbots durch den Gesetzgeber ausdrücklich“, betont Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Jetzt wird die wirtschaftliche Versorgung der Krankenkassen nicht mehr überwiegend nur über den Preis definiert. Stattdessen bieten die Kassen ihren Versicherten auch einen echten Mehrwert an Qualität, Service und Beratungsleistungen.“

 

Gleichwohl gilt es nun rasch zu handeln. Die zahlreichen Ausschreibungsverträge der Vergangenheit müssen innerhalb kürzester Zeit neu verhandelt werden. „Wir nutzen unsere in den letzten Jahren ausgebauten guten Kontakte zu den Krankenkassen bereits jetzt, um zu klären, wie es nach dem Ende der Ausschreibungsverträge weitergeht und wie wir eine lückenlose Versorgung auf gesteigertem Qualitätsniveau sicherstellen können“, so Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement bei der rehaVital. „Wir sind froh, dass wir dabei meist auf offene Ohren stoßen. Auch die Krankenkassen haben ein Interesse an einer qualitätsgesicherten Versorgung und begegnen uns auf Augenhöhe.“

 

Wichtig sei dabei ein fairer, partnerschaftlicher Umgang miteinander. Das gemeinsame erklärte Ziel sollte es sein, eine hohe Qualität der Versorgung zu einem vernünftigen Preis zu erzielen und nicht weiterhin ein möglichst niedriges Preisniveau zu favorisieren. rehaVital setzt sich daher nachdrücklich dafür ein, den gesetzgeberischen Auftrag ernst zu nehmen und aus der Vergangenheit zu lernen. Nicht der Preis, sondern die wirtschaftliche Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau sollte bei der Neugestaltung der Krankenkassenverträge im Fokus stehen.

E-Rezept: rehaVital fordert Chancengleichheit durch Anpassungen im Gesetzesentwurf, 07.03.2019

 

Die Neureglung zur Einführung des eRezepts schließt Sanitätshäuser vom Versorgungsprozess aus. Die rehaVital schlägt konkrete Lösungsansätze zur Einbindung der sonstigen Leistungserbringer vor.

 

Die Einführung des eRezepts definiert einen neuen, vollständig digitalisierten Versorgungsprozess. Der Kabinettsentwurf zum Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) vom 30.01.2019 bezieht sich jedoch ausdrücklich auf Apotheken und schließt dadurch sonstige Leistungserbringer von der Neuregelung aus. Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH sieht es als unverzichtbar an, dass auch Sanitätshäuser an der Entwicklung und Einführung der neuen Prozesse und Methoden zum eRezept beteiligt werden und schlägt in ihrem dazugehörigen Positionspapier Anpassungen im aktuellen Gesetzgebungsverfahren vor.

 

Zukunftsfähiger Gesetzesentwurf durch Chancengleichheit

Mit der geplanten Neuregelung im GSAV erhalten nicht alle Teilnehmer des Gesundheitsmarktes die gleichen Chancen. Nach Auffassung der rehaVital lässt sich das Ungleichgewicht durch Anpassungen und Ergänzungen (siehe Zusatz) im Gesetz beseitigen und auch der Hilfsmittelmarkt vollumfänglich berücksichtigen. „Damit wäre der geplante Gesetzesentwurf zukunftsfähig und nähme ohne nachträglichen Regelungsaufwand bereits heute die notwendigen Maßnahmen vorweg“, so Stefan Skibbe, Bereichsleitung Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital. Die aktuell sehr hohe Bereitschaft aller Marktteilnehmer im Gesundheitssektor zur Schaffung digitaler Strukturen sollte durch einen zielgerichteten Gesetzesentwurf unterstützt werden, anstatt sich darin nur auf eine bestimmte Gruppe zu konzentrieren.

 

rehaVital: Lösungsansätze für drei maßgebliche Hindernisse

Für die Teilnahme der Sanitätshäuser am neuen Versorgungsprozess bestehen drei grundsätzliche Hindernisse. Durch abweichende Strukturen und Regelungen für ihren Marktzugang fehlt zum einen ein Identifikationsmerkmal zur Abrechnung. Zum anderen besteht keine Transparenz in der Datenverarbeitung. Sofern das bisher beschriebene Verfahren ohne Entwicklungsbeteiligung der sonstigen Leistungserbringer unverändert zur Umsetzung kommt, entstehen unnötige Verzögerungen und Kosten, wozu auch die immer noch zusätzlich erforderliche papierbasierte Abrechnung beiträgt.

 

Die rehaVital schlägt deshalb die folgenden konkreten Lösungsansätze vor:

  1. Der Marktzugang für Sanitätshäuser kann über das Institutskennzeichen (IK) als Identifizierungsmerkmal geregelt werden. Das IK identifiziert das Sanitätshaus als Versorger im Markt und berechtigt zur Abrechnung mit dem Kostenträger. Ein entsprechender Registrierungsschlüssel sollte durch die Branchensoftware des Leistungserbringers verarbeitet werden und zum Datentransfer innerhalb des Systems berechtigen.
  2. Eine Vereinheitlichung und die Veröffentlichung der zur Datenverarbeitung und Steuerung des Auswahlprozesses entstehenden Algorithmen schaffen gleiche Teilnahmebedingungen für alle Leistungserbringer. rehaVital empfiehlt die Verwendung von qualitativ und quantitativ nachvollziehbaren Listungskriterien, wie Preis, Produktqualität und Kundenbewertung. Um Transparenz zu schaffen, muss die eigene Bewertung von den Leistungserbringern beim Kostenträger einzuholen sein. Nur so können die Patienten ihre Wahlentscheidung über den versorgenden Leistungserbringer selbstbestimmt und qualitätsgesichert treffen.
  3. Die bis heute erforderliche zusätzliche papierbasierte Abrechnung muss abgeschafft werden. Zur konsequenten Umsetzung eines digitalen Prozesses gehört es, alle Schritte innerhalb des Systems ohne analoge Entsprechung durchführen zu können.

rehaVital bezieht Position zu Liposuktion bei Lipödem als Kassenleistung: Vorheriges Ausschöpfen der konservativen Therapie sinnvoll, 25.02.2019

 

Im Zuge der Forderung des Gesundheitsministers Jens Spahn, eine Liposuktion bei Lipödem zur grundsätzlichen Kassenleistung zu erklären, griffen auch Publikumsmedien das Thema Lipödem auf. Dabei wurde zum Teil die Liposuktion, gegenüber der sogenannten konservativen Therapie, als einzig wirksame Therapiemaßnahme bei Lipödem dargestellt. Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH hält diese Darstellung für problematisch und empfiehlt, vor der Erwägung einer Operation erst alle konventionellen Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen.

 

„Von der Öffentlichkeit noch wenig beachtet, werden das Krankheitsbild Lipödem und die Liposuktion, als einzige effektive Methode „krankhafte“ Fettzellen zu entfernen, in den ärztlichen Fachgremien sehr kontrovers diskutiert“, erklärt Ralph Martig, Bereichsleiter Lymphologie beim rehaVital-Mitglied Schaub KG.
So ist bekannt, dass die Stadieneinteilung nach Stadium I bis III in keiner Weise mit der Beschwerdeintensität (Schmerzhaftigkeit und Hämatom-Neigung) zusammenhängt. Spezialisierte Ärztinnen und Ärzte weisen immer wieder auf die Tatsache hin, dass Patientinnen im Stadium III mit ganz wenigen Ausnahmen schwer übergewichtig oder adipös sind (BMI über 40). Hier muss zunächst die Behandlung der Krankheit Adipositas mit all ihren Risiken und Folgeerkrankungen im Vordergrund stehen.


In keinem Stadium ist die ohnehin erhebliche Rate an Fehldiagnosen so hoch wie im Stadium III. Eine der häufigsten Fehldiagnosen ist das sog. „Lipolymphödem“. Hier handelt es sich in aller Regel um ein sekundäres Lymphödem auf dem Boden der morbiden Adipositas (adipositas-assoziiertes Lymphödem), nicht um eine Folge des Lipödems. Eine Liposuktion ist dann kontraindiziert. Eine eindeutige Diagnose zu stellen ist bei der morbiden Adipositas selbst für Fachleute schwierig.
Darüber hinaus ist es in den meisten Fällen nicht mit einer OP getan, sondern es sind mehrere Eingriffe nötig. Patientinnen, die an einer Liposuktion interessiert sind, sollten sich deshalb im Vorfeld genau informieren und mit ihrem Arzt abklären, ob so ein chirurgischer Eingriff bei ihnen auch den gewünschten Erfolg bringt.


Bei einer verifizierten Lipödem-Diagnose empfiehlt die rehaVital deshalb, zuerst mit einer sogenannten konservativen Therapie zu beginnen. Diese besteht im Wesentlichen aus Bewegungstherapie sowie einer konsequent getragenen Kompressionstrumpfversorgung.


Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Strümpfe eng sitzen, um ihre Kompressionswirkung entfalten zu können. Auch beim Sport sollten sie getragen werden. „Von unseren Mitgliedern bekommen wir häufig die Rückmeldung, dass die Abbrecherquote im Bereich der Kompression leider recht hoch ist“, gibt Frank Strobel, Beschaffungsmanagement der rehaVital, zu bedenken. „Auch dies führt mitunter zu dem vermeintlichen Schluss, die konservative Therapie des Lipödems sei nicht wirksam. Aber ein konsequentes Tragen der Kompressionsstrümpfe ist unerlässlich für den Therapieerfolg. Wenn das tägliche Tragen der Strümpfe, in Kombination mit regelmäßigen Bewegungs- bzw. Sportaktivitäten, eine Möglichkeit darstellen kann, eine bzw. mehrere OPs zu umgehen, sollte diese auch voll ausgeschöpft werden.“


Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH betont, dass sie die Liposuktion als Therapiemaßnahme bei fortgeschrittenem Lipödem grundsätzlich unterstützt. Hierbei sollte eine relevante Adipositas aber im Vorfeld ausgeschlossen werden. Darüber hinaus sollten, aufgrund der möglichen Operationsrisiken, erst alle weiteren konservativen Therapie-möglichkeiten ausgeschöpft sein, bevor sich die Patientin zu einer Absaugung der Fettzellen entscheidet. Eine Liposuktion im ersten Schritt nach der Diagnose hält die rehaVital für das falsche Signal.

Neue Vorgaben durch EU-MDR: rehaVital unterstützt Mitglieder bei Umstellung, 08.02.2019

 

Die am 25.05.2017 in Kraft getretene europäische Medical Device Regulation (kurz MDR) ist mit ihrer dreijährigen Übergangsfrist bis 25.05.2020 zurzeit das Fokusthema der Hilfsmittelbranche. Im Hinblick auf neue Zertifizierungen und hinzukommende Handlungsnotwendigkeiten, ergeben sich für die betroffenen Unternehmen viele Fragen. Die rehaVital Gesundheitsservice GmbH bietet ihren Mitgliedern deshalb Hilfestellungen mit einigen Serviceangeboten zum Thema.

 

„Eines unserer wichtigsten Anliegen ist, aktuelle Fokusthemen der Branche aufzugreifen und unseren Mitgliedern bereits aufbereitete Lösungs- und Handlungsvorschläge anzubieten“, erklärt Jens Sellhorn, Geschäftsführer der rehaVital. „Diese Angebote können je nach Bedarf genutzt und auf die eigenen Unternehmensabläufe angepasst werden.“
Im konkreten Fall der MDR bietet die rehaVital ihren Mitgliedern bereits seit April 2018 umfangreiche Informationen und Checklisten zur ersten Orientierung in ihrem Intranet.

 

Zudem werden in Schulungen der rehaVital-Akademie die Grundlagen der Änderungen vermittelt. Auch individuelle Fragen können bei diesen Terminen bereits geklärt werden. Der Referent und Fachanwalt für Medizinrecht Sebastian Vorberg (Vorberg.Law) steht den Mitgliedern dafür nicht nur in den festen Terminen zur Verfügung, sondern liefert auch individuelle Beratung auf Anfrage. „Aufbauend auf den Grundlagenschulungen werden wir im zweiten und dritten Quartal Praxis-Workshops anbieten, bei denen wir auch Hersteller mit einbinden, um konkrete Fragen aus der täglichen Praxis klären zu können“, ergänzt Stefan Skibbe, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der rehaVital. Im Anschluss sollen alle Ergebnisse der Schulungen und Workshops als Booklet zur Verfügung gestellt werden.

 

Auch der ohnehin kontinuierliche Austausch mit den Lieferanten wird von der rehaVital genutzt, um deren wichtige Perspektive auf die MDR effektiv in die Beratung und Vorbereitung der Mitglieder mit einfließen zu lassen. „Unser guter Kontakt mit den Lieferanten ist für uns essentiell. Dabei geht es natürlich um ein Geben und Nehmen, so dass beide Seiten vom Wissen des anderen profitieren“, betont Jens Sellhorn. Insgesamt sieht die rehaVital sich und ihre Mitglieder in der Vorbereitung auf die Änderungen zur neuen MDR gut vorbereitet und blickt positiv in die Zukunft.

 

rehaVital-Geschäftsführer Kemmerling mit neuem Fokus - Geschäftsführerwechsel bei der rehaVital Gesundheitsservice GmbH, 01.02.2019

 

Nach fünf Jahren sehr erfolgreicher Tätigkeit für die rehaVital-Gesundheitsservice GmbH verlässt Ralf Kaspar Kemmerling Ende Februar 2019 Deutschlands größte Verbundgruppe für Leistungserbringerunternehmen. Jens Sellhorn wird neuer Geschäftsführer der rehaVital Gesundheitsservice GmbH.

 

Ralf Kaspar Kemmerling, seit fünf Jahren an der Spitze der Verbundgruppe rehaVital, beendet Ende Februar 2019 seine Tätigkeit in der Kooperation im besten gegenseitigen Einvernehmen. „Nach fünf sehr intensiven Jahren, in denen vieles neu aufgebaut und strukturiert wurde, habe ich nunmehr das Bedürfnis, mich neu zu orientieren“, erläutert Kemmerling den gemeinsam mit dem Aufsichtsrat entschiedenen Schritt.

 

Seit 2014 führte Kemmerling die Kooperation mit Sitz in Hamburg. Er verantwortete in den Jahren seiner Geschäftsführung die grundlegende Neugestaltung des Gesellschafter- und Partnervertrages und baute konsequent alle Leistungsbereiche, insbesondere das Daten- und IT-Management, aus. Auch die Implementierung des Zentralen Artikelstamms und die Einführung der bundesweiten Regional-versammlungen sowie die Qualifizierung im Rahmen des INQA-Audits „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ gehen auf seine Initiative zurück. Unter seiner Verantwortung steigerte sich darüber hinaus das Einkaufsvolumen der Gruppe um 70 Millionen Euro und die Wirtschaftlichkeit der Verbundgruppe wurde von Kemmerling durch ein neues Finanzierungsmodell langfristig auf stabile Beine gestellt.
Das Erreichte nimmt Ralf Kaspar Kemmerling zum Anlass, nunmehr neue Ziele und Herausforderungen zu suchen.

 

Detlef Möller, Aufsichtsratsvorsitzender der rehaVital, erklärte: „Ralf Kaspar Kemmerling hat in den vergangenen fünf Jahren die positive Entwicklung der rehaVital maßgeblich vorangetrieben und mitgeprägt. Ihm ist es insbesondere zu verdanken, dass er die rehaVital für die sehr unterschiedlich aufgestellten Mitgliedsbetriebe zu einem ganzheitlichen Dienstleistungs-Anbieter formte und wir zukunftsorientiert aufgestellt sind. Mit seinem großen Engagement und seiner Expertise für große Verbundgruppen hat Herr Kemmerling es zu verantworten, dass die rehaVital sich als größte deutsche Verbundgruppe für Leistungs-erbringerunternehmen mit heute über € 370 Millionen Einkaufsvolumen behauptet hat. Ich danke Herrn Kemmerlingausdrücklich für seine erfolgreiche Arbeit und wünsche ihm für seine weitere berufliche Zukunft alles erdenkliche Gute“.

 

Nachfolger und neuer Geschäftsführer wird Jens Sellhorn (52). Jens Sellhorn ist ein langjähriger Kenner der Branche. Der gelernte Groß und Außenhandelskaufmann ist seit mehr als 19 Jahren als „Bereichsleiter Beschaffungsmanagement“ für die rehaVital aktiv und überzeugt als ausgewiesener Marktexperte.

„Ich freue mich sehr auf die neuen Aufgaben und darauf, diese mit einem starken und motivierten Team anzugehen. Mir ist es wichtig, mit Herzblut und Verstand die starke Positionierung der rehaVital in dem sich wandelnden Markt auszubauen" so Jens Sellhorn.

 

„Wir freuen uns sehr darüber, mit Jens Sellhorn die Position der Geschäftsführung aus den eigenen Reihen neu besetzen zu können. Mit diesem wohl überlegten Schritt schaffen wir Stabilität und Perspektive für die Mitglieder, Partner und Mitarbeiter der rehaVital. Jens Sellhorn ist ein erfahrener Branchenexperte mit einem direkten Draht zum Markt, auf dessen Kenntnisse wir vertrauen und von dessen Erfahrungen wir zweifelsohne profitieren werden. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und wünsche ihm viel Erfolg für seine neue Aufgabe“, so Detlef Möller zu der Neubesetzung.

 

Zeitgleich mit der Neu-Bestellung von Jens Sellhorn gibt Detlef Möller bekannt, dass die operative Verantwortung der Geschäftsführung perspektivisch mit einer Doppelspitze besetzt werden soll. „Wir beobachten eine zunehmende Komplexität unserer Branche und halten daher eine Stärkung der Geschäftsführung für
angebracht und essentiell. Wir möchten die kommenden Aufgaben gerne auf mehrere Schultern verteilen und die strategischen Herausforderungen der Zukunft so gebündelt annehmen“ erklärt Detlef Möller. Der dazugehörige Findungsprozess wird noch im 1. Quartal 2019 starten.

 

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