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Klare Fakten statt Zahlenspiele

„Wir versorgen Deutschland“ legt Faktenbroschüre zur Reformdebatte in der Hilfsmittelversorgung vor

Nur moderate Kostensteigerungen statt vermeintlicher Kostenexplosion in der Hilfsmittelversorgung, Überregulierung und Fachkräftemangel als Hauptrisiken für die Patientenversorgung sowie stetig steigende Verwaltungskosten trotz sinkender Zahl der Krankenkassen: Das sind nur einige der Fakten, die der Verein „Wir versorgen Deutschland” (WvD) in seiner neuen Broschüre „Zahlen, Daten, Fakten 2023” erstmals auf der internationalen Fachmesse und Weltkongress OTWorld vorstellt. Damit soll die Diskussion über eine Hilfsmittelreform auf eine solide Basis gestellt werden.

„Für einen konstruktiven Reformdialog sind belastbare Fakten unerlässlich, keine Zahlenspiele oder gefühlten Wahrheiten“, erklären Kirsten Abel und Patrick Grunau, WvD-Generalsekretäre. „Deshalb haben wir als ‚Wir versorgen Deutschland‘ in unserer neuen Broschüre die zentralen Zahlen, Daten und Fakten zur Debatte zusammengestellt. Sorgfältig recherchiert und aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen.“ Zu den genutzten Quellen gehören unter anderem das Statistische Bundesamt, das Bundesministerium für Gesundheit sowie das Kompetenzzentrum zur Fachkräftesicherung. Repräsentative Branchenumfragen von WvD ergänzen das Material.

Demografischer Wandel und Fachkräftemangel führen zu Versorgungsengpässen

Die Daten zeigen ein klares Bild: Durch die Zunahme der Generation 65 plus um rund 13,3 Prozent zwischen 2007 und 2022 werden deutlich mehr Beschäftigte in der Versorgung mit orthopädie-, reha- und medizintechnischen Hilfsmitteln sowie Homecare benötigt. Die tatsächliche Zunahme der Beschäftigten in diesen Bereichen betrug zwischen 2010 und 2020 jedoch nur 5,3 Prozent. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Auszubildenden in der Orthopädietechnik und Orthopädieschuhtechnik.

„Im Hilfsmittelbereich ist der Fachkräftemangel größer als in der Pflege“, betonen Abel und Grunau. Das betrifft vor allem die Lücke bei den hochkompetenten Fachkräften, in der Versorgung: Mit nur 16 qualifizierten Arbeitslosen auf 100 offene Stellen sei die Hilfsmittelversorgung besonders stark betroffen. In der Folge erwarten zwei Drittel der Unternehmen zukünftig Einschränkungen in der Hilfsmittelversorgung. Eine Entwicklung, die sich negativ auf die Lebensqualität der Patienten auswirken wird. Denn die Daten zeigen, dass beispielsweise eine adäquate Versorgung mit Bandagen und Orthesen von zentraler Bedeutung ist, um Schmerzmitteln und Operationen zu reduzieren. „Die fachgerechte Versorgung durch gut ausgebildete Fachkräfte spielt eine entscheidende Rolle, um Folgeschäden und Fehlversorgungen zu verhindern“, erläutern Abel und Grunau.

Gleichzeitig zeigen die Daten, dass die Hilfsmittelversorgung mit ihren positiven und zudem kostensparenden Effekten für die Patientenversorgung nur einen vergleichsweise geringen Anteil an den gesamten Leistungsausgaben im Gesundheitswesen hat. So entfielen im Jahr 2022 von insgesamt 274,2 Milliarden Euro an Leistungsausgaben nur 8,83 Milliarden auf Hilfsmittel.

Die Zahlen, Daten und Fakten der Broschüre stehen damit im Einklang mit den politischen Forderungen von WvD. „Unsere Reformvorschläge ermöglichen eine zukunftsfeste, bedarfsgerechte und hochwertige Versorgung bei gleichzeitig stabilen Beitragssätzen und nachhaltiger Finanzierung“, betonen Abel und Grunau.

Die vollständige Broschüre können Sie hier herunterladen.

Die Pressemitteilung können Sie auch hier herunterladen.

Zum Bündnis „Wir versorgen Deutschland“:
Knapp 25 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland benötigen die Versorgung mit Hilfsmitteln. Für Teilhabe und Lebensqualität dieser Patienten und Patientinnen sind diese Versorgungen elementar: Sie gewährleisten den Erfolg ihrer Krankenbehandlung, beugen drohenden Behinderungen vor oder gleichen bereits bestehende Handicaps aus. Mehr als 120.000 Mitarbeiter und mehr als 8.000 Leistungserbringer in den Bereichen Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Reha-Technik und Homecare verantworten die wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung dieser Patienten und Patientinnen.
Die im Bündnis zusammengeschlossenen Partner zählen zu den maßgeblichen Spitzenverbänden und Zusammenschlüssen von Leistungserbringern. In ihrer Verantwortung für die qualitätsgesicherte, wohnortnahe und wirtschaftliche Versorgung haben sich die Partner auf die gemeinsame Verfolgung politischer Positionen geeinigt. Zu dem Bündnis gehören: Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, EGROH-Service GmbH, ORTHEG eG, Reha-Service-Ring
GmbH, rehaVital Gesundheitsservice GmbH, die Sanitätshaus Aktuell AG sowie der Verband Versorgungsqualität Homecare e.V.

Wir versorgen Deutschland e. V.
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