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Sanitätshausalltag in Zeiten von Corona

Ina Massing, Geschäftsführerin der Goll & Schracke Massing GmbH, erzählt im Interview mit der rehaVital, wie sie mit der Corona-Krise zurechtkommt.

Das rehaVital-Mitglied Goll & Schracke Massing GmbH & Co. KG versorgt Patienten mit medizinischen Hilfsmitteln im Bergischen Land. Zum Unternehmen gehören zwei Sanitätshäuser, ein eigenes Reha-Center und Orthopädie-Werkstätten. Ina Massing übernahm 1995, gemeinsam mit ihrem Bruder Torsten, die Geschäftsleitung von ihrem Vater.

In der Corona-Krise stellt sich auch Goll & Schracke Massing im Alltag der Patientenversorgung besonderen Herausforderungen. Deshalb haben wir der Geschäftsführerin Ina Massing einmal ein paar Fragen zur Lage gestellt.

rehaVital: Frau Massing, als Sanitätshaus mussten Sie sich bei Goll & Schracke Massing in der Corona-Krise unter ganz besonderen Umständen um Ihre Kunden/Patienten kümmern. Was war organisatorisch die größte Herausforderung?

Ina Massing: Zunächst haben wir sofort eine Krisensitzung gehalten und mit unseren Mitarbeitern zusammen einen Plan aufgestellt, wie wir mit den Versorgungen im Geschäft und in der häuslichen Umgebung unserer Kunden umgehen. Alle wurden mit Schutzkleidung ausgerüstet, von Mundschutz über Handschuhe, Desinfektionsmittel, Schutzkittel usw.

Die größte Herausforderung war das Beschaffen dieser Schutz-Artikel, es ging teilweise bei uns zu wie an der Börse. Alle Quellen wurden mobilisiert, um an diese Sachen zu kommen. Die Telefone standen nicht still. Viele Kunden haben uns kontaktiert, um zu fragen, wie es mit der Hilfsmittelversorgung weitergeht und ob wir diese überhaupt noch ausliefern.

rehaVital: Wie haben Ihre Mitarbeiter im Verkauf das Miteinander erlebt und wie schützen sie sich im direkten Patientenkontakt?

Massing: Es ging alles wirklich sehr zivilisiert zu. Alle Kunden haben Verständnis und den entsprechenden Abstand gehalten. Wir schützen die Mitarbeiter mit der entsprechenden Schutzausrüstung. Man merkt deutlich, wie eine „Krise“ auch die Mitarbeiter noch enger zusammenschweißt (trotz Abstand halten).

rehaVital: Wie viele Kunden haben Sie derzeit in Ihren Filialen? Ist mehr los als sonst, oder bleiben die Patienten stattdessen eher zuhause?

Massing: Das ist unterschiedlich. Als wir Mundschutz bekommen haben, ging da natürlich der „run“ los. Das gleiche hatten wir schon mit den Desinfektionsmitteln, wir sind sehr stolz, dass wir alle Kunden versorgen konnten und immer noch können.

Andere Bereiche sind natürlich sehr rückläufig. Es wird weniger operiert und dementsprechend haben wir auch weniger Hilfsmittelversorgungen durchzuführen. Die Kunden vermeiden es zum Arzt zu gehen, um sich z.B. neue Kompressionsstrümpfe verordnen zu lassen.

rehaVital: Können Sie uns eine Begebenheit schildern, die für Sie typisch für die Corona-Krise im Sanitätshaus ist oder die Sie besonders berührt hat?

Massing: Wir haben über die sozialen Medien viel Lob und Anerkennung erhalten, dass wir weiterhin für unsere Kunden da sind. Am meisten berührt mich aber, dass wirklich alle Mitarbeiter hinter dem Unternehmen stehen und gemeinsam in dieser Krise ihr Bestes geben. Da sind mein Bruder und ich sehr stolz drauf.

rehaVital: Haben Sie sich von den staatlichen Institutionen ausreichend unterstützt gefühlt?

Massing: Ja, in jedem Fall. Unsere Kanzlerin hat einen guten Job gemacht und ich bin erstaunt über die schnelle Hilfe, die uns bisher zuteil wurde.

rehaVital: Frau Massing, vielen Dank für das Gespräch und bleiben Sie gesund.