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rehaVital-Umfrage: Neun von zehn Unternehmen befürchten Verschlechterung der Hilfsmittelversorgung

3-Prozent-Abschlag setzt Versorgung unter Druck – Betriebe erwägen Einschränkungen bis hin zur vollständigen Einstellung einzelner Versorgungsbereiche

Der für 2027 und 2028 vorgesehene 3-Prozent-Abschlag auf die Vergütung von Hilfsmittelversorgungen droht spürbare Folgen für gesetzlich Versicherte zu haben. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der rehaVital Gesundheitsservice GmbH unter ihren Mitgliedsunternehmen. 

Neun von zehn befragten Unternehmen erwarten eine Verschlechterung der Hilfsmittelversorgung. Besonders häufig befürchten sie eine geringere wohnortnahe Verfügbarkeit von Leistungserbringern, Einschränkungen im Versorgungsangebot sowie Einbußen bei Beratung und Betreuung.

„Wenn Betriebe weniger Hausbesuche, Beratung und Nachsorge erwägen, wird aus einer Vergütungskürzung ein konkretes Versorgungsrisiko. Die Politik muss sich daran messen lassen, ob Menschen auch künftig zeitnah, wohnortnah und bedarfsgerecht mit Hilfsmitteln versorgt werden können“, erklärt Patrick Grunau, Bereichsleiter Politik, Kommunikation und Marketing bei der rehaVital Gesundheitsservice GmbH.

Unternehmen erwägen konkrete Leistungseinschränkungen

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des gesetzlich vorgesehenen Abschlags schätzen die befragten Unternehmen nahezu einhellig als gravierend ein. Viele Betriebe befürchten, dass die Vergütungen künftig nicht mehr ausreichen, um die tatsächlichen Kosten der Versorgung zu decken. Besonders betroffen könnten personal- und zeitintensive Leistungen wie individuelle Anpassungen, Hausbesuche, Reparaturen und Nachsorge sein.

Die erwarteten Folgen bleiben dabei nicht auf die wirtschaftliche Situation der Betriebe beschränkt. Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen erwägen, einzelne GKV-Versorgungsbereiche einzuschränken. Mehr als ein Drittel zieht sogar in Betracht, einzelne Versorgungsbereiche für gesetzlich Versicherte vollständig einzustellen. Auch eine Reduzierung von Service-, Beratungs- und Nachsorgeleistungen sowie Einschränkungen beim Außendienst stehen bei zahlreichen Betrieben zur Diskussion.

Wohnortnähe und individuelle Betreuung gefährdet

Besonders deutlich werden die möglichen Konsequenzen für die Versicherten: Rund vier von fünf befragten Unternehmen rechnen mit einer geringeren wohnortnahen Verfügbarkeit von Leistungserbringern. Darüber hinaus befürchten viele Betriebe längere Warte- und Versorgungszeiten, ein eingeschränktes Hilfsmittelangebot und eine zunehmende Bedeutung privater Aufzahlungen.

Die Freitextantworten der Umfrage verdeutlichen, was dies im Versorgungsalltag bedeuten könnte: weniger Hausbesuche, eingeschränkte Nachsorge und längere Wartezeiten, insbesondere bei komplexen und individuell angepassten Hilfsmitteln. Besonders betroffen sein könnten Menschen, die auf intensive Betreuung und regelmäßige Anpassungen angewiesen sind – etwa ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen sowie Kinder mit komplexen Behinderungen.

Zusätzlicher Druck durch geplante Ausschreibungen

Der 3-Prozent-Abschlag trifft die Hilfsmittelversorgung zudem in einer Phase, in der die Pläne für eine erneute Einführung von Ausschreibungen für zusätzliche Verunsicherung sorgt. Aus Sicht von rehaVital droht dadurch eine weitere Verschärfung des wirtschaftlichen Drucks auf die Leistungserbringer. Damit können sich auch die Risiken für eine flächendeckende, qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Hilfsmittelversorgung weiter erhöhen.

Die rehaVital fordert die Bundesregierung deshalb auf, den 3-Prozent-Abschlag zurückzunehmen und von der Einführung von Ausschreibungen abzusehen. Einsparmaßnahmen dürfen die wohnortnahe Hilfsmittelversorgung und die notwendige Betreuung der Versicherten nicht gefährden.

Eine Übersicht der wichtigsten Umfrageergebnisse finden Sie hier.